1. bw24
  2. Stuttgart

Baden-Württemberg investiert weitere Rekordsumme von 2,5 Milliarden Euro für Stuttgart 21

Erstellt:

Von: Nadja Pohr

Kommentare

Hauptbahnhof Stuttgart
Im Zuge des Bahnprojekts Stuttgart 21 hat das Land Baden-Württemberg neue Doppelstockzüge beim französischen Hersteller Alstom bestellt. © IMAGO/Arnulf Hettrich

Für das Milliardenprojekt Stuttgart 21 werden weitere Kosten fällig: Baden-Württemberg hat für den neuen Tiefbahnhof 130 Doppelstockzüge für 2,5 Milliarden Euro gekauft.

Stuttgart - Das Bahnprojekt Stuttgart 21 hat bereits mehrere Milliarden Euro verschlungen und für viel Ärger gesorgt. Die Kosten des Projekts belaufen sich mittlerweile auf rund 9,15 Milliarden Euro. Die Fertigstellung von Stuttgart 21 hat sich zudem mehrere Jahre nach hinten verschoben und wird wohl nur schrittweise erfolgen. Grund hierfür ist unter anderem der Ausbau der Gäubahnstrecke.

Aber auch die Entstehung des Abstellbahnhofs für Stuttgart 21 in Untertürkheim ist noch ungewiss. Klagen der Anwohner könnten den Baustart dort verzögern. „Ende 2025 gibt es jedenfalls noch nicht annähernd das, was einmal für Stuttgart 21 in Aussicht gestellt wurde“, resümierte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) vor kurzem. Baden-Württemberg investiert dennoch weiter fleißig in das Großprojekt.

Stuttgart 21: Baden-Württemberg kauft 130 Doppelstockzüge für 2,5 Milliarden Euro

Beim französischen Hersteller Alstom hat das Land 130 Doppelstockzüge für 2,5 Milliarden Euro bestellt - inklusive Wartungsvertrag. Die Züge sollen auf den Verbindungen des Regionalverkehrs in Stuttgart und durch den künftigen Tiefbahnhof von Stuttgart 21 rollen. Laut dem Verkehrsministerium werden sie im Dezember 2025 zur Inbetriebnahme des Milliardenprojekts S21 da sein. Geplant ist hierbei, dass im neuen Hauptbahnhof Stuttgart Gleise von Regionalzügen auch doppelt belegt werden.

Baden-Württemberg sieht sich durch seine gewaltige Anschaffung bundesweit als Vorreiter. „Kein anderes Bundesland hat bisher einen Einzelauftrag dieser Größenordnung für die Bestellung von Regionalzügen erteilt“, teilte das Verkehrsministerium mit. „Diese Züge sind Sprinter im Nahverkehr. Damit wollen wir viele zusätzliche Fahrgäste gewinnen“, kommentierte Verkehrsminister Hermann die 2,5 Milliarden Euro teure Bestellung. Die Züge von Alstom erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 200 Kilometern pro Stunde.

Zughersteller Alstom: Bestellung aus Baden-Württemberg ein „starkes Signal“ für die Zukunft der Mobilität

Für das Unternehmen Alstom ist es der bisher größte Auftrag in Deutschland. Die Bestellung aus Baden-Württemberg sei ein „starkes Signal“ für die Zukunft der Mobilität in dem Land, berichtete das Unternehmen mit Sitz im französischen Saint-Ouen. Es gebe darüber hinaus eine Option, bis zu 100 zusätzliche Züge zu ordern.

Die neuen Doppelstockzüge sollen es möglich machen, auf gleicher Länge die Kapazität zu erhöhen. Geplant ist ein Einsatz auf den Strecken nach Karlsruhe, Pforzheim, Heilbronn, Schwäbisch-Hall, Aalen, Friedrichshafen/Lindau, Tübingen, Horb/Rottweil und Ulm. Sie sind unter anderem mit WLAN, Klimaanlage und Fahrradplätzen ausgestattet. Die Züge würden mit ihrer größeren Kapazität der „deutlich erhöhten Nachfrageprognosen im Zuge der angestrebten Mobilitätswende“ gerecht werden, wie die Bahn gegenüber dem SWR erklärte.

Auch interessant

Kommentare