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Airlines streichen zahlreiche Flüge, weil Personal fehlt - Flughafen Stuttgart hält dagegen

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Von: Jason Blaschke

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Flughäfen und Airlines kämpfen infolge der Corona-Pandemie mit dramatischem Personalmangel. BW24 hat sich nach der Situation am Flughafen in Stuttgart erkundigt. 

Stuttgart – Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie und die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine sind in beinahe allen Lebensbereichen spürbar. Viele Alltags-Produkte sind massiv teurer geworden, ebenso Kraftstoffe und Energie. Hinzu kommt, dass immer mehr Waren von Lieferengpässen betroffen sind. Seit wenigen Tagen etwa sind Zigaretten in Deutschland knapp, denn unter anderem kämpft der US-Konzernriese Philip Morris mit Papiermangel.

Flughäfen fehlt das Personal: Mehr als 100.000 Flüge könnten 2022 ausfallen

In der Tabakindustrie werden die Verpackungen knapp, die Europas größter Zigarettenverpackungs-Hersteller, die Mayr-Melnhof Karton AG, zum Teil aus der Ukraine bezieht. Hinzu kommt, dass das Unternehmen mit Sitz in Wien generell über knappere Papier-Lieferungen klagt. Produktions- und Lieferkosten seien auch in der Tabakbranche deutlich spürbar, sagt Michael von Foerster vom deutschen Verband der Rauchtabakindustrie (VdR).

Passagiere stehen am Flughafen Frankfurt.
An den Flughäfen in Deutschland (Foto: Frankfurt) stellt man sich im Sommer auf Passagierzahlen ein, die dem Vor-Corona-Niveau entsprechen. © Arnulf Hettrich/Imago

In anderen Branchen mangelt es wiederum nicht an Produkten, sondern an Personal. Gerade im Dienstleistungssektor sind infolge der Covid-Pandemie viele Angestellte abgewandert, etliche Betriebe bauten zudem Stellen ab. Auch viele Flughäfen haben von der Option Personalabbau Gebrauch gemacht, was sich jetzt, wenn wieder viele Menschen verreisen möchten, bitter rächt. Alleine in Europa könnten italienischen Medienberichten zufolge bis zu 114.000 Flüge ausfallen.

NameFlughafen Stuttgart
AdresseFlughafenstraße 32, 70629 Stuttgart
Telefon0711-9480
AbteilungenSAS Stuttgart Aviation Service
FlughafencodeSTR

Flugverband spricht von „massivem Personalbedarf“ – auch in Stuttgart?

Der große Reiseanbieter TUI warnt Berichten der Bild zufolge etwa vor Engpässen bei den Sicherheitskontrollen und der Boden-Abfertigung. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) spricht von „massivem Personalbedarf“ und großen Herausforderungen. Für viele Verbraucher könnte es angesichts der Personalengpässe am Flughafen ein „schwerer Sommerurlaub werden“, resümiert Luftfahrt-Experte Andreas Spaeth gegenüber der Bild.

Am Flughafen in Stuttgart blickt man zuversichtlich, aber mit Respekt auf die Sommersaison. Im Vergleich zu anderen Flughäfen in Deutschland sei man in der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg gut aufgestellt, erklärt eine Sprecherin vom STR Airport im Gespräch mit BW24. „Wir haben in der Corona-Zeit kein Personal abgebaut und stattdessen die Kurzarbeits-Optionen genutzt.“ Alle Beschäftigten seien an Bord geblieben.

Flughafen Stuttgart: Sprecherin gibt allen Passagieren wichtigen Tipp

Trotzdem werde man sich in Stuttgart auf Passagierzahlen des Vor-Corona-Niveaus einstellen. Deshalb habe man 200 neue Stellen ausgeschrieben, wovon rund 100 schon besetzt seien, sagt die Sprecherin. „Das Jahr läuft bisher sehr gut und wir hoffen, dass es in Zukunft so weitergeht.“ Doch wie immer gelte: „Am besten zwei Stunden vor Abflug schon da sein“. Denn im Betriebsablauf könne es trotz allem gelegentlich zu Verzögerungen kommen.

Für alle Flugreisenden greift am Stuttgarter Flughafen übrigens keine Maskenpflicht mehr. Die Sprecherin zu BW24: „Das Tragen einer Maske ist im Terminal freiwillig.“ Viele Passagiere würden aber weiterhin einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Auch sei es sinnvoll, vor der Abreise zu klären, wie die Airline die Maskenpflicht im Flugzeug regelt. „Anders als am Boden greifen im Flugzeug die Vorgaben der Fluggesellschaft“, erklärt die Flughafen-Sprecherin.

Personalengpass in der Flugbranche: Lufthansa streicht rund 1000 Flüge im Juli

Der Stuttgarter Flughafen kommt mit Blick auf die Personalengpässe in der Branche gut weg. An anderen deutschen Flughäfen ist die Lage dramatischer. Berichten von 24hamburg.de zufolge streicht die Lufthansa im Juli rund 1000 Flüge wegen Personalengpässen. Davon betroffen sei auch der Flughafen in Hamburg. Auf Facebook stößt die Meldung über die Engpässe auf ein geteiltes Echo. Die einen befürchten teurere Flugpreise, wieder andere feiern es als Sieg für die Umwelt.

„Das wird die Preise weiter treiben“, schreibt etwa ein User. „Jeder eingesparte Flug ist gut für die Umwelt“, ergänzt eine andere. Ein Facebook-Nutzer, der laut eigener Aussage selbst seit 10 Jahren Flugbegleiter ist, schreibt: „Ich bin hier.“ Doch offenbar hätten die Airlines ausreichend Personal, denn er bekomme nur Absagen. Einem Teil der Facebook-Community wird die Diskussion zu viel – „Urlaub am besten dieses Jahr mit dem Auto“, ist gleich mehrfach zu lesen.

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