Geld für Betroffene

Knapp eine Million Euro für „Corona-Bedürftige“ in Stuttgart: Wer Hilfe bekommt - und wie

Ein Jobcenter, vor dem Leute stehen.
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Viele Jobsuchende haben es während der Corona-Pandemie schwerer als zuvor (Symbolbild).
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Immer mehr Menschen rutschen wegen der Corona-Pandemie in die Arbeitslosigkeit oder kämpfen mit finanziellen Problemen. Bei der Stadt Stuttgart können nun Fördergelder beantragt werden.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg führt nicht nur zu schweren wirtschaftlichen, sondern auch zu sozialen Einschnitten. Die Zahl der finanziell Bedürftigen und Menschen in prekärer Lage ist in der Pandemie gewachsen. Auch jüngere Generationen sind zunehmend von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen und finden keinen Einstieg in den Beruf. Genau hier soll das Sonderprogramm „REACT-EU“ ansetzen, das Menschen, die in besonderem Maße unter den Folgen der Pandemie leiden, unterstützt. Auch die Landeshauptstadt Stuttgart beteiligt sich an dem Programm, dessen Fördermittel zu 100 Prozent von der EU stammen.

Für Stuttgart stehen demnach 990.000 Euro zur Verfügung. Diese sollen für den Erhalt von Arbeitsplätzen, die Unterstützung von Selbständigen oder Menschen in prekären Situationen eingesetzt werden. „In Stuttgart gibt es durch die Pandemie sehr viel mehr Arbeitslose“, sagt Isabel Lavadinho, Leiterin der städtischen Arbeitsförderung, im Gespräch mit BW24. „Auch Selbständige müssen immer öfter Hartz 4 beantragen.“ Mit den Fördergeldern von „REACT-EU“ will die Stadt diesen und anderen von der Pandemie gebeutelten Menschen unter die Arme greifen.

Förderung von Betroffenen der Corona-Pandemie in Stuttgart: Bewerbung bis 14. Juni

Eine Besonderheit: Antragsteller müssen keine eigenen Mittel oder zusätzliche Finanzierungen erbringen - die EU übernimmt die Förderung. Die Stadt Stuttgart koordiniert die Anträge. Wichtig zu wissen: Antragsteller sind keine Einzelpersonen, die Förderung wollen. „Der Aufruf richtet sich an Vereine, soziale Institutionen, Träger oder Unternehmen, die Menschen in Notlagen während der Corona-Pandemie unterstützen“, so Isabel Lavadinho. Bewerbungsfrist ist der 14. Juni 2021. Die Summe der Fördergelder richte sich nach der Größe des Projekts sowie Personal- und Betriebskosten. „Wir hoffen auf eine rege Beteiligung“, so Lavadinho.

Stuttgart ist aber nicht der einzige Kreis in Baden-Württemberg, der die Fördermittel von „REACT-EU“ anbietet. Über 30 weitere Stadt- und Landkreise nehmen an dem Projekt teil. Wenn ein Antrag erfolgreich war, wird das entsprechende Projekt 1,5 Jahre lang gefördert. Die Antragstellung für Stuttgart und andere Kreise erfolgt unter www.esf-bw.de.

Coronavirus in Stuttgart: „Programm unterstützt sehr gut die Linie der Stadt“

„An diesem zusätzlichen Förderprogramm beteiligen wir uns als Landeshauptstadt selbstverständlich“, sagte die Bürgermeisterin für Soziales und gesellschaftliche Integration, Alexandra Sußmann. „Das Programm unterstützt sehr gut die Linie und Bemühungen der Stadt, gute Angebote für Menschen zu schaffen, die dringend auf Unterstützung angewiesen sind. Es bietet weitere Möglichkeiten, damit in dieser schwierigen Pandemie-Phase ausreichend Angebote für Menschen geschaffen werden, die dringend Hilfe benötigen“, so Sußmann.

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