Ruhestörung zu später Stunde

„Hotspots“: Stuttgart verhängt neue Aufenthaltsverbote in der Stadt

Der Feuersee in der Stuttgarter Innenstadt
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Neben dem Marienplatz ist auch der Feuersee vom Aufenthaltsverbot betroffen.
  • Berkan Cakir
    VonBerkan Cakir
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Stuttgart verbietet den Aufenthalt an mehreren Standorten. Zuletzt hatten sich hunderte Menschen an „Hotspots“ versammelt, dort bis in die Morgenstunden gefeiert und Müll hinterlassen.

Stuttgart - Die Landeshauptstadt Stuttgart verhängt für den Marienplatz und den Feuersee ein Aufenthaltsverbot. Am Donnerstag verkündete das Rathaus, dass das Verbot von kommendem Samstag 24 Uhr bis Sonntag 6 Uhr gilt. In dieser Zeit dürfen sich keine Besucher mehr an den betroffenen Standorten aufhalten. Grund dafür seien Sicherheits- und Sauberkeitsbedenken.

An den vergangenen Wochenenden fanden sich insbesondere am Feuersee und am Marienplatz zahlreiche Menschen ein, um bis tief in die Nacht zu feiern. Anwohner beschwerten sich regelmäßig über Ruhestörung und starke Vermüllung der Plätze. Die Stadt setzt mit dem Verbot nun den Party-„Hotspots“ ein vorzeitiges Ende.

Stuttgart hat an vielen Plätzen ein zunehmendes Müllproblem

„Viele Plätze wurden durch Besucherinnen und Besucher leider rücksichtslos vermüllt. Wir werden die Reinigungsfrequenz stark erhöhen und wir werden mehr Sicherheitskräfte einsetzen“, so Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper in der Pressemitteilung.

Neben dem Feuersee und dem Marienplatz hat die Landeshauptstadt auch an anderen Plätzen ein zunehmendes Müllproblem. Am Schlossplatz, wo an den warmen Wochenenden ebenfalls hunderte Menschen zusammen kamen, am Höhenpark und am Max-Eyth-See türmen sich die Müllberge. Bereits im vergangenen Jahr sorgte die Vermüllung des Marienplatzes in Stuttgart für Ärger.

Stuttgarter Feuersee ist an den vergangenen Wochenenden besonders von Ruhestörung betroffen gewesen

Proteste gegen die Vermüllung in der Stadt gab es bereits, wenngleich zu einem anderen Anlass. Im April brachte ein Stuttgarter Verein Schriftzüge am Boden an, die unachtsam weggeworfene Zigarettenkippen anprangerten. Die Aktion sollte eine Abrechnung mit „inkompetenten Rauchern“ in Stuttgart sein.

Betroffen von Ruhestörungen sind insbesondere die Anwohner am Marienplatz und Feuersee. Der Bürgermeister für Sicherheit und Ordnung, Clemens Maier, sagte über die zunehmende Lautstärke zu später Stunde: „Die Stimmung ist bis zu einem gewissen Zeitpunkt ausgelassen und fröhlich, allerdings nimmt der Lärm dann mehr und mehr für die jeweilige Anwohnerschaft unerträgliche Züge an. Feiern bis in den Morgen auf Kosten der Nachtruhe aller Anwohner ist nicht dauerhaft duldbar.“ Über eine Sperrung komme man daher nicht herum.

Stuttgarter Polizei will entschiedener vorgehen

Die Stadt hat zudem einen „Dienstleister“ beauftragt, der am Wochenende mit 20 Mitarbeitern an besonders stark frequentierten Plätzen auf Streife gehen wird. Sie sollen die Anlagen am Marienplatz, Erwin-Schöttle-Platz, Feuersee, Max-Eyth-See und Bismarckturm schützen und die Anwesenden über die Regeln informieren.

Die Polizei wird eigenen Angaben zufolge insbesondere in den von den Sperrungen betroffenen Bereichen am Marienplatz und Feuersee präsent sein. Gerade Anwohner am Feuersee hatten sich zuletzt vehement über Feierwütige beschwert und das ihrer Ansicht nach unentschlossene Verhalten der Beamten kritisiert. Gegenüber der Stuttgarter Zeitung hatte sich Stefan Hartmaier, Leiter des Reviers 3, noch damit verteidigt, dass die personelle Ausstattung nicht ausreichend sei, um an allen „Hotspots“ präsent zu sein. Zudem betonte er, dass es der Polizei am Feuersee um die „Befriedung der Situation“ gehe, und sie deshalb nicht „massiv aufgetreten“ sei.

Mittlerweile klingt der Tonfall anders. Die Polizei werde „ihre Einsatzmaßnahmen und ihre sichtbare Präsenz im Raum, einhergehend mit den Aufenthaltsverboten gegen auffallende, uneinsichtige und provozierende Personengruppen nun weiter verstärken“, heißt es in der aktuellsten Mitteilung.

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