Trotz Kritik im Netz

Klimaaktivisten wollen trotz Verbot Stuttgarter Straße blockieren - „Hoffentlich bekommen sie ihre Quittung“

Klimaaktivisten blockieren Bundesstraße 10 in StuttgartDie Aktivis
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Die Aktivisten von „Aufstand der letzten Generation“ blockierten bereits am 31. Januar die B10 in Stuttgart.
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Die Aktivisten der Gruppe „Aufstand der letzten Generation“ kündigt weitere Straßenblockaden in Stuttgart an. Dafür gibt es seitens der Bevölkerung viel Kritik.

Stuttgart - Egal ob gegen Stuttgart 21, die Corona-Politik in Baden-Württemberg oder für das Klima - die Landeshauptstadt Stuttgart ist seit Jahren Zentrum und Treffpunkt für Aktivisten. Nicht immer laufen die Demonstrationen friedlich ab. In der Vergangenheit kam es zu Konfrontationen mit der Polizei, etwa bei einer „Black Lives Matter“-Demo im Juni 2020.

Aktuell zieht eine Umwelt-Aktivisten-Gruppe in Stuttgart die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich. Denn nicht jeder ist mit dem Vorgehen der Gruppe „Aufstand der letzten Generation“ einig. Am Montag (31. Januar) blockierten die Demonstranten die B10 in Stuttgart und brachten den Verkehr für knapp eine Stunde zum Erliegen. Die Polizei Stuttgart trug die Aktivisten schließlich von der Fahrbahn. Mit der Aktion zogen die sechs Demonstranten vor allem den Unmut vieler Autofahrer auf sich.

Nichtsdestotrotz will die Gruppierung am Freitag (4. Februar) erneut eine Straßenblockade errichten. Schon nach der letzten Aktion hagelte es auf Social Media Kritik.

Klima-Aktivisten aus Stuttgart werden auf Social Media kritisiert: „Hoffentlich bekommen sie ihre Quittung“

„Das ist in mehrfacher Hinsicht strafbar: Nötigung, gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr. Hoffentlich bekommen diese Herrschaften ihre Quittung“, ärgert sich ein Facebook-Nutzer in einem Kommentar über die Straßenblockade vom 31. Januar. Viele teilen diese Meinung: Das Vorgehen der Aktivisten gehe zu weit. „Das ist Eingriff in den öffentlichen Straßenverkehr“, meint ein Mann genervt. Andere weisen auf die Gefährlichkeit einer solchen Straßenblockade hin. „Welch Glück die bisher hatten, dass alle Fahrzeuge rechtzeitig bremsen konnten. Man soll aber sein Glück nicht unnötig auf die Probe stellen“, schreibt ein anderer User.

Die Aktivisten fordern, dass Lebensmittelverschwendung unter Strafe gestellt wird. Um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen, blockierten sie die Bundesstraße.

Insgesamt zeigt die Facebook-Community nur wenig Verständnis für die Aktivisten. Nichtsdestotrotz wollen Moritz Riedacher, einer der Aktivisten, und seine Mitstreiter am Freitag nochmal aus Protest auf die Straße gehen. Damit will die Gruppierung die Bundesregierung zum Handeln zwingen. „Bisher wurden wir mit unseren Forderungen und Aktionen ignoriert. Das ist enttäuschend, aber auch der Grund, warum wir diese Blockaden weiterführen werden“, sagt Moritz Riedacher gegenüber der Stuttgarter Zeitung.

Ihre Forderungen: Lebensmittelverschwendung soll unter Strafe gestellt werden. „Wir sehen absoluten Handlungsbedarf vonseiten der Bundesregierung, denn wir befinden uns mitten in einer Klimakrise“, so der Aktivist weiter. Die Demonstranten von „Extinction Rebellion“ wählten eine andere Form des Protests: Die Klimaaktivisten färbten Brunnen in Stuttgart grün ein.

Aktivisten wollen in Stuttgart erneute Straßenblockade errichten - Krise sei „schlimmer als ein Stau“

Wichtig sei es seiner Gruppierung jedoch, die Forderungen friedlich zu vertreten, so Moritz Riedacher. „Wir richten uns nicht gegen die Polizei oder Autofahrer, sondern wollen Druck auf die Bundesregierung aufbauen“, betont er. Mit Rücksicht auf die zwei getöteten Polizisten aus Rheinland-Pfalz habe man weitere Straßenblockaden seit Montag ausgesetzt. Am Freitag (4. Februar) will die Gruppierung jedoch wieder auf die Straße gehen.

Wo genau die Blockade stattfinden soll, behält der Aktivist allerdings für sich. Denn nur so könne die Aktion unberechenbar bleiben. Dass ihnen Strafen drohen, störe sie nicht. „Den Platzverweis, den wir für die Aktion am Montag bekommen haben, nehmen wir für unsere Forderungen in Kauf“, sagt Moritz Riedacher. „Unser Ziel ist, pro Tag so viele Störaktionen zu machen, wie es für die Aktivisten mental leistbar und für lebenswichtige Maßnahmen notwendig ist.“

Auch dass Riedacher und seine Gruppe bei den Autofahrern mit den Blockaden für Unmut sorgen, nimmt der Aktivist gelassen. Es tue ihnen leid, zu solch einem Mittel greifen zu müssen. Aber die Konsequenzen der Krise seien „schlimmer als ein Stau“, so Moritz Riedacher. Von der Lokal- oder der Landespolitik hat die Gruppierung bisher keine Reaktion erhalten. Ein Grund mehr für den jungen Mann und seine Mitstreiter, weiterzumachen.

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