Stadt ändert Vereinbarung

„Stuttgart 21“: Wichtiges Detail am Bahnhof soll umgeplant werden

Die Baustelle des zukünftigen Tiefbahnhofs des Bahnprojektes Stuttgart 21.
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Die Baustelle des zukünftigen Tiefbahnhofs des Bahnprojektes Stuttgart 21.
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
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Im Rahmen des Großprojektes Stuttgart 21 war geplant, den Schlossgarten und das Dach des Bonatzbaus komplett zu asphaltieren - die Stadt änderte nun jedoch die Vereinbarungen.

Stuttgart - Das umstrittene Großprojekt Stuttgart 21 beschäftigt die Bürger in der Landeshauptstadt Stuttgart nun bereits seit über zehn Jahren. Der im Februar 2010 symbolisch begonnene Bau verschlang bislang Unmengen an Geld und führte zu einer deutlichen Umgestaltung der einst grünen Oase im Schlossgarten vor dem Hauptbahnhof Stuttgart. Im Jahr 2025 soll das umstrittene Projekt der Deutschen Bahn nun endlich fertiggestellt werden. Weil die „Grenze der Leistungsfähigkeit“ bereits bei Fertigstellung erreicht sein könnte, entbrannte eine hitzige Debatte über einen Zusatzbahnhof.

Doch auch ein anderes Vorhaben in Bezug auf das Großprojekt Stuttgart 21 führt immer wieder zu heftigen Diskussionen. Demnach sollte der gesamte Schlossplatz und auch das Dach des neu entstehenden Bonatzbaus vollständig asphaltiert werden. Das wurde zumindest in einem Vertrag zwischen der Stadt und der Bahn AG, die Eigentümerin des Platzes ist, festgelegt, wie die Stuttgarter Zeitung berichtet. Im Zuge des Klimawandels stellt sich jedoch die Frage, ob Asphalt als Belag für das Projekt geeignet ist. Die Stadt will deshalb umplanen und setzt auf Grün.

Stuttgart 21: Freiflächen sollten asphaltiert werden - es gebe jedoch „geeignetere Lösungen“

In Bezug auf die im Zuge des Projektes Stuttgart 21 entstehenden Freiflächen, die insgesamt dreimal so groß wie der Stuttgarter Marktplatz sind, hat die Stadt einen neuen Vorschlag unterbreitet. Orientiert hat man sich wohl an den Plänen für das Rosensteinviertel. Dort soll auf den alten Bahngleisen Retentions- und Verdunstungsflächen entstehen, die Regenwasser auffangen und das Kleinklima verbessern sollen, berichtet die Stuttgarter Zeitung. Im Zuge der Klimaverbesserung hat nun offenbar auch die Stadtverwaltung umgedacht.

Eine Asphaltierung der genannten Plätze bietet zwar auch Vorteile, beispielsweise eine einfachere Müllbeseitigung. Es gebe jedoch „städtebaulich und klimatologisch geeignetere Lösungen“, sagte die Pressestelle der Stadtverwaltung auf Anfrage der Stuttgarter Zeitung. Eine Abweichung der bisherigen Einigung müsse man jedoch erst mit der Bahn besprechen, grundsätzlich stehe „einer Ausführung als Rasenfläche in großen Bereichen sehr offen gegenüber“. Ob eine Rasenfläche statt einer Asphaltierung auch die Stuttgart 21-Gegner besänftigen kann, bleibt abzuwarten. Noch immer demonstrieren Bürger gegen das umstrittene Megaprojekt und auch die Mahnwache steht noch vor dem Hauptbahnhof.

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