Zustände in der Landeshauptstadt

„Tinder-Massenveranstaltung“ und „Seen voller Kotze“: Bekannter Tatort-Kommissar lästert gnadenlos über Stuttgart

  • Anna-Lena Schüchtle
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Nach den Ausschreitungen vor gut drei Wochen ist Stuttgart auch weiterhin in aller Munde. In einem Interview zog Tatort-Schauspieler Fabian Hinrichs nun gnadenlos über die Landeshauptstadt von Baden-Württemberg her.

  • Nach den Ausschreitungen in Stuttgart suchen Stadt und Polizei nach den Ursachen und weiteren Tätern.
  • In einem Interview lässt Tatort-Kommissar Fabian Hinrichs kein gutes Haar an der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg.
  • Der Schauspieler spricht von „Seen voller Kotze“ und einer „merkwürdigen Kraft" in der Innenstadt von Stuttgart.

Stuttgart - Wie kam es zu den Ausschreitungen in der Landeshauptstadt Stuttgart? Welche Umstände führten dazu, dass die Gewalt in der in der Nacht von 20. auf 21. Juni eskalierte? Über die Ursachen für die Randale in Stuttgart wird nicht nur in Deutschland viel diskutiert. Auch im Ausland versuchte man die Vorfälle einzuordnen und fand zum Teil drastische Worte. Teile der Politik und Polizei fordern derweil ein Alkohol-Verbot auf öffentlichen Plätzen wie dem Schlossgarten als Maßnahme gegen eine Wiederholung der Vorkommnisse.

Die Menschen vor Ort fürchten sich, dass die Landeshauptstadt nicht zuletzt wegen der Ausschreitungen in Stuttgart unter einem Image-Problem leidet. Ein neues Projekt soll daher helfen, den angekratzten Ruf von Stuttgart aufzupolieren, um wieder mehr Touristen anzulocken. Das scheint auch nötig zu sein, denn auch neutrale Beobachter sehen die Situation in Stuttgart kritisch. Unlängst ließ beispielsweise Schauspieler Fabian Hinrichs kein gutes Haar an der Landeshauptstadt.

In einem Interview lässt Tatort-Schauspieler Fabian Hinrichs kein gutes Haar an Stuttgart und spricht von „Seen voller Kotze“.

Nach Ausschreitungen in Stuttgart: Tatort-Kommissar lästert in einem Interview über die Zustände in der Landeshauptstadt

Bekannt ist Fabian Hinrichs als Kommissar im Franken-Tatort. Seit 2015 verkörpert er in diesem die Rolle des Felix Voss. Vergangenen Freitag gastierte der Schauspieler in der Sendung „Leute“ des Südwestrundfunks (SWR) und nahm dort kein Blatt vor den Mund als es um die Zustände in der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg ging. Zunächst bezog sich das Gespräch nicht direkt auf die Ausschreitungen in Stuttgart, sondern lediglich auf die Unterbringungsart des Tatort-Kommissars vor Ort. So sei seine Unterkunft beispielsweise nicht so toll gewesen: „Es gilt als gutes Hotel, ist aber sehr laut gewesen ... und auch abgewohnt“, erzählte Hinrichs der Moderatorin. Laut sei es vor allem deshalb gewesen, „weil da die Leute im Park bis drei Uhr nachts saufen. Es kommt einem so vor wie eine Tinder-Massenveranstaltung.“

Bei seinen Schilderungen könnte man im ersten Moment meinen, Fabian Hinrichs erzähle von einer Nacht in Gotham-City, nicht aber in einer der reichsten Städte Deutschlands. „Wenn ich hier mal einen Film gedreht habe, dann habe ich erlebt, dass unglaublich viel Kotze rumliegt“, berichtete der Tatort-Kommissar von seinen Erfahrungen in Stuttgart. Es sei ein merkwürdiges Bild auf der Königstraße: „Da sieht man geschlossene Läden am Sonntag und davor Seen oder Teiche voller Kotze.“ Die Einschätzung des Schauspielers passt zur Stimmung, die durch die Bilder von den Ausschreitungen in Stuttgart vermittelt wurde. Im Interview sprach Hinrichs von einer „virilen Energie in der Innenstadt“. An der Randale beteiligten sich zumeist junge Männer, die vom Oberen Schlossplatz aus durch die Innenstadt gezogen waren.

Ausschreitungen in Stuttgart: Tatort-Schauspieler meint, dass die Stadt etwas nicht im Griff hat. Polizei ermittelt weiter wegen der Ausschreitungen in Stuttgart

Auf Nachfrage der Moderatorin sagte der Schauspieler, die Stuttgart habe nach seiner Auffassung etwas nicht im Griff. Abends sei „auf jeden Fall eine merkwürdige Kraft da“, sagte Hinrichs und spricht davon, dass er sich allein zwar nicht direkt bedroht fühle. Dem Zuschauer vermittelt er jedoch durchaus den Eindruck, dass ein „schwarzer Gürtel“ nicht schaden kann, wenn man abends in der Stuttgarter Innenstadt unterwegs ist.

Um die Täter der Ausschreitungen in Stuttgart zu finden und geeignete Präventionsmaßnahmen für die Zukunft zu finden, laufen die Ermittlungen der Polizei derweil auf Hochtouren. Bereits 14 Verdächtige befinden sich in Untersuchungshaft, gegen 37 weitere mutmaßliche Beteiligte wird von den Beamten ermittelt. Eine Online-Plattform von Linksextremisten ruft jedoch mit Hilfe von Spam-Videos zur Sabotage auf.

Rubriklistenbild: © ebastian Gollnow/dpa

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