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„Obwohl ich Angst habe“: Stuttgarter erzählen, warum sie sich jetzt doch impfen lassen

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Von: Nadja Pohr

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Menschen stehen vor der Impfstation an der Königstraße in Stuttgart an.
Bürger stehen vor der neuen Impfstation an der Königstraße in Stuttgart an. © Pohr/BW24

2G und strengere Corona-Regeln zwingen viele, über eine Impfung nachzudenken. BW24 hat sich vor einer Impfstation in Stuttgart bei den Bürgern umgehört.

Stuttgart – Das Coronavirus in Baden-Württemberg macht einem das Leben momentan nicht besonders leicht und die bedrohliche Situation auf den Intensivstationen zwingt die Landesregierung dazu, den Impfturbo zu zünden. In der Stuttgarter Innenstadt hat seit dem 27. November eine neue Impfstation geöffnet, um die in der Rathauspassage abzulösen.

In der ehemaligen Sport-Arena in der Königstraße können sich Impfwillige ihren Pieks abholen – und das Angebot wird angenommen. Noch am Vormittag war die Schlange vor der Impfstation, die vom Klinikum Stuttgart betrieben wird, überschaubar. Zur Mittagszeit ist sie hingegen dann doch deutlich gewachsen. Die meisten sind hier für die Booster-Impfung; wer in Baden-Württemberg wann damit dran ist und wo es Termine gibt, hat BW24 zusammengestellt. Einige andere sind aber auch für die Erstimpfung vor Ort.

Impfen wider Willen? „Wenn man am öffentlichen Leben teilnehmen will, bleibt einem nichts anderes übrig“

Pietro aus Schlaitdorf hat sich noch gar nicht gegen Corona impfen lassen und hatte das auch gar nicht vor, wie er BW24 verrät. Doch eine Kontrolle in der U-Bahn am Vortag hat ihn zum Umdenken gebracht. Durch die in der Corona-Verordnung von Baden-Württemberg verankerten „Alarmstufe 2“, welche am vergangenen Mittwoch (24. November) in Kraft getreten ist, gilt im öffentlichen Nahverkehr die 3G-Regel. „Ich lasse mich jetzt doch impfen, obwohl ich Angst davor habe. Aber was soll ich machen - ich muss fast täglich mit der Bahn fahren“, sagt er.

Ähnlich geht es Sandra aus Bad Cannstatt, die ebenfalls für die Erstimpfung hier ist und sich unter Druck gesetzt fühlt: „Ich war mir lange unsicher, aber wenn man am öffentlichen Leben teilnehmen will, bleibt einem ja nichts anderes übrig.“ 

Nina aus Stuttgart hingegen hat jetzt erst einen Termin für die Erstimpfung, weil sie bis zuletzt zu der Personengruppe gehörte, die sich nicht impfen lassen konnte: Sie war schwanger. „Ich habe mich aber jetzt direkt darum bemüht, die Impfung nachzuholen“, erzählt sie.

Die meisten Bürger stehen für die Booster-Impfung an der Impfstation in Stuttgart an

Ansonsten wird fleißig „geboostert“. Das sehen die Impfwilligen als ihre „Pflicht“ an. „Es wird ja empfohlen, sich die nach sechs Monaten geben zu lassen und das ist bei mir jetzt der Fall“, erzählt unter anderem Markus aus Stuttgart.

Auch Tanja aus Esslingen ist für die Auffrischungsimpfung da. Ihre Chefin hat ihr gestern von der neuen Impfstation in der Königstraße erzählt, woraufhin Tanja sofort einen Termin vereinbarte: „Das wird jetzt immer wichtiger. Ich hatte zuletzt in meiner Corona-Warn-App wieder drei Risikobegegnungen und bin deshalb noch nachts zum Flughafen gefahren, um mich dort zur Sicherheit testen zu lassen.“

Es gibt jedoch auch kritische Stimmen zum Ablauf an der Impfstation. Ein Ehepaar beschwert sich über die Terminpflicht: „So verlieren die Leute doch die Lust, sich impfen zu lassen, wenn man alles kompliziert machen muss.“ Die beiden waren zuvor in der Schlange gestanden, wurden jedoch vom Security-Personal abgewiesen.

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