Soldaten in Stuttgart

Bundeswehr-Soldaten in Stuttgart gesichtet - Not-Einsatz wegen Corona-Alarm

  • Valentin Betz
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Stuttgart ist wegen steigender Corona-Infektionen Risikogebiet. Schärfere Maßnahmen sollen die Ausbreitung bremsen. Nun trafen auch Bundeswehr-Soldaten in der Stadt ein.

Stuttgart - In Stuttgart stieg die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen zuletzt auf alarmierende 71,4. Durch den Corona-Alarm in Stuttgart gelten seit Mittwoch strengere Regeln. So ist im gesamten City-Ring das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verpflichtend.

Zuvor war bereits der Kreis Esslingen als erste Region in Baden-Württemberg zum Corona-Hotspot erklärt worden. Daraufhin wurde in Esslingen bereits die Maskenpflicht in der Innenstadt eingeführt. Die Notwendigkeit hierfür wurde nicht zuletzt durch die rasante Verschärfung der Lage gerechtfertigt. Denn kurz nachdem der Landkreis zum Risikogebiet erklärt wurde, häuften sich in Esslingen die schweren Corona-Verläufe bereits.

Um die Zahl der Neuinfektionen unter Kontrolle zu bekommen, griff die Stadt Esslingen deshalb zu einer drastischen Maßnahme: Wegen des Corona-Alarms bekommt Esslingen Unterstützung von der Bundeswehr. Die Einsatzkräfte sollen helfen, Kontakte nachzuverfolgen. Auch die Stadt Stuttgart setzt jetzt beim Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg auf die Hilfe der Bundeswehr.

Bundeswehr in Stuttgart: Einsatzkräfte werden in Innenstadt gesichtet

In der Innenstadt von Stuttgart wurden am Donnerstag bereits mehrere Bundeswehr-Soldaten gesichtet, etwa in der Nadlerstraße. Doch was genau sind ihre Aufgaben? Vor wenigen Monaten erst sorgte ein Antrag des Innenministeriums von Baden-Württemberg für Empörung. Innenminister Thomas Strobl hatte Bundeswehr-Soldaten angefordert, die im Land die Einhaltung der Corona-Maßnahmen überwachen sollten. Andrej Hunko, Mitglied der Linken-Fraktion im Bundestag, zeigte sich von diesen Anträgen der Landesregierung „schockiert“.

Laut Angaben der Regierung sollen die Soldaten der Bundeswehr in Stuttgart nicht zur Überwachung eingesetzt werden, sondern zur Rückverfolgung von Infektionsketten. Insgesamt unterstützen 60 Soldaten die Stadt dabei, die Ausbreitung der Corona-Infektionen einzudämmen. Ein Sprecher des Landeskommandos Baden-Württemberg teilte der dpa mit, dass zwei Gruppen am Donnerstag und Freitag in Stuttgart eintreffen.

Bundeswehr in Stuttgart: Die Soldaten sollen dem Gesundheitsamt helfen, Infektionsketten mit dem Coronavirus nachzuvollziehen (Symbolbild).

Die Aufgabe der Einsatzkräfte des Jägerbataillons in Donaueschingen ist es, das Gesundheitsamt in Stuttgart bei den Recherchen zu den Infektionsketten zu unterstützen. Dazu werden die Soldaten der Bundeswehr zunächst zwei Tage geschult. Konkret es darum, mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg infizierte Personen anzurufen und Infektionsketten aufzuspüren.

Bundeswehr-Soldaten im Kampf gegen Coronavirus: Einsatzkräfte in Stuttgart spüren Infektionsketten auf

Darüber hinaus informieren die Einsatzkräfte der Bundeswehr Kontaktpersonen über eine Infektion mit dem Coronavirus in ihrem Umfeld. Dazu arbeiten die Soldaten einen Fragebogen des Gesundheitsamtes in Stuttgart ab, damit sie möglichst detaillierte Informationen erhalten.

Die Soldaten der Bundeswehr sollen dem Gesundheitsamt in Stuttgart zunächst bis zum 27. November helfen. Angesichts rasant ansteigender Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg ist aber durchaus möglich, dass diese so genannte Amtshilfe verlängert wird.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa & Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

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