Einblicke in neuen Tiefbahnhof

Stuttgart 21: Eine Drohne filmt, was der Öffentlichkeit bisher verborgen blieb

Erst Anfang Mai gelang bei Stuttgart 21 der Durchbruch des Fildertunnels, der den Stuttgarter Hauptbahnhof mit dem Flughafen verbindet. Jetzt gibt eine Drohne nie dagewesene Einblicke.

  • Das Bahnprojekt Stuttgart 21 ist deutschlandweit umstritten. Die Kosten explodieren und die Fertigstellung verzögert sich.
  • Am 6. Mai stellte die Deutsche Bahn die letzten der vier Röhren des Fildertunnels fertig.
  • Die Deutsche Bahn hat jetzt ein Drohnenvideo veröffentlicht, das Teile des fertiggestellten Hauptbahnhofs erahnen lässt.

Stuttgart - Durch das Coronavirus in Baden-Württemberg ist es etwas still um das Bahnprojekts Stuttgart 21 geworden. Dabei konnte die Deutsche Bahn zuletzt positive Nachrichten zum umstrittenen Bahnprojekt Stuttgart-Ulm vermelden. Anfang Mai gelang der Durchbruch der letzten von vier Röhren des Fildertunnels.

Züge könnten die Strecke zwischen dem Stuttgarter Flughafen und dem Hauptbahnhof künftig in nur acht Minuten zurücklegen, so die Deutsche Bahn in einer Pressemitteilung. Bisher dauerte die Fahrt fast eine halbe Stunde. Jetzt ist zudem ein Drohnenvideo aufgetaucht, das den Fortschritt der Baustelle von Stuttgart 21 spektakulär inszeniert. Die Drohne filmt, was die Öffentlichkeit bisher nie gesehen hat.

Stuttgart 21: Drohne setzt Tiefbahnhof beeindruckend in Szene

Eine Drohne liefert Einblicke in Stuttgart 21, die der Öffentlichkeit bisher verborgen blieben

Das Drohnenvideo zu Stuttgart 21 wurde bereits Ende April auf YouTube hochgeladen. Es nimmt den Zuschauer mit auf einen rasanten Rundflug über die Baustelle des Tiefbahnhofs in Stuttgart. Besonders gut sind darauf die filigranen Kelchstützen zu erkennen, die künftig das Dach des Hauptbahnhofs tragen sollen. Die Aufnahmen aus der Luft zeigen aber auch die gigantischen Ausmaße und den Stand der Stuttgart 21-Baustelle mitten in der Landeshauptstadt Stuttgart.

Der Vorteil der Drohne: Sie kommt an Stellen, die sonst nur schwer zugänglich sind und Besuchern verborgen bleiben. Sie fliegt durch noch leere Tunnel oder durch enge Stahlkonstruktionen, die sonst nicht einsehbar sind. Beim Manöver nur knapp über den Schienen kann man sich gut vorstellen, wie künftig Züge in den Tiefbahnhof einfahren.

Video des Tiefbahnhofs: Feedback weitgehend positiv

Obwohl das Bahnprojekt Stuttgart-Ulm umstritten ist und kontrovers diskutiert wird, sind die bislang 144 Kommentare zu den Aufnahmen der Drohne auf YouTube weitgehend positiv. Gelobt wird nicht nur die Arbeit des Drohnenpiloten, sondern auch das Design des Tiefbahnhofs. Ein Nutzer schreibt dazu: „Die Stützen sind wirklich schön geworden.“ Ein anderer freut sich schon auf die Fertigstellung von Stuttgart 21: „Ich sehe schon das wird echt ein toller Bahnhof, trotz Proteste und Unkenrufe.“

Wobei die Fertigstellung des neuen Tiefbahnhofs noch eine Weile dauern könnte. Gerade die Panoramaaufnahmen der Drohne zu Stuttgart 21 machen klar: Auf der Baustelle ist noch viel zu tun. Überall steht noch schweres Gerät und viel Baumaterial. Die Deutsche Bahn selbst rechnet auf der Homepage des Bahnprojekts Stuttgart-Ulm mit einer Inbetriebnahme im Dezember 2025.

Renndrohne macht waghalsige Aufnahmen des Stuttgarter Hauptbahnhofs möglich

Die Videoaufnahmen des Tiefbahnhofs von Stuttgart 21 führte die Firma Cinequads durch. Der Drohnenpilot Phil Freybott zeigt auf Instagram, wie die Bilder entstanden sind. Um mit der schnellen Renndrohne keinen Crash zu bauen, setzt Freybott eine spezielle Videobrille auf, die ihn „mit den Augen“ der Drohne sehen lässt. Darin hat er offensichtlich Übung: Laut Stuttgarter Zeitung ist der junge Mann aus Böblingen Vize-Weltmeister im Renndrohnenflug.

Klage gegen Stuttgart 21: Großprojekt teilweise rechtswidrig

Nicht alle Kritiker werden die Aufnahmen der Drohne besänftigen können. Der Naturschutzbund Stuttgart (Nabu) und die Schutzgemeinschaft Filder hatten gegen den Planfeststellungsbeschluss für den Bau des Tiefbahnhofs am Flughafen und die Südumgehung Plieningen geklagt. Der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim (VGH) erklärte das Großprojekt daraufhin für rechtswidrig. Ein endgültiges Urteil wird heute vom Bundesverwaltungsgericht in Leizpig gefällt.

Rubriklistenbild: © YouTube/Bahnprojekt Stuttgart-Ulm/Screenshot

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