Einsatzstopp verordnet

Wegen Brandgefahr: München zieht Elektrobusse von Mercedes aus dem Verkehr

  • Sina Alonso Garcia
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Der Großbrand in einem Stuttgarter Busdepot wurde laut Ermittlern wohl von einem Mercedes-E-Bus ausgelöst. Nun ziehen die Münchner Verkehrsbetriebe Konsequenzen und nehmen das entsprechende Modell von der Straße.

München - Nach dem verheerenden Brand in einem Busdepot in Stuttgart, bei dem 25 Busse vollständig ausbrannten, erklärten Kriminaltechniker: Das Feuer ging wohl von einem E-Bus aus. Nun ziehen die ersten Verkehrsbetriebe Konsequenzen aus den Bränden. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) setzt Gelenkfahrbusse des Typs eCitaro von Mercedes außer Betrieb. Der eCitaro Mercedes soll laut Ermittlungen beim Stuttgarter Großbrand im unmittelbaren Umfeld des Brandherdes gestanden haben - und wird als Verursacher verdächtigt.

„Die MVG hat sich dazu entschlossen, die eCitaro-Gelenkbusse 5011-5020 vorerst außer Betrieb zu nehmen“, schreibt das Branchenportal tramreport.de. Bereits im Februar 2021 hatte es eine Rückrufaktion der eCitaro-Busse gegeben. Damals verordnete die Daimler-Tochter Evobus einen Einsatzstopp der Baureihe, nachdem es in einem Herstellerwerk in Mannheim gebrannt hatte. Eine Überhitzung der Fahrzeugbatterie konnte damals nicht ausgeschlossen werden. „Zu diesem Zeitpunkt standen erst zwei der heute zehn eCitaro-Busse im Dienst der MVG, welche Mitte April nach einer Anpassung beim Hersteller in den Fahrgastdienst zurückkehrten“, so tramreport.de.

Münchner Verkehrsbetriebe warten Ermittlungen aus Stuttgart ab

Laut der MVG gilt die Maßnahme nur für Busse des entsprechenden Typs und zunächst nur so lange, bis die Brandursache endgültig geklärt ist. Nach derzeitigen Erkenntnissen löste ein technischer Defekt beim Laden eines Elektrobusses das Feuer in dem Depot der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) aus. Evobus hatte den betreffenden Bus Anfang des Jahres nach Stuttgart ausgeliefert.

Bei dem Flammen-Inferno in Stuttgart im September handelte es sich bereits um den dritten Großbrand in einem Bus-Depot in diesem Jahr. So brannte im April 2021 ein Bus-Depot der Rheinbahn in Düsseldorf. 38 Fahrzeuge wurden zerstört. Im Juni traf es dann eine Halle der Hannoverschen Verkehrsbetriebe. Hier verbrannten acht Busse. Da in allen Fällen neben konventionellen Bussen auch Elektrobusse beteiligt waren, liegt die Vermutung nahe, dass ein Defekt an den Akkus oder der Ladeeinrichtung die Brandursache gewesen sein könnte.

Brennende E-Autos: Deshalb sind sie so problematisch

Bereits einen Tag nach dem Großbrand in Stuttgart wurden E-Busse als Verursacher verdächtigt. Grund für die schwer zu löschenden Brände an E-Fahrzeugen sind oftmals Kurzschlüsse an den Batterien. „In der Batterie kann es zu einer Kettenreaktion von Kurzschlüssen kommen“, schreibt das Auto-Portal mobile.de. Selbst wenn das Feuer gelöscht ist, kann es an anderer Stelle wieder aufflammen. Einmal in Brand gesetzt, erzeugt eine Akkuzelle einen Brand nach dem anderen, so das Portal.

Rubriklistenbild: © MVG/Kerstin Groh

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