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Stuttgart denkt über Partnerschaft mit ukrainischer Stadt nach - „Friedenskerzen anzünden reicht nicht“

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Von: Nadja Pohr

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Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper bei einer Rede auf einer Demonstration
Bei der Demonstration gegen den Angriff Russlands auf die Ukraine äußerte sich auch Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU). Er betonte unter anderem die Wichtigkeit der Städtepartnerschaft mit dem russischen Samara. © Christoph Schmidt/dpa

Am Wochenende demonstrierten in Stuttgart Tausende gegen den Krieg in der Ukraine. Unter anderem wurde die Forderung nach einer neuen Städtepartnerschaft laut.

Stuttgart - Nachdem Russland die Ukraine mit Bomben angegriffen hat, vereinigten sich die Menschen auf der ganzen Welt, um gegen den Krieg zu protestieren. Auch in Baden-Württemberg gab es verschiedene Solidaritätsaktionen, die den Bürgern aber nicht weit genug gehen.

Am vergangenen Wochenende kam es in der Landeshauptstadt Stuttgart erneut zu Demonstrationen gegen den Ukraine-Krieg. Die Parteien der CDU, SPD, Grüne und FDP haben sich spontan zu einer Kundgebung am Schlossplatz versammelt. Auch Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) hatte sich daran beteiligt. „Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden und Tagen bei den Menschen in der Ukraine. Ihnen gilt unsere Solidarität“, sagte er zu Beginn der Demo.

Stuttgart: Grüne fordern ukrainische Städtepartnerschaft, Nopper hält an Verbindung ins russische Samara fest

Konrad Walter (Grüne) forderte auf der Bühne hingegen die Stadtgesellschaft auf, Position zu beziehen. Seiner Ansicht nach können die Demonstrationen nur der Anfang sein. Walter schlug vor, eine Partnerschaft mit einer ukrainischen Stadt einzugehen. „Friedenskerzen anzünden, reicht nicht“, sagte der Grüne und ergänzte, dass die Ukrainer vielmehr Waffen benötigen würden. Oberbürgermeister Nopper betonte hingegen, dass es auch wichtig sei, weiterhin an der Städtepartnerschaft mit dem russischen Samara festzuhalten.

Menschen demonstrieren in Stuttgart für die Ukraine
Menschen demonstrierten am Wochenende auf dem Stuttgarter Schlossplatz gegen den Krieg in der Ukraine. © Christoph Schmidt/dpa

Auf der Bühne sprach auch die Ukrainerin Afina und berichtete, was die Menschen in ihrer zuletzt „wunderbar aufgeblühten Stadt“ derzeit erleiden müssen, wie die Stuttgarter Zeitung berichtet. „Es ist unmöglich, ohne Tränen in den Augen zu reden“, sagte sie. In ihrer Rede sprach sie auch davon, wie sich ihre Landsleute gegen die russische Übermacht wehren und fragte sich, wie lange ihr Land das noch durchhalten werde.

Gemeinsam für Freiheit und Frieden kämpfen

Als der Angriff auf die Ukraine am vergangenen Donnerstag erfolgte, waren die Stuttgarter schockiert und äußerten, sogar Angst zu haben. Die Kreisvorsitzende der FDP, Gabriele Reich-Gutjahr, erinnerte daran, dass auch Stuttgart einst leidvoll erfahren hatte, was Krieg bedeutet und forderte deshalb die Bürger auf, „nachhaltig und energisch gegen den Krieg zu demonstrieren.“

Die Landespolitiker sind sich einig, dass es wichtig sei, gemeinsam für Freiheit und Frieden zu kämpfen. Weiterhin gibt es allerdings auch Grenzen bei den politischen Gemeinsamkeiten: Unter anderem waren Linke und AfD für die Kundgebung nicht angefragt.

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