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„Unter aller Sau“: Netz wütet über Bahnchaos in Stuttgart

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Von: Nadja Pohr

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Reisenden stehen am Hauptbahnhof Stuttgart
Für zahlreiche Bahnfahrer war in Stuttgart erstmal Endstation. Ein Kurzschluss an einer Oberleitung führte zu einem kompletten Ausfall sämtlicher Züge und S-Bahnen (Symbolbild). © Bernd Weißbrod/dpa

Eine kaputte Oberleitung sorgte in Stuttgart für ein regelrechtes Bahnchaos am Hauptbahnhof. Die Folgen hallen immer noch nach - auch im Netz.

Stuttgart - Am Samstag (9. Juli) löste ein Kurzschluss an einer Oberleitung am Hauptbahnhof Stuttgart ein wahres Bahnchaos aus. Der Fern- und Regionalverkehr fiel kurzzeitig komplett aus oder wurde umgeleitet. Reisende waren vorerst in der Landeshauptstadt gestrandet. Erst am Abend fuhren ICE, Regionalzüge und S-Bahnen den Hauptbahnhof wieder an.

Dennoch ist der Bahnverkehr in Baden-Württemberg auch am Montag (11. Juli) noch eingeschränkt. Die S-Bahn-Linien S1 bis S6 fahren im Halbstundentakt wieder über die Haltestelle Hauptbahnhof. Voraussichtlich bis Donnerstag (14. Juli) wird das Bahnchaos noch Folgen nach sich ziehen, wie die Stuttgarter Zeitung (StZ) berichtet. Im Netz hält die Wut der Fahrgäste an, die das Verhalten der Deutschen Bahn nach dem Fiasko scharf verurteilen.

Fahrgäste in Stuttgart beschweren sich über Bahnversagen: „Eine Vollkatastrophe“

In den sozialen Medien ist die Ursache für das Bahnchaos und die defekte Oberleitung in Stuttgart klar: Seit Jahren versage man bei der Instandhaltung des Schienenverkehrs. „Die Bahn in Stuttgart ist marode, weil über Jahre die Infrastruktur für Autos geschaffen wurde“, vermutet ein Facebook-Nutzer. Die Strecken seien marode und schlecht, lautet das vernichtende Urteil der Community. „Sind solche Zustände eines derart hoch industrialisierten Landes würdig?“, fragt sich ein User auf Twitter. „Es tut einem überzeugtem Bahnfahrer weh zu sehen, wie schlecht die Störung am Stuttgarter Hauptbahnhof bewältigt wird“, schreibt ein anderer.

Der Verkehrsverbund in Stuttgart und die Deutsche Bahn versuchten über ihre Kanäle auf Twitter weitestgehend über die Ausfälle und Änderungen zu informieren. Scheinbar war das Ausmaß jedoch zu groß und nicht alle Reisenden wurden aufgeklärt. „Was die Deutsche Bahn an (nicht vorhandener) Informationspolitik bezüglich der Probleme in Stuttgart betreibt, ist unter aller Sau“, schrieb eine Nutzerin am Wochenende. „Ohne Hilfe vor Ort und ohne Info. Kein Ersatzverkehr und keine kreativen Lösungen“, beschreibt ein anderer die Situation an den Bahnhöfen.

Viele Nutzer fürchten auch, dass der Totalausfall weitere Konsequenzen nach sich ziehen wird. „Die Hauptgespräche, die man hörte, sind: ‚Nie wieder Bahn‘. Das ist für die Verkehrswende eine Katastrophe, weil die Leute das ernst meinen“, äußert ein User. „Aber Hauptsache, die Preise werden weiter erhöht“, kritisiert ein Facebook-Nutzer. Dennoch zeigen sich einige Menschen im Netz auch dankbar für die verständnisvollen Mitarbeiter, die ihr Bestes getan hätten.

Ursache für Kurzschluss weiterhin unklar - Reparaturen in Stuttgart dauern an

Wie es zu dem Kurzschluss an der Oberleitung im Stuttgarter Hauptbahnhof kommen konnte, ist immer noch unklar. Ein Bahnsprecher teilte der StZ mit, dass man dazu keine Aussage treffen könne. Bekannt ist nur, dass der Schaden um 11.11 Uhr am Samstag aufgetreten war. Im Anschluss rückte die Feuerwehr aus, da im Gleisbereich der Rosensteinstraße im Nordbahnhofviertel eine rauchende Oberleitung gemeldet worden war.

Weil der Schaden sich nicht nur auf die Oberleitung beschränkt, sondern auf einige Teile der Leit- und Sicherheitstechnik, dauern die Reparaturen an. „Seit dem Wochenende arbeiten Dutzende Techniker rund um die Uhr an den notwendigen Reparaturen“, erklärte ein Bahnsprecher. Viele Reisende und Pendler werden in den kommenden Tagen die Bahn nach diesem Chaos wohl dennoch meiden.

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