Aufruf zur Sabotage

Ausschreitungen in Stuttgart: Linksextremisten fluten Hinweisportal der Polizei mit Spam-Videos, um Ermittlungen zu behindern

Randalierer vor einem Geschäft auf der Königstraße während der Ausschreitungen in Stuttgart
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Während der Ausschreitungen in Stuttgart zogen bis zu 500 Personen durch die Innenstadt und randalierten - die Polizei wird jetzt bei ihren Ermittlungsarbeiten gestört.
  • Anna-Lena Schüchtle
    vonAnna-Lena Schüchtle
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Nach den Ausschreitungen in Stuttgart laufen die Ermittlungen der Polizei auf Hochtouren. Eine Online-Plattform von Linksextremisten ruft jetzt zur Sabotage auf. Mithilfe von Spam-Videos sollen die polizeilichen Ermittlungen behindert werden.

  • Nach den Ausschreitungen in Stuttgart laufen die Ermittlungen der Polizei auf Hochtouren.
  • Um Fotos und Videos von der Krawall-Nacht in der Landeshauptstadt zu bekommen, richtete die Polizei ein Hinweis-Portal ein.
  • Eine Online-Plattform von Linksextremisten ruft nun zur Sabotage der Polizeiarbeit auf. Spam-Videos sollen die Ermittlungen stören.

Stuttgart - Knapp drei Wochen liegen die Ereignisse rund um die Ausschreitungen in Stuttgart zurück, die auch international für Aufsehen gesorgt hatten. In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni waren 400 bis 500 vor allem junge Menschen ausgehend vom Oberen Schlossplatz durch die Innenstadt gezogen, randalierten, verletzten Beamte der Polizei und richteten einen geschätzten Sachschaden in Millionenhöhe an. Seitdem wurden viele Maßnahmen getroffen, um eine Wiederholung der Ausschreitungen in Stuttgart zu verhindern. Aktuell wird auch über ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen wie dem Schlossgarten diskutiert.

Stadt und Polizei bezeichneten die Randalierer eher unglücklich als Mitglieder der „Partyszene“ und wurden dafür scharf kritisiert. Um die Täter der Ausschreitungen in Stuttgart zu identifizieren, laufen die Arbeiten der Polizei seit Wochen auf Hochtouren. Insbesondere auf Hinweise der Bevölkerung sind die Beamten angewiesen. Während der Randale waren viele Unbeteiligte vor Ort gewesen, die den Ermittlern wichtige Hinweise geben könnten.

Ausschreitungen in Stuttgart: Hinweisportal der Polizei wird von Linksextremisten sabotiert

Viele unbeteiligte Personen haben während der Ausschreitungen in Stuttgart auch Videos und Fotos gemacht. Für die Ermittlungen hat die Polizei online ein Hinweisportal eingerichtet, wo Zeugen diese hochladen können. Fotos und Videos sind für die Ermittlungen wichtig, um weitere Täter identifizieren zu können. Mittlerweile befinden sich 14 Verdächtige in Untersuchungshaft, gegen 37 weitere mutmaßliche Beteiligte wird ermittelt.

Um die Ermittlungsarbeiten zu behindern, rufen jetzt Linksextremisten auf der linken Internetseite Indymedia dazu auf, das eingerichtete Hinweisportal mit Videos zu überfluten, die nichts mit den Ausschreitungen in Stuttgart zu tun haben. Das bestätigte die Polizei gegenüber dem SWR. Mittlerweile wurden den Beamten bereits mehr als 7.500 Videos zur Krawallnacht zugespielt. Jedes einzelne von ihnen muss von einem Polizisten begutachtet und ausgewertet werden. Das kostet Zeit - vor allem, wenn sich unter den echten Hinweis-Videos auch diverse Spam-Videos befinden. Immerhin: Einen Server-Absturz hatten die zweifelhaften Bemühungen der Linksextremisten nicht zur Folge. Bei Indymedia handelt es sich um eine linke Internet-Plattform, die angeblich in Freiburg betrieben wird und vom Verfassungsschutz erst kürzlich als Verdachtsfall im Bereich Linksextremismus eingestuft wurde.

Nach Ausschreitungen in Stuttgart laufen Ermittlungen der Polizei auf Hochtouren

Die Ausschreitungen in Stuttgart bedeuteten einen weiteren Schlag für das ohnehin bereits angekratzte Image der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg. Durch Stuttgart 21, Fahrverbote und die Proteste gegen die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in Baden-Württemberg wurde der Ruf der Stadt in letzter Zeit immer schlechter. Damit sich das ändert, wurde erst kürzlich ein neues Projekt ins Leben gerufen, das daran arbeitet, das Image der Stadt wieder zu verbessern und neue Touristen anzulocken.

Stuttgarts Polizeipräsident Franz Lutz erklärte bei einer Gemeinderatssitzung am Donnerstag das Vorgehen der Ermittlungsgruppe Eckensee. Auf Kritik stieß vor allem die Untersuchung von möglichen Migrationshintergründen der Tatverdächtigen. In einer Pressemitteilung erklärte die Polizei Stuttgart die Ziele der Ermittlungen und warum der Migrationshintergrund der Täter so wichtig ist.

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