Restaurants und Handel

Stadt Stuttgart hat sich verrechnet: doch keine Öffnungen ab Montag

Menschen in der Stuttgarter Innenstadt.
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Nach mehreren Monaten könnte bald wieder Leben in die Stuttgarter Innenstadt kommen - die Stadt plant Öffnungen mit einem neuen Konzept.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg gehen zurück. Die Landeshauptstadt Stuttgart darf jedoch erst ab Donnerstag Lockerungen und Öffnungen erlassen.

Update vom 21. Mai, 10 Uhr: Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg gehen weiter zurück. Die Landeshauptstadt Stuttgart wollte deshalb ab Pfingstmontag weitreichende Lockerungen für die Gastronomie und den Einzelhandel möglich machen. „Ab Montag 0 Uhr, sind Öffnungen möglich, wie sie die Landesverordnung vorsieht, wenn die gemeldete Inzidenz unter 100 liegt“, sagte Stadtsprecher Sven Matis auf Anfrage von BW24. Die Ankündigung der Stadt war offenbar zu vorschnell, die Landesregierung pfiff Stuttgart zurück. Denn Stuttgart hat sich offenbar verrechnet. Demnach wird am Montag, dem 24. Mai, doch noch nicht gelockert, wie der Südwestrundfunk (SWR) berichtet.

Die Landeshauptstadt Stuttgart liegt seit mehreren Tagen unter einer Inzidenz von 100. Laut den Berechnungen des Sozialministeriums sind die Kriterien für eine Öffnung der Gastronomie- und Einzelhandelsbetriebe allerdings erst am Donnerstag erreicht, berichtet der SWR. Laut der Landesregierung erreichte die Schwaben-Metropole erst am vergangenen Mittwoch, 19. Mai, erstmals eine Inzidenz unter dem Schwellenwert von 100. Damit seien am Dienstag die fünf Werktage in Folge erreicht, der Samstag zählt auch als Werktag. Die in der Bundesnotbremse verankerte Verordnung sieht Lockerungen am übernächsten Tag, also am Donnerstag, dem 25 Mai, vor.

Aktuell steigen die Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg in Stuttgart wieder leicht an. Die Inzidenz lag am vergangenen Donnerstag mit 92,9 wieder höher als am Vortag. Voraussetzung für eine Öffnung der Gastronomie und des Einzelhandels sei jedoch, dass die Inzidenz im Stadtkreis bis zum kommenden Dienstag unter der Marke von 100 bleibe. Für Lockerungen gelten laut dem SWR nicht die Zahlen des Landesgesundheitsamtes, sondern die Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI). Diese werden einen Tag nach den Zahlen des Gesundheitsamtes publiziert, das sei der Stadt bei der Berechnung zum Verhängnis geworden.

Erstmeldung vom 20. Mai: Stuttgart - Aufgrund der seit Beginn des Jahres stark gestiegenen Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg sind Gastronomiebetriebe wie Restaurants, Hotels und Co. seit mehreren Monaten geschlossen. Durch die im Dezember gestarteten Impfungen in Baden-Württemberg und Stuttgart und den verstärkten Maßnahmen stellt sich im Südwesten allmählich eine deutliche Besserung ein. Die Landeshauptstadt Stuttgart liegt mit einer 7-Tage-Inzidenz von 85,2 aktuell unter der Marke von 100 (Stand 19. Mai). Sollte dieser Wert über mehrere Tage unter dieser Marke bleiben, greifen auch in der Schwaben-Metropole die in der Bundesnotbremse verankerten Lockerungen.

Aktuell sind die Läden und Geschäfte in der Stuttgarter Innenstadt aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg noch immer geschlossen - und das bereits seit vielen Wochen. Nun rücken Lockerungen im Bereich der Gastronomie und des Handels jedoch in greifbare Nähe. Die Landeshauptstadt von Baden-Württemberg hat dafür ein völlig neues Konzept entwickelt, berichtet die Stuttgarter Zeitung. Das Konzept werde aktuell jedoch noch die Rahmenbedingungen angepasst und soll als Modellprojekt dem Land vorgeschlagen werden, sagt Stuttgarts Pressesprecher Sven Matis auf Anfrage von BW24.

Stuttgart: Konzept soll Öffnungen von Gastronomie und Handel ermöglichen

Die Öffnungsregelungen in Bezug auf das Coronavirus in Baden-Württemberg sind inzidenzabhängig. Am vergangenen Samstag, dem 15. Mai, konnten Landkreise mit einer 7-Tage-Inzidenz von unter 100 die Gastronomiebetriebe erstmals schrittweise wieder öffnen. Dazu zählten etwa der Landkreis Böblingen und der Main-Tauber-Kreis. In Bezug auf die Testpflicht vor dem Besuch eines Cafés oder Restaurants gab es jedoch Kritik. Die Testpflicht sorgte für Frust bei den Gastronomen. Nun sollen Öffnungen auch im Stadtkreis Stuttgart möglich sein, die Landeshauptstadt setzt jedoch auf ein ganz anderes Konzept. 

Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg sanken in Stuttgart verhältnismäßig schnell. Deshalb kann die Stadt nun auch zu einem Konzept greifen, das laut der Stuttgarter Zeitung schon vor einigen Wochen entwickelt wurde. Bei dem Öffnungskonzept handele es sich um ein technisches IT-System, dass die Nachverfolgung von Abständen und Kontakten besser nachvollziehbar machen soll. Teilnehmende Betriebe könnten in den Verkaufsräumen ein Gerät installieren, das die Ortung der Kunden und Besucher ermöglicht. Diese könnten sich dann mit einem negativen Corona-Test per Smartphone ausweisen und erhielten eine Art Sender, der es möglich macht, Verläufe nachzuvollziehen, berichtet die Zeitung weiter.

Eigentlich sei geplant worden, aufgrund der sinkenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg das Konzept am gestrigen Mittwoch im Verwaltungsausschuss der Landeshauptstadt zu diskutieren, berichtet die Stuttgarter Zeitung. Das sei jedoch kurzfristig zurückgezogen worden. Stuttgarts Sozialbürgermeisterin Alexandra Sußmann (Grüne) sagte, man wolle das Modellvorhaben in die Gremien einbringen. Das bestätigt auch Stadtsprecher Sven Matis auf Anfrage. Das Modellprojekt werde nach dem Vorschlag beim Land auch dem Gemeinderat zur Entscheidung vorgelegt.

Öffnungen in Stuttgart: Click & Meet ab Freitag - weitere Lockerungen ab Pfingsten

Die Landeshauptstadt Stuttgart hat an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen den Schwellenwert von 150 Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg pro 100.000 Einwohner unterschritten, heißt es in einer Allgemeinverfügung des Stuttgarter Gesundheitsamtes. Deshalb gilt ab dem morgigen Freitag, dem 21. Mai, wieder das System „Click & Meet“ im Einzelhandel. Das bedeutet, dass Einkaufen mit vorheriger Terminvereinbarung für Geimpfte, Genesene und solche mit einem negativen Testergebnis möglich ist. „Dabei ist die Kundenzahl auf einen Kunden pro 40 Quadratmeter Verkaufsfläche zu begrenzen“, erklärt Stadtsprecher Sven Matis. „Statt einer Kundin oder einem Kunden pro 40 Quadratmeter Verkaufsfläche sind auch jeweils zwei Kundinnen und Kunden ohne vorherige Terminbuchung zulässig, sofern diese einen Test-, Impf- oder Genesenennachweis vorlegen.“

Weitere Lockerungen auch für die Gastronomiebetriebe in Stuttgart sind laut der Landesverordnung in Bezug auf das Coronavirus in Baden-Württemberg erst ab Pfingsten möglich. Sollte der Schwellenwert in der Landeshauptstadt weiterhin unter einer gemeldeten Inzidenz von unter 100 liegen, werde die Stadt weitere Öffnungsmöglichkeiten am Samstag bekannt geben, sagte Matis auf Anfrage von BW24. Damit wären ab Montag auch die nächtlichen Ausgangssperren im Stadtkreis hinfällig. Doch auch dann gelten in den Gastronomiebereichen wie in Bars und Kneipen und im Handel die Hygiene- und Testkonzepte.

Gastronomie in Stuttgart: Bedingungen für eine Öffnung ab Pfingsten

Obwohl die Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg inzwischen deutlich sinken, stellt das Virus noch immer eine große Gefahr dar. Deshalb gelten auch für die Öffnung der Gastronomie und des Handels in Stuttgart ab Pfingsten bestimmte Bedingungen. „Soweit nicht anders angegeben ist die Anzahl der zeitgleich anwesenden Besucherinnen und Besucher, Teilnehmerinnen und Teilnehmer oder Kundinnen und Kunden ist auf eine Person je 20 angefangene Quadratmeter Veranstaltungs- bzw. Verkaufsfläche begrenzt“, erklärt Sven Matis. Zudem müssen die Kunden und Besucher einen negativen Corona-Test in schriftlicher oder digitaler Form vorlegen. Genesene und vollständig geimpfte Personen sowie Kinder bis einschließlich fünf Jahre sind von der Testpflicht befreit.

Aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg sind die Gastronomiebetriebe in Stuttgart noch länger geschlossen als die meisten Einzelhandelsbetriebe. Bei einer gleichbleibend niedrigen Inzidenz dürfen die Restaurants und Hotels ab Pfingstmontag wieder in der Zeit zwischen 6 und 21 Uhr öffnen. In den Innenräumen sei jedoch nur ein Gast je 2,5 angefangene Quadratmeter Gastraumfläche erlaubt, erklärt Matis. In den Außenbereichen gilt dagegen keine Personenbegrenzung. Die Maskenpflicht gilt in den Gastronomiebetrieben nicht an den Tischen, sondern nur auf den Wegen dorthin. „Heißt, Gespräche und Trinken am Tisch ist durchgehend ohne Maske möglich“, so Matis. Beim Gang zum Tresen oder zur Toilette sei jedoch eine Maske zu tragen.

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