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Wohnen in Stuttgart: Diese Trendviertel sind fast so teuer wie München

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Von: Nadja Pohr

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Stadtansicht Stuttgart-West mit Schwabtunnel.
Bei Eigentumswohnungen ist Stuttgart-West mit einer Steigerung von 10,8 Prozent auf 5.790 Euro an der Spitze. © IMAGO/Arnulf Hettrich

Die Wirtschaft in Stuttgart hat Auswirkungen auf den Immobilienmarkt. Die Preise in traditionellen Arbeitervierteln oder anderen Stadtteilen nahmen enorm zu.

Stuttgart - Die Landeshauptstadt Stuttgart liegt im Ranking der teuersten Städte für Mieter noch auf Platz drei. Nur in Frankfurt am Main und München zahlen die Mieter noch mehr für ihre Wohnungen. Auf dem Immobilienmarkt könnte die schwäbische Metropole aber bald die starke Nummer zwei hinter der bayerischen Landeshauptstadt sein, wenn es nach Experten geht. Zu verdanken ist dies vor allem der Wirtschaft in Stuttgart.

Die Immobilienpreise in Baden-Württembergs Metropole steigen quasi mit jedem Höhenmeter. Hinzu kommt, dass das Angebot an Häusern oder bebaubaren Flächen wie in anderen Großstädten gering ist. Und: Höherwertige Projekte weichen zunehmend in Randlagen und traditionelle Arbeiterstadtteile aus, wie das Handelsblatt berichtet. Einige Viertel in der Region kommen deshalb bereits an das Niveau von Münchner Stadtteilen ran.

Trendviertel in Stuttgart: Porsche lässt Preise in Zuffenhausen anziehen

Die Infrastruktur von Stuttgart spielt dabei eine erhebliche Rolle. Da der Weg zur Arbeit durch den Kessel oft mühsam ist, wollen die Bürger dort wohnen, wo ihre Arbeit ist. Beispielhaft dafür ist die Preisentwicklung von Zuffenhausen. Im vergangenen Jahr stiegen die Kaufpreise für Ein- und Zweifamilienhäuser um 8,3 Prozent auf 5.510 Euro pro Quadratmeter. Der Anstieg ergebe sich daraus, dass der dort ansässige Sportwagenhersteller Porsche seinen Stammsitz massiv ausbaue, erklärt Immobilienmakler Julian Pflugfelder aus Stuttgart.

In diesen Stadtvierteln in Stuttgart liegt der Preis für Wohneigentum über dem Durchschnitt der Stadt:

Aber auch Hedelfingen und Stuttgart-Ost sowie Vaihingen legten sogar um 8,4 Prozent auf jeweils rund 5000 Quadratmeter zu, wie das Handelsblatt aufzeigt. Noch größere Entwicklungen legte nur das Nobelquartier Degerloch hin, das, mit einem Plus von 8,4 Prozent, die durchschnittlichen Quadratmeterpreise auf 6.780 Euro klettern ließ. Bei Eigentumswohnungen ist Stuttgart-West mit einer Steigerung von 10,8 Prozent auf 5.790 Euro an der Spitze. Dieser Prozentsatz gilt auch für Bad Cannstatt. Der Stadtteil entwickelte sich dadurch auf 5.310 Euro pro Quadratmeter.

Stadt Stuttgart verfehlt eigene Wohnungsbauziele

Hinzu kommt, dass die Stadt Stuttgart regelmäßig ihre eigenen Wohnungsbauziele verfehlt. Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) kündigte in seinem Wahlkampf an, 2.000 Wohnungen jährlich bauen lassen zu wollen. Nach Angaben des Mietvereins Stuttgart liegt dieses Ziel derzeit jedoch in weiter Ferne. Bezahlbare Immobilien in Stuttgart werden auch deshalb immer geringer. Vermieter, die ihre Wohnungen dennoch günstiger anbieten, könnten dafür vom Finanzamt sogar bestraft werden.

Für neue Dynamik auf dem Immobilienmarkt in der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg soll indessen die Internationale Bauausstellung IBA sorgen. Bis zu deren Start 2027 sollen noch einige Projekte gefördert werden. Das ehemalige Gelände der EnBW am Stöckach ist beispielsweise eines davon. Doch auch hier gibt es im Vorfeld Kritik: Das neue Wohnviertel auf dem EnBW-Areal sei für Normalverdiener unbezahlbar.

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