360-Grad-Panorama

Stuttgart 21: Faszinierende Aufnahmen lüften Geheimnisse des Mega-Projekts

Die Baustelle von Stuttgart 21 ist gigantisch. Viele Arbeiten geschehen im Verborgenen, ohne dass man davon mitbekommt. Ein 360-Grad-Rundgang durch den Tunnel Bad Cannstatt soll das jetzt ändern.

  • Ein 360-Grad-Panorama führt digital durch den Tunnel Bad Cannstatt und erklärt, wie Tunnelbau funktioniert.
  • Der Tunnel verbindet Stuttgart 21 mit dem Stadtteil Bad Cannstatt.
  • Nach wiederholten Rückschlägen konnte Stuttgart 21 mit dem Abschluss einiger Etappenziele zuletzt auch positive Nachrichten melden.

Stuttgart - Stuttgart 21 hatte zuletzt wiederholt mit Rückschlägen zu kämpfen. So wird der Bau der Großen Wendlinger Kurve bei Stuttgart 21 teurer als ursprünglich geplant. Die Kurve verbindet die Neubaustrecke zwischen Wendlingen und Ulm mit der Neckartalbahn. Außerdem wurde gegen den Bau des Stuttgart-21-Tiefbahnhofs am Flughafen und die Südumgehung Plieningen geklagt. Mit dem Durchbruch des Fildertunnels und des Tunnels Feuerbach konnte Stuttgart 21 allerdings jüngst auch wieder Etappenziele erreichen.

Dabei übt der Tunnelbau von Stuttgart 21 eine besondere Faszination aus. 59 Kilometer neue Tunnelröhren entstehen im Rahmen des Bahnprojekts Stuttgart-Ulm. Aber im Gegensatz zu der gut einsehbaren Baustelle am Hauptbahnhof Stuttgart, bekommt man vom Tunnelbau praktisch nichts mit. Ein 360-Grad-Panoramarundgang durch den Tunnel Bad Cannstatt soll das jetzt ändern. Zuvor hatte die Deutschen Bahn Mitte Mai die Baustelle von Stuttgart 21 mit einer Drohne gefilmt und so verborgene Einblicke gewährt. Ende Mai hatte zudem der neue InfoTurmStuttgart geöffnet, der umfassend über Stuttgart 21 informiert. Kritiker werden von dem 3,4 Millionen Euro teuren Bau allerdings wenig begeistert sein.

Einblick in Stuttgart 21: Digitaler Rundgang durch den Tunnel Bad Cannstatt

Tunnel Bad Cannstatt: Die Röhre zum Hauptbahnhof Stuttgart lässt Baufahrzeuge verhältnismäßig klein aussehen.

Der 360-Grad-Rundgang durch den Tunnel Bad Cannstatt startet am Portal Kriegsberg, unmittelbar nach der Baustelle für den neuen Tiefbahnhof von Stuttgart 21. Von da an geht es 3,5 Kilometer durch den Tunnel unter Stuttgart hindurch bis zum Portal Rosenstein. Eine Karte zeigt dabei immer, an welchem Punkt des 360-Grad-Rundgangs man sich befindet. Danach führt die Strecke über eine Brücke nach Bad Cannstatt. Im Rahmen von Stuttgart 21 werden insgesamt 44 neue Brücken gebaut.

Neben besonderen Einblicken in die teilweise gespenstisch langen Tunnelröhren des Tunnels Bad Cannstatt können Besucher des digitalen 360-Grad-Rundgangs auch etwas über den Tunnelbau für Stuttgart 21 lernen. An 18 markanten Punkten erklären kurze Texte, wie Tunnelbau funktioniert und woraus ein Tunnel besteht. Zuletzt gab es bei Stuttgart 21 einen Durchbruch beim Tunnel nach Feuerbach - ein wichtiges Etappenziel für das Bahnprojekt Stuttgart-Ulm.

Tunnelbau für Stuttgart 21: Rundgang im Tunnel Bad Cannstatt zeigt, wie die Konstruktion funktioniert

Während des digitalen Rundgangs durch den Tunnel Bad Cannstatt erfährt man zum Beispiel, was das für Stuttgart 21 so wichtige Pilgerschrittverfahren ist: Die Röhren der Tunnel werden in Blöcke unterteilt. Zunächst wird immer nur jeder zweite Block betoniert. Das spart Materialkosten und mit genügend Personal auch Zeit. Aber auch noch kryptischere Begriffe wie P-Option oder Ulmenstollenvortrieb erklärt der Rundgang durch die Baustelle von Stuttgart 21.

Auch die Proteste gegen Stuttgart 21 werden anhand der Tunnelbaustelle Bad Cannstatt thematisiert. Vom Zwischenangriff Rosenstein aus sollte der Tunnel Bad Cannstatt in Richtung Neckar eigentlich ein Stück weit eine offene Bauweise haben. Dafür hätten Bäume gefällt werden müssen, in denen der streng geschützte Juchtenkäfer lebt. In Folge des Protests waren die Verantwortlichen von Stuttgart 21 gezwungen, auch dieses Teilstück des Tunnels unterirdisch zu konstruieren.

Stuttgart 21 hat einen neuen Chef

Mit einem neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung. Der neue Chef soll die Inbetriebnahme von Stuttgart 21 voranbringen. Olaf Drescher kennt sich dabei mit schwierigen Projekten aus. Die Schnellfahrstrecke Berlin-München galt eigentlich als gescheitert und wurde dank des neuen Stuttgart-21-Chefs noch zum Erfolg. 

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