Zwei Wochen nach der Ausschreitung

Stuttgart: Video zeigt brutale Prügelei in der Innenstadt - und geht viral

Polizisten bei einem Einsatz in Stuttgart.
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Seit den Ausschreitungen im letzten Jahr zeigt die Stuttgarter Polizei mehr Präsenz.
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Immer wieder landet die Landeshauptstadt Stuttgart in den Schlagzeilen - mit negativen Berichten. Im Netz verbreitet sich aktuell ein Video, das eine Schlägerei am Schlossplatz zeigt.

Stuttgart - Die Aufnahme, die seit dem Wochenende auf Portalen wie Twitter kursiert, hat es in sich: Zwischen der Freitreppe am Schlossplatz und dem Königsbau geht eine Gruppe junger Männer aufeinander los, ein Mann wird brutal zu Boden geschlagen, bleibt bewusstlos liegen. Szenen, wie sie in der Landeshauptstadt Stuttgart in letzter Zeit häufiger vorkommen. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, entstand das Videomaterial jedoch bereits in der Nacht auf den 27. Juni. Inzwischen geht das Video regelmäßig viral.

Stuttgart: Die polizeilichen Ermittlungen dauern an

Das Video sowie weitere Aufnahmen wurden dem Stuttgarter Polizeipräsidium bereits zugespielt. Aktuell laufen dort Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung. Bei dem brutal niedergeschlagenen Mann handelte es sich um einen 20-Jährigen aus Stuttgart. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht und konnte nach drei Tagen wieder entlassen werden. Von dem brutalen Angreifer fehlt bisher jedoch jede Spur.

Ein dramatischer Vorfall, der die Menschen der Region auch Wochen später noch bewegt: „So grausam und gewaltvoll ist Stuttgart, eine Stadt, die in den Abendstunden für viele Menschen zur Todesfalle wird“, schreibt eine Twitter-Userin über das Video. Eine Meinung, die offenbar viele im Netz teilen. Vor allem ein Ruf nach Gerechtigkeit wird in den Kommentaren laut. „Es wird Zeit, dass man ein höheres Strafmaß anwendet“, schreibt etwa ein Nutzer aufgebracht.

Erinnerungen an Stuttgarter Krawallnacht werden wach

Die aktuellen Aufnahmen erinnern stark an die erste Krawallnacht in Stuttgart im Juli 2020, bei der es zu Auseinandersetzungen zwischen Feiernden und Polizisten gekommen war. Die Ausschreitungen hatten bundesweit für Aufsehen gesorgt. Um weitere Krawalle zu verhindern, rüstet die Polizei in Stuttgart auf und setzt auf mehr Präsenz.

Weitere Konsequenzen folgten: Der Ausgangspunkt vieler Übergriffe, die Freitreppe am Schlossplatz, wurde zeitweise gesperrt. Für andere beliebte Plätze wie den Marienplatz und den Feuersee sprach die Stadt Stuttgart Ende Juni ein nächtliches Aufenthaltsverbot aus. Um Mitternacht müssen die besagten Plätze geräumt werden. Zudem wurde die Videoüberwachung in der Innenstadt weiter ausgebaut.

Völlig verhindern konnten diese Maßnahmen weitere Übergriffe zwar nicht, doch Extremsituationen wie in dem genannten Prügel-Video gehören zum Glück nicht zur Regel. Erst vergangenes Wochenende feierten rund 400 Jugendliche mitten in Stuttgart friedlich auf dem Marienplatz. Einziges Manko: Die Feiernden hinterließen Scherben und Müll. Laut Polizei gab es am dort Samstag keine größeren Vorkommnisse, lediglich kleine Auseinandersetzungen oder Bagatelldelikte.

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