Empfang in jedem Zimmer

Brief an Stadt Stuttgart: Kostenloses Internet für Flüchtlingsheime gefordert

Asylbewerber gehen am 04.04.2013 in Tübingen (Baden-Württemberg) mit ihren Kindern an einer Asylbewerberunterkunft entlang.
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Stuttgart: Kostenloses Internet für Flüchtlingsheime gefordert (Symbolbild).
  • Julian Baumann
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In einem Brief an die Stadt Stuttgart fordern Flüchtlingshelfer kostenloses Internet für die Unterkünfte. Gerade in der Zeit des Coronavirus in Baden-Württemberg sei eine stabile Verbindung notwendig.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg führte zu weitreichenden Einschränkungen des öffentlichen und sozialen Lebens. Mehr als zuvor ist die WLAN-Verbindung für die Bewältigung des täglichen Lebens obligatorisch. Beispielsweise arbeiten viele Menschen von zu Hause aus. Auch Anträge, Dokumente, Arzneirezepte werden wegen des Infektionsschutzes größtenteils online ausgestellt und bearbeitet. Für die meisten Menschen ist ein Internetzugang eine Selbstverständlichkeit, doch nicht alle können sich einen solchen Vertrag leisten. In einem Brief an die Landeshauptstadt Stuttgart forderten Flüchtlingshelfer kostenloses Internet für die Unterkünfte.

In einem Schreiben an Stuttgarts Sozialbürgermeisterin Alexandra Sußmann forderten Vertreter der Stuttgarter Freundeskreise, der AK Asyl und Asylpfarrer Joachim Schlecht, Flüchtlingen kostenloses und leistungsstarkes WLAN zur Verfügung zu stellen, wie die Stuttgarter Zeitung (StZ) berichtete. Das Schreiben ging nach Angaben der Zeitung auch an die Fraktionen.

Stuttgart: Forderung nach kostenlosem Internet für Flüchtlinge - in Corona-Zeiten besonders wichtig

Die Flüchtlingsunterkünfte in Stuttgart seien unzureichend mit Internetverbindungen ausgestattet, klagen Flüchtlingshelfer nach Angaben der StZ. Eine stabile Verbindung sei jedoch vor allem in der Corona-Zeit wichtig. „Die unzureichende Ausstattung mit WLAN hat sich in den vergangenen Monaten während der Corona-Einschränkungen verschärft gezeigt“. An den Verein AK Asyl haben sich nach Angaben der StZ unter anderem Familien und Lehrkräfte mit einer dringenden Bitte gewandt. Der Verein solle sich für eine funktionierende Internetverbindung in den Unterkünften der Stadt einsetzen. Dies sei beispielsweise für Online-Sprachkurse oder einen Kontakt zu den Rechtsanwälten notwendig.

Das Schreiben an die Stadt Stuttgart nimmt laut der StZ Bezug auf eine Umfrage in 14 Unterkünften der Schwaben-Metropole. Das Einrichten einer eigenen Internetverbindung mit einem entsprechenden Router sei grundsätzlich verboten, der Zugang werde oft über Spenden finanziert und reiche nicht aus. Bislang gebe es nur an bestimmten Stellen eine stabile Verbindung, so etwa in den Räumen der Sozialarbeiter. Wegen der Ansteckungsgefahr sei es jedoch nicht möglich, dass sich mehrere Menschen gleichzeitig an den Empfangsstellen aufhalten.

Nach dem verheerenden Brand im Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos kündigte Winfried Kretschmann an, Flüchtlinge aufzunehmen und nicht „weiter tatenlos zuzusehen“.

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