Geringe Nachfrage

Impfstationen in Stuttgart machen reihenweise dicht

Menschen stehen vor der Impfstation an der Königstraße in Stuttgart an.
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Weil die Nachfrage zu gering ist, schließen bald einige Impfstationen. Noch im November des vergangenen Jahres standen Bürger Schlange vor der Station an der Königstraße.
  • Nadja Pohr
    VonNadja Pohr
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In Stuttgart sinken die Impfzahlen. Aufgrund der geringen Nachfrage plant das Land deshalb eine drastische Reduzierung der Corona-Impfstationen.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg breitet sich weiter aus und lässt die Zahlen explodieren. In Stuttgart liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 755,7 (Stand: 25. Januar). Die Lage auf den Intensivstationen ist weiterhin belastend, wie die Reportage über den krassen Alltag im Klinikum Stuttgart zeigt. Die Corona-Impfung ist deshalb nach wie vor ein wichtiges Thema.

In der Landeshauptstadt Stuttgart liegt die Impfquote derzeit bei 67,1 Prozent. Damit liege man deutlich unter dem Wert, den Experten im Kampf gegen das Coronavirus für notwendig halten, wie die Stuttgarter Zeitung berichtet. Weil jedoch die Impfzahlen weiterhin sinken, wird jetzt die Impfinfrastruktur reduziert.

Impfkapazitäten in Stuttgart nicht ausgelastet - Hälfte der Impfstationen soll geschlossen werden

Konkret sollen im Land Baden-Württemberg die Impfstützpunkte um 50 Prozent reduziert werden, erläuterte Martin Priwitzer, Abteilungsleiter beim Gesundheitsamt. Die Zahlen aus Stuttgart lassen den Schritt der Schließung nachvollziehen: Von bis zu möglichen 80.000 Impfungen pro Woche, liege man in einzelnen Wochen noch unter 20.000 Impfungen.

Einige Standorte für die Corona-Impfung in Stuttgart wie die Impfstation in Untertürkheim oder die Station in der Arnulf-Klett-Passage haben bereits geschlossen. Die Impfzeiten in der Schleyerhalle werden zudem reduziert. Dort wird ab Februar am Montag und Dienstag nicht mehr geimpft, von Mittwoch bis Freitag weiterhin am Nachmittag und nur noch am Samstag und Sonntag ganztags.

Steigerung der Impfquote weiterhin wichtig im Kampf gegen das Coronavirus

Im Südwesten soll die Steigerung der Impfquote dennoch weiter vorangetrieben werden. Da Impfstützpunkte bis Ende des Jahres vom Bund finanziert werden, gehe man davon aus, „dass wir auch langfristig Impfambulanzen haben werden“, sagte Martin Priwitzer. Einen weiteren Schub soll demnächst ein neuer Impfstoff bringen: In Baden-Württemberg steht bald Novavax zur Verfügung.

Nach dem Bund-Länder-Treffen am Montag (24. Januar) will Ministerpräsident Winfried Kretschmann einen „Kurs der Vorsicht“. Zuvor hatte die baden-württembergische Regierung das Einfrieren der sogenannten Alarmstufe II mit starken Einschränkungen für Ungeimpfte geplant. Der Verwaltungsgerichtshof urteilte jedoch, dass dies teilweise rechtswidrig sei.

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