Hoffnung trotz Corona

„Open-Air-Clubs“ sollen Nachtleben in Stuttgart retten

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Mit einem neuen Konzept wollen Clubs in Stuttgart die Szene wiederbeleben.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Sie gehören zu den größten Verlierern der Pandemie - und doch geben sie nicht auf. Clubs in Stuttgart planen Schritte zurück in die Normalität.

Stuttgart - Einst pulsierte in der Landeshauptstadt Stuttgart das Nachtleben. Seit dem Ausbruch des Coronavirus in Baden-Württemberg steht die Clubszene still, manche Lokalitäten haben die Pandemie nicht überlebt. Wie 2021 trotz Einschränkungen ein Weg zurück in die Normalität gelingen könnte, zeigt das „Club Kollektiv“ in Stuttgart. Der Verband, zu dem mehrere Partylocations in der Stadt gehören, plant, im Sommer Außenflächen von Diskotheken zu bewirtschaften und so das Nachtleben wieder anzukurbeln.

„Für die Betriebe wäre es eine Chance, nach langem Betriebsverbot wieder Kontakt zum Publikum aufzunehmen“, sagte Hannah Japes, Vorsitzende des Club Kollektiv, der Stuttgarter Zeitung. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) sucht der Verband nun nach Freiflächen, die für die Bewirtung genutzt werden können. Während Innenräume wegen des Virus wohl noch für längere Zeit tabu sind, könnte es draußen klappen, hoffen die Clubbetreiber.

Nachtleben in Stuttgart: Stadt prüft Freiflächen für Bewirtschaftung

Bereits im Dezember haben die Grünen im Stuttgarter Gemeinderat einen Antrag gestellt, Freiflächen für die Bewirtschaftung zu prüfen. Nun erfolgen die ersten Schritte in Richtung Umsetzung: „In Zusammenarbeit mit dem OB, mit unserem Nachtmanager und der Wirtschaftsförderung der Stadt sind wir gerade dabei, Flächen in der Innenstadt und in verschiedenen Bezirken auf Machbarkeit zu prüfen“, sagte Tobias Rückle, Pressesprecher des Club Kollektiv, der Stuttgarter Zeitung. „Um diese Konzepte zu finanzieren, sind wir auf eine weitere Förderung, unter anderem durch die Stadt, angewiesen.“ Bis in die ersten Maiwochen müsse geklärt werden, welche Freiflächen für das Clubleben auf die neue Art und Weise infrage kämen.

Viele Stuttgarter Clubs kämpfen derzeit ums nackte Überleben. Um ein massives Club-Sterben zu verhindern, wurden bereits Nothilfen ins Leben gerufen, die das Schlimmste verhindern sollen. Nun fordern viele Betreiber, endlich auch eine Öffnungsperspektive zu bekommen. „Ich wünsche mir ein klares Bekenntnis für die Nachtökonomie und deren Stellenwert“, sagte Alexander Scholz vom Perkins Park der Stuttgarter Zeitung. „Das Ziel muss sein, weg vom unkontrollierten Feiern zu einem von der Szene akzeptierten Bereich zu kommen.“ Man müsse klarmachen, „dass Stuttgart ein sicheres und geordnetes Nachtleben auch in harten Zeiten organisieren kann“, so Scholz.

Clubs in Stuttgart: Kommen bald Open-Air-Bereiche mit Ausschank?

Wenn der Plan der Stuttgarter Clubs aufgeht, könnte das Nachtleben in der Stadt im Sommer vielleicht so aussehen: Die Clubs empfangen ihre Gäste bereits am frühen Abend, schenken Drinks an die Besucher im Open-Air-Bereich aus und die Maßnahmen zum Infektionsschutz werden eingehalten. Es wäre eine Umstellung. Doch in Pandemie-Zeiten könnte auch dieser kleine Schritt manch einem Club-Betreiber helfen. Auch in anderen deutschen Städten, beispielsweise in Fulda, fordern Kneipen und Clubbesitzer eine Perspektive, wie fuldaerzeitung.de* berichtet. *fuldaerzeitung.de ist ein Angebot von Ippen.Media.

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