Stuttgart Bad-Cannstatt

Zeugen melden einen Mann mit Pistole am Bahnhof - die Waffe ist nicht das, was die Polizei erwartete

Blick in die Bahnhofshalle in Bad Cannstatt
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Die Polizei Stuttgart rückte zum Bahnhof Bad Cannstatt aus, weil ein Mann mit Waffe Passanten Angst machte
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Ein kurioser Fall führte am Montag am Bahnhof Bad-Cannstatt zu einem Polizeieinsatz. Zeugen meldeten einen Mann mit einer Pistole. Die Waffe war jedoch nicht das, was die Beamten erwartet hatten.

  • Mehrere Streifen der Landes- und Bundespolizei rückten am Montag zum Bahnhof in Stuttgart im Stadtteil Bad-Cannstatt aus.
  • Zeugen meldeten zuvor einen Mann, der eine Pistole mit sich führte.
  • Die Waffe war nicht das, was die Beamten erwarteten. Der Mann muss jedoch trotzdem mit einer Anzeige rechnen.

Stuttgart - Am Montag beschäftigten sich in Stuttgart mehrere Streifen der Landes- und Bundespolizei mit einem ungewöhnlichen Fall. Zeugen meldeten gegen 14:15 Uhr einen Mann am Bahnhof in Bad-Cannstatt, der angeblich eine Pistole mit sich führte. Der Mann fuhr in einer S-Bahn der Linie S1 Richtung Kirchheim unter Teck.

Laut Angaben der Bundespolizeiinspektion Stuttgart war der Verdächtige der Polizei bekannt. Mithilfe einer Personenbeschreibung fanden die Beamten den Mann in Stuttgart auf dem Bahnsteig. Sie nahmen ihm die angebliche Pistole aus der Hand.

Stuttgart: Mann mit einer ungewöhnlichen Waffe am Bahnsteig in Bad-Cannstatt

Die Polizeibeamten stellten schnell fest, dass es sich bei der angeblichen Pistole um eine Spielzeugwaffe handelte. Der Mann hatte mit der Spielzeugpistole nach Angaben der Polizei in Stuttgart niemanden bedroht. Die Polizisten durchsuchte den Mann anschließend. Sie fanden mehrere Parfumflaschen, die als mutmaßliches Diebesgut sichergestellt wurden. Der deutsche Staatsbürger mit Wohnsitz in Stuttgart muss nun wegen Verdachts des Diebstahls und des Führens einer Anscheinswaffe mit einer Anzeige rechnen.

Die Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Stuttgart für das Jahr 2019 zeigt, dass Raubdelikte in der Region eine untergeordnete Rolle spielen. Die Straftaten haben seit Jahren einen Anteil von 0,9 Prozent der Gesamtkriminalität im Zuständigkeitsbereich. Auch bei den Diebstahlsdelikten zeigt sich ein Rückgang. Die Polizei Stuttgart schreibt den Rückgang der Straftaten im Jahr 2019 den Ermittlungserfolgen zu. Den Beamten gelangen im letzten Jahr mehrere Festnahmen von Serieneinbrechern.

Die Gewalt gegen Polizeibeamte nahm jedoch zu. Laut der Statistik der Polizei Stuttgart stiegen die Widerstände gegen Polizisten im Jahr 2019 auf 325. Im Vorjahr lag die Zahl bei 309. Die tätlichen Angriffe auf die Beamten stiegen von 403 im Jahr 2018 auf 410. „Unsere Polizistinnen und Polizisten verdienen Respekt für ihren Dienst und ihren Einsatz. Wer die rote Linie überschreitet, sei es verbal oder durch Gewalt, muss mit Konsequenzen rechnen“, sagte Polizeipräsident Frank Lutz. Die Gewalt gegen die Polizei zeigte sich im Juni diesen Jahres besonders deutlich. Bei Ausschreitungen in Stuttgart verletzten Randalierer insgesamt 19 Polizisten. Sie warfen mit Flaschen und Steinen auf die Beamten. Die Randalen begannen am Eckensee im Zentrum von Stuttgart.

Am ersten Juliwochenende kam es in Stuttgart zu einem Überfall auf eine junge Frau. Die 23-Jährige war in der Nacht auf Montag an einer Tankstelle in der Nähe der Universität. Zwei bislang unbekannte Männer sprachen sie an. Einer gab ihr einen 50 Euro Schein und bat sie, in der Tankstelle Alkohol zu kaufen. Bei der Rückkehr der Frau forderte er das Geld zurück. Die Situation eskalierte. Der Mann schlug die Frau nieder und beraubte sie um mehrere Hundert Euro.

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