Starker Kundenrückgang  

Kunden verstehen Corona-Lockdown falsch - mit verheerenden Folgen für Stuttgarter Innenstadt

Kaufhaus Breuninger
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Eine Aufkleber auf einer Rolltreppe im Kaufhaus Breuninger weist auf den Mindestabstand hin. Das Kaufhaus ist derzeit wie leergefegt.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Wegen des Teil-Lockdowns in Baden-Württemberg müssen Freizeiteinrichtungen wie Fitnessstudios oder Kinos schließen. Geschäfte dürfen offen bleiben - doch die Kunden kommen nicht.

Die drastischen Maßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg drücken auf die Kauflaune der Verbraucher. „Der Optimismus der deutschen Verbraucher schwindet spürbar“, sagte Rolf Bürkl vom Nürnberger Konsumforschungsunternehmen GfK gegenüber der dpa mit Blick auf die neue Studie zum Konsumklima.

Auch Händler in Stuttgart verzeichnen seit dem erneuten Corona-Lockdown in Baden-Württemberg einen drastischen Rückgang der Kundenzahlen. Die Innenstadt gleicht in diesen Tagen einer Geisterstadt. Wie Osiander-Chef Christian Riethmüller der Stuttgarter Zeitung berichtete, unterscheiden Kunden kaum zwischen Lockdown Light und Lockdown und blieben daher fern. „Viele kamen am Samstag in den Laden und meinten, sie müssten sich noch schnell für den totalen Lockdown eindecken.“ Nun seien die Frequenzen dramatisch gesunken.

Coronavirus: Teil-Lockdown hat verheerenden Folgen für Innenstadt von Stuttgart

Ähnlich erging es dem Modehaus Breuninger. Hier brachen die Umsätze bereits am ersten Tag des Lockdowns ein: Laut Konzernsprecher Christian Witt machte das Modehaus am Montag 50 Prozent weniger Umsatz. Die aktuellen Entwicklungen betrachtet Witt mit Sorge: „Der November und Dezember sind die wichtigsten Monate im stationären Handel“, betonte er gegenüber der Stuttgarter Zeitung.

Trotz der grundsätzlichen Erlaubnis, ihre Geschäfte weiterhin zu öffnen, kommt der Teil-Lockdown für viele Innenstadthändler in Stuttgart einem faktischen Lockdown gleich. Nur noch wenige Kunden finden ihren Weg ins Stadtzentrum.

Der Grund: Viele fürchten sich vor möglichen Menschenansammlungen. Um den Bürgern die Angst zu nehmen, versucht der Handelsverband Baden-Württemberg derzeit, sie auf allen Kanälen zu erreichen. Der eindringliche Appell: Einkaufen ist auch im November weiterhin sicher - trotz der Pandemie.

Teil-Lockdown in Baden-Württemberg sollte Handel eigentlich schützen

Seit dem 2. November gelten in Baden-Württemberg schärfere Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Dazu gehören massive Einschränkungen des alltäglichen Lebens. Während Restaurants, Kneipen und Bars bis zum 30. November geschlossen bleiben, dürfen Geschäfte und Supermärkte unter Hygieneauflagen weiterhin öffnen. Die Bedingung: Auf einer Verkaufsfläche von zehn Quadratmetern darf sich nicht mehr als eine Person aufhalten. Kinder werden nicht mitgezählt.

Der Privatkonsum ist eine wichtige Stütze der deutschen Konjunktur. Milliardenschwere Hilfsprogramme und Überbrückungshilfen der Politik sollen Firmen und Jobs schützen. Laut dem Handelsverband Deutschland (HDE) sollen alle Händler, die durch den Teil-Lockdown im November direkt oder indirekt einen Umsatzausfall von 70 Prozent erleiden, in das Nothilfeprogramm aufgenommen werden.

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