Trotz „Light“-Version

„Das beste Frühlingsfest ever“: Abgespeckte Action auf dem Wasen erntet traumhafte Rückmeldungen

Stuttgarter Frühlingsfest
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Das Stuttgarter Frühlingsfest war in diesem Jahr trotz fehlender Bierzelte ein voller Erfolg.
  • Nadja Pohr
    VonNadja Pohr
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Das Stuttgarter Frühlingsfest ist zu Ende und die Schlussbilanz fällt auf allen Seiten positiv aus - trotz Sexismus-Debatte und fehlender Bierzelte auf dem Wasen.

Stuttgart - Das Frühlingsfest in Stuttgart ist nach etwas mehr als drei Wochen Trubel auf dem Cannstatter Wasen am Sonntag (8. Mai) zu Ende gegangen. Bereits am Eröffnungswochenende lockte das Fest mehrere Tausend Besucher an. Geprägt war das Stuttgarter Frühlingsfest in diesem Jahr dennoch von vielen Höhen und Tiefen.

Stuttgarter Frühlingsfest: Bierzelt-Verbot und Sexismus-Debatte hat Stimmung nicht vermiest

Nach zweijähriger Corona-Pause startete das Fest auf dem Cannstatter Wasen am 16. April in einer „Light“-Version - ohne Bierzelte und mit Party-Verbot. In den sozialen Medien gab es hierfür reichlich Kritik. Allerdings konnte das Frühlingsfest ohne Maskenpflicht und Einlassbeschränkungen stattfinden - eine Entscheidung, die vor allem die Schausteller auf dem Festgelände begrüßten. Jedoch wartete auf einige von ihnen auch Ärger.

In der vergangenen Woche stieß die Gemeinderatsfraktion der Grünen in Stuttgart eine Debatte an: Die Motive auf den Buden der Schausteller auf dem Stuttgarter Frühlingsfest seien „eindeutig sexistisch und diskriminierend“. Die Grünen forderten Konsequenzen; die Motive sollten entfernt werden. Viele Schausteller hingegen konnten das Problem nicht nachvollziehen - einige weigerten sich, ihre Fassaden zu beschädigen, andere zeigten Einsicht.

Trotz des Bierzelt-Verbots und der Sexismus-Debatte hätte das Stuttgarter Frühlingsfest für die Schausteller jedoch nicht besser laufen können. Das zeigte bereits auch die Zwischenbilanz vor einigen Tagen. Aus Sicht der Fahrgeschäfts- und Budenbetreiber kam das Fest ohne Bierzelte sogar besser an. „Es war das beste Frühlingsfest ever“, resümiert ein Schausteller gegenüber der Stuttgarter Zeitung. Es hätte kaum Alkoholexzesse gegeben, dafür mehr Familien-Besuche, berichten die Betreiber zufrieden.

Auch Polizei und Veranstalter ziehen positive Bilanz für Stuttgarter Frühlingsfest

Auch die Polizei in Stuttgart zeigt sich zufrieden mit dem Geschehen auf dem Stuttgarter Frühlingsfest. Anders als in den Jahren vor der Corona-Pandemie hatten die Beamten rund 60 Prozent weniger Einsätze, wie Jörg Schiebe, Leiter des Polizeireviers Bad Cannstatt, mitteilte. Die Zahl der Fälle mit gefährlicher Körperverletzung ging sogar um 80 Prozent zurück.

Eine ebenso positive Bilanz zog Andreas Kroll, Geschäftsführer der Veranstaltungsgesellschaft „in.Stuttgart“. „Wir sind mit einer Light-Version an den Start gegangen, die aber schnell zu einer Vollversion wurde“, sagte Kroll. Im Vorfeld befürchteten die Veranstalter weniger Besucher durch den Wegfall der Bierzelte. Am letzten Festwochenende sei man jedoch wohl auf 1,3 Millionen Besucher gekommen, obwohl es auch Ruhetage auf dem Frühlingsfest gab. Das Feedback der Besucher fiel in den sozialen Medien ebenfalls durchweg positiv aus.

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