Perspektive trotz Corona

Stuttgarter OB Nopper: „Rechne mit richtigem Cannstatter Wasen 2021“

Besucher gehen zur blauen Stunde über den Cannstatter Wasen, im Hintergrund steht ein Riesenrad.
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Oberbürgermeister Frank Nopper hat große Pläne für den Cannstatter Wasen 2021, er sei optimistisch, dass das Volksfest wieder stattfinden könne - trotz Corona (Symbolbild).
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Während fürs Stuttgarter Frühlingsfest eine Biergarten-Version geprüft werden soll, blickt Oberbürgermeister Frank Nopper zuversichtlich auf den Canstatter Wasen im September.

Stuttgart - Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg musste der beliebte Cannstatter Wasen sowohl im Frühling als auch im Oktober 2020 entfallen. Statt Zelt-Trubel herrschte auf dem Festplatz gähnende Leere. Volksfest-Freunde bangen darum, wie es mit Schaustellern, Bierzelten und Co. nun weitergeht. Das Jahr 2021 könnte für die Traditionsveranstaltung in der Landeshauptstadt Stuttgart Hoffnung bringen. Stuttgarts neuer Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) lässt ein „Frühlingsfest Light“ prüfen und prognostiziert für den September sogar ein klassisches Fest mit Bierzelten.

Als Perspektive für das Frühlingsfest im April kann sich Oberbürgermeister Frank Nopper eine Biergarten-Version vorstellen, wie er im Gespräch mit der Stuttgarter Zeitung erklärte. Deshalb wolle er prüfen, ob eine Außenbewirtschaftung auf dem Cannstatter Wasen mit Teststationen und Maßnahmen zum Infektionsschutz möglich sei. Noppers Plan dürfte ganz im Sinne des Wasen-Chefs Marcus Christen sein, der trotz Corona ein Frühlingsfest veranstalten möchte.

Frank Nopper: „Als Optimist rechne ich damit, dass im September wieder ein richtiges Canstatter Volksfest stattfinden kann“

„Als Optimist rechne ich damit, dass im September dann wieder ein richtiges Cannstatter Volksfest stattfinden kann“, sagte Nopper der Stuttgarter Zeitung. „Um eine launige Eröffnungsrede werde ich mich nach Kräften bemühen.“ Neben seinem Vorstoß zum Thema Wasen-Öffnung sprach sich der neue Stuttgarter OB auch dafür aus, in einem nächsten Schritt aus dem Lockdown in Baden-Württemberg die Außengastronomie zu öffnen und dafür zusätzliche Außenflächen zu nutzen. Auf städtische Gebühren will Nopper dabei im Coronajahr 2021 nach eigenen Angaben verzichten. „Wir können den Gastronomen, Einzelhändlern, Kulturschaffenden und Bürgern keinen ewigen Lockdown zumuten.“

Da das Frühlingsfest in Stuttgart bislang unter Prüfstand steht, hoffen Schausteller jetzt auf ein Entgegenkommen der Stadt. Dass im April noch kein richtiges Volksfest stattfinden kann, ist allen klar. Dennoch sind Öffnungsperspektiven erwünscht, die Schausteller zeigen sich da flexibel: „Wenn es sein muss, werden Buden und Betriebe in kurzer Zeit aufgebaut“, sagte Mark Roschmann, Vorsitzender des Schaustellerbundes Südwest, der Stuttgarter Zeitung. Stadtsprecher Sven Matis bestätigte, dass auch die Verwaltung verschiedene Szenarien bedenke und Möglichkeiten bis Mitte März auslote.

Coronavirus trifft deutsche Schausteller hart - Generationen von Familienbetrieben betroffen

Schausteller, Bierzeltbetreiber und Veranstalter von Volksfesten treffen die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus hart. Wie der Deutsche Schaustellerbund (DSB) warnte, stehen 5.000 hauptberufliche Schaustellerfamilien in Deutschland und ihre 55.000 Mitarbeiter mit dem Rücken zur Wand. Familienbetriebe, die seit vielen Generationen Schausteller sind, kämpfen ums Überleben, zahlreiche haben Insolvenz angemeldet. Problematisch ist auch der Weggang von Mitarbeitern, die neue Arbeitsstellen gefunden haben.

Im vergangenen Jahr äußerte der Schaustellerverbandschef scharfe Kritik an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: „Es hat uns empört, dass er gesagt hat, unsere Veranstaltungen seien verzichtbar für die Gesellschaft“, sagte der Präsident des DSB, Albert Ritter der Augsburger Allgemeinen. „Wir brauchen Volksfeste, um den Menschen wieder Freude zu bereiten. Was nützt es, wenn der Virus besiegt ist und die Menschen dann an Depressionen leiden?“

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