Werte überzeugen nicht

Stuttgart hält trotz besserer Luftqualität an Dieselfahrverbot fest - „geht nur noch um Schikane“

Autos fahren auf der Hauptstätter Straße in Stuttgart
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Das Diesel-Fahrverbot wird in Stuttgart weiterhin bestehen bleiben, obwohl sich die Luftqualität zuletzt besserte.
  • Nadja Pohr
    VonNadja Pohr
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Das Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge in Stuttgart soll weiter bestehen bleiben. Der Stadt zufolge werden die Stickoxid-Grenzwerte nur knapp eingehalten.

Stuttgart - Seit 2019 besteht in der Landeshauptstadt Stuttgart ein Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge. Dieselmotoren von den Herstellern Mercedes-Benz, VW und Co. mit einer Emissionsklasse von Euro 5 und schlechter dürfen seither in vielen Landkreisen in Baden-Württemberg nicht mehr fahren.

Neue Daten zeigen nun allerdings, dass die Grenzwerte für Stickoxide in Städten wie Stuttgart, Hamburg oder Berlin eingehalten werden und sich die Luftqualität spürbar verbessert. Dennoch bleibt das Fahrverbot in Baden-Württemberg bestehen, da die Voraussetzungen für eine Aufhebung noch nicht gegeben sind, wie der Spiegel berichtet.

Diesel-Fahrverbote in Stuttgart bleiben: Grenzwerte werden nur knapp eingehalten

Die Werte der Stickoxide sind nicht überzeugend genug, um die Aufhebung des Fahrverbots zu veranlassen. Zwar habe sich die Belastung in Stuttgart zuletzt halbiert, dennoch überzeugen die Zahlen nicht. „Da der Grenzwert nur knapp eingehalten wurde, sind alle ergriffenen Maßnahmen zur Reduktion der Stickstoffdioxid-Konzentrationen weiterhin notwendig“, teilt das Regierungspräsidium Stuttgart mit.

Am Messstandort Ludwigsburg wird die Schwelle noch überschritten. Die letzten beiden Standorte in Stuttgart, die die Grenzwerte noch deutlich überschritten hatten, waren „Pragstraße“ und „Talstraße“. Diese sanken 2021 jedoch ebenfalls unter die 40 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Umweltbundesamt mahnt weiter zur Verbesserung der Luftqualität

Aufgrund neuer Leitlinien für gesunde Luft durch die Weltgesundheitsorganisation mahnt das Umweltbundesamt, dass die Luft weiter besser werden müsse. Es könne durchaus zu erneuten Diskussionen über den Autoverkehr kommen. Kritik gibt es darüber hinaus auch für das Verbrennen von Holz in Kaminen, weil dabei ebenfalls Feinstaub freigesetzt wird.

Viele Bürger bringen dafür wenig Verständnis auf. „Es geht nur noch um Schikane“, findet ein Nutzer. Ein anderer beschwert sich, dass sich an das Fahrverbot sowieso keiner mehr halten würde und es auch niemand kontrolliere. Einige finden die Beibehaltung jedoch wichtig. „Sonst würden die Grenzwerte gleich wieder überschritten werden“, schreiben sie in den sozialen Netzwerken. „Darum erstmal weiter laufen lassen, bis es einige Jahre in Folge stabil bleibt“, meint ein Nutzer auf Facebook.

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