Initiative Seebrücke

Stuttgart will Flüchtlinge aus ganz Griechenland aufnehmen: „Zeichen für Menschlichkeit“

Migranten tragen ihre Habseligkeiten auf einer Straße, die von Moria nach Mytilini führt.
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Stuttgart will Flüchtlinge aus griechischen Lagern aufnehmen - „Zeichen für Menschlichkeit“ (Symbolbild).
  • Julian Baumann
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Die Landeshauptstadt Stuttgart will mehr Flüchtlinge aus griechischen Lagern aufnehmen. Die erste Familie ist laut Angaben der Stadt bereits angekommen.

Stuttgart - Die Lage in den Flüchtlingscamps auf den Inseln in Griechenland ist nach wie vor fatal. Nach einem verheerenden Feuer im Lager Moria auf der Insel Lesbos kündigte Ministerpräsident Winfried Kretschmann an, Flüchtlinge aus dem Lager aufzunehmen. Die Not-Situation, in der sich die Flüchtlinge daraufhin befanden, führte in ganz Deutschland zu Diskussionen.

Baden-Württemberg gab bekannt, mehr Menschen aufnehmen zu wollen, als von der Bundesregierung gefordert. In der Landeshauptstadt Stuttgart kam es nach der Ankündigung zu einer Demonstration. Den Protestierenden ging die Landesregierung zu zögerlich vor, sie forderten die Auflösung der Lager und die Aufnahme der Flüchtlinge.

Die Landeshauptstadt Stuttgart verkündete nun, auf Initiative von Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne), 50 bis 70 Geflüchtete aus griechischen Lagern aufzunehmen, wie die Stadt am Mittwoch in einer Erklärung mitteilte. Die erste Familie sei bereits am selben Tag in der Schwaben-Metropole angekommen.

Stuttgart: Stadt will Flüchtlinge von den griechischen Inseln aufnehmen

Nach den katastrophalen Bränden auf Lesbos erklärte OB Kuhn die Bereitschaft der Stadt Stuttgart Geflüchtete aus Moria aufzunehmen. Neben der Landeshauptstadt erklärten sich auch weitere Städte dazu bereit, im Rahmen der Initiative „Seebrücke“ Flüchtlinge aufzunehmen und ihnen einen „sicheren Hafen“ zu bieten.

„Auch Stuttgart wird sich daran beteiligen, wenn der Bund angesichts der verheerenden Lage auf Lesbos Flüchtlinge von der Insel rettet und nach Deutschland holt“, sagte Kuhn. Die Stadt Stuttgart bekräftigte ihre Absicht nun erneut und will nicht nur Menschen aus Moria, sondern aus verschiedenen Lagern in Griechenland aufnehmen.

Am Mittwoch, den 28. Oktober, sei nach Angaben der Stadt bereits die erste Familie von der Insel Samos angekommen.  „Ich freue mich, dass wir nun den ersten Schutzbedürftigen aus einem griechischen Lager in Samos in unserer Stadt Schutz bieten können“, sagte Alexandra Sußmann, Bürgermeisterin für Soziales und gesellschaftliche Integration der Stadt Stuttgart. „Als Landeshauptstadt setzen wir ein Zeichen für Menschlichkeit. Wir kommen unserer humanitären Verantwortung nach, unterstützen die Initiative Seebrücke und werden auch weitere Geflüchtete von den griechischen Inseln aufnehmen.“

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