Touristen bleiben aus

Randale und Corona-Demos: Das Image von Stuttgart ist stark beschädigt - ein neues Projekt soll es retten

Menschen in Stuttgart genießen im Freien das schöne Wetter.
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Für ein besseres Image: Stuttgarter Allianz will den Ruf der Landeshauptstadt retten, der wegen der Ausschreitungen, Corona-Demos und Fahrverbote beschädigt ist.
  • Anna-Lena Schüchtle
    vonAnna-Lena Schüchtle
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Stuttgart hat ein Image-Problem. Durch die Demos gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg, Stuttgart 21, Fahrverbote und die jüngsten Ausschreitungen sinkt das Interesse an der Stadt. Ein neues Projekt soll den Ruf retten.

  • Das Image der Landeshauptstadt ist seit den Ausschreitungen in Stuttgart und den Demonstrationen gegen Maßnahmen wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg stark angeschlagen.
  • Eine Allianz aus Clubbesitzern, Hoteliers und Gastronomen, Theaterintendanten und dem Einzelhandel möchte Stuttgart wieder zu einem besseren Ruf verhelfen und damit wieder mehr Touristen anlocken.
  • Innerhalb der nächsten zwei Jahre werde sich Stuttgart von den Auswirkungen des Coronavirus in Baden-Württemberg nicht erholen, meint der Tourismus-Chef von Stadt und Region.

Stuttgart - Es war ein Ereignis, das der Landeshauptstadt ein schlechtes Image bescherte und der Bevölkerung vor allem in Zeiten des Coronavirus in Baden-Württemberg stark zusetzte: die Ausschreitungen in Stuttgart. 400-500 hauptsächlich junge Menschen zogen in der Nacht von 20. auf 21. Juni vom Oberen Schlossgarten aus plündernd und randalierend durch die Innenstadt und verursachten einen geschätzten Schaden in Millionenhöhe. Viele ansässige Ladenbesitzer fanden ihre Geschäfte nach den Krawallen zerstört oder geplündert vor und haben nun Angst, dass so etwas wieder geschehen könnte.

Nicht nur in Baden-Württemberg und Deutschland, sondern auf der ganzen Welt nahm man die Ereignisse aus jener Nacht besorgt zur Kenntnis. Internationale Medien wählten drastische Worte für die Ausschreitungen in Stuttgart. Das könnte vor allem für die Tourismus-Branche vor Ort negative Folgen haben, da das Image der Landeshauptstadt stark beschädigt wurde. Durch das Coronavirus in Baden-Württemberg muss der Tourismus in Stuttgart derzeit ohnehin besonders leiden. Dabei brachen die Hotels mit mehr als vier Millionen Übernachtungen erst im vergangenen Jahr noch einen Rekord.

Image von Stuttgart ist durch Coronavirus in Baden-Württemberg und Ausschreitungen angeschlagen

Durch das Coronavirus in Baden-Württemberg seien die Zahlen jedoch eingebrochen, zitiert die Deutsche Presse-Agentur Markus Hofherr vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband, der auf einer Pressekonferenz über die neue Stuttgarter Allianz aus Clubbesitzern, Hoteliers und Gastronomen, Theaterintendanten und dem Einzelhandel sprach. Ziel der ungewöhnlichen Allianz ist es, das durch die Proteste zum Coronavirus in Baden-Württemberg, die Ausschreitungen in Stuttgart sowie nicht zuletzt die Fahrverbote und Stuttgart 21 angekratzte Image der Landeshauptstadt zu verbessern. Dadurch erhofft man sich, die Stadt für Touristen wieder attraktiver zu machen.

„Gemeinsam wollen wir schauen, was möglich ist“, erklärte Sven Hahn von der City-Initiative Stuttgart während der Pressekonferenz. „Und gemeinsam müssen wir die Stuttgarter aufrufen, ihre Stadt wieder mit Leben zu füllen. Was momentan fehlt in der Stadt, das ist das Leben, das sind die Menschen.“ Durch die Beschränkungen aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg sowie die Ausschreitungen in Stuttgart sei laut Hahn ein Vakuum im öffentlichen Raum entstanden.

Nach Ausschreitungen in Stuttgart und Coronavirus in Baden-Württemberg arbeiten alle Branchen für besseres Image

Von steigenden Touristenzahlen durch ein besseres Image könnten am Ende alle Initiatoren der Stuttgarter Allianz profitieren. Kommen wieder mehr Menschen in die Landeshauptstadt, steigt auch die Kaufkraft. Gaststätten, Hotels und Restaurants könnten sich wieder auf mehr Kundschaft freuen und auch Kulturangebote würden wieder von mehr Menschen genutzt werden. Schwerwiegender als die Ausschreitungen in Stuttgart sei der Schaden, der durch das Coronavirus in Baden-Württemberg entstehe, sagte der Tourismus-Chef von Stadt und Region Armin Dellnitz. Stuttgart werde sich wohl innerhalb der kommenden zwei Jahre nicht von der Krise erholen. „Da ist es gut, wenn nun verstanden wird, dass wir es nur gemeinsam schaffen und nicht jeder für sich.“

Die Auswirkungen des Coronavirus in Baden-Württemberg treffen vor allem das Nachtleben in Stuttgart besonders hart. Seit den Corona-Lockerungen vom 1. Juli sind Veranstaltungen mit bis zu 250 Personen zwar wieder erlaubt, in Clubs und Diskotheken darf jedoch weiterhin nicht getanzt werden. Bars, Restaurants und Cafés haben bereits seit 18. Mai wieder geöffnet. Die negative Publicity hält zudem an: Jüngst lästerte ein bekannter Tatort-Kommissar in einem Talk über die Stadt Stuttgart und sprach dabei von „Seen voller Kotze“.

Nach den Ausschreitungen in Stuttgart laufen die Ermittlungen der Polizei auf Hochtouren. Um die Täter zu schnappen richteten sie ein Hinweis-Portal ein, wo Zeugen Fotos und Videos hochladen können. Bereits 7.500 Videos sind dort eingegangen. Mittlerweile befinden sich 14 Verdächtige in Untersuchungshaft, gegen 37 weitere mutmaßliche Beteiligte wird ermittelt. Ein Online-Portal von Linksextremisten ruft jetzt jedoch zur Sabotage der polizeilichen Ermittlungen auf.

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