Fertigstellung 2025

„Grottenfalsches Projekt“: Größte Kritikerin von Stuttgart 21 gesteht Niederlage ein

  • Valentin Betz
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Die Fertigstellung von Stuttgart 21 soll 2025 gefeiert werden. Geht es nach der BUND-Landesvorsitzenden Brigitte Dahlbender, hätte es nie so weit kommen dürfen.

Stuttgart/Ravensburg - Stuttgart 21 war lange Zeit das Thema, mit dem die Landeshauptstadt von Baden-Württemberg assoziiert wurde. Inzwischen ist das Medienecho nicht mehr so groß. Das liegt auch daran, dass nach jahrelangen Protesten gegen Stuttgart 21 und endlosen Problemen mit dem Bahnprojekt 2025 endlich die Fertigstellung anstehen soll.

Brigitte Dahlbender war von Beginn an gegen Stuttgart 21. Sie ist langjährige BUND-Landesvorsitzende und wurde einer breiten Öffentlichkeit vor zehn Jahren als Sprecherin des Bündnisses gegen Stuttgart 21 bekannt. Laut Deutscher Presseagentur bezeichnete sie jetzt die Fertigstellung des Bahnprojekts als eine ihrer größten Niederlagen.

Trotz Fertigstellung 2025: Stuttgart 21 hat noch immer Gegner - und Probleme

Obwohl die Kosten von Stuttgart 21 lange nicht gestiegen sind und sich auch die Fertigstellung nicht verzögert hat, gibt es nach wie vor Probleme bei dem Bahnprojekt. Stuttgart 21 soll schon bei Fertigstellung 2025 die „Grenze der Leistungsfähigkeit“ erreichen, weshalb die Verantwortlichen bereits über eine zusätzliche Station diskutieren.

Stuttgart 21: Langsam aber stetig nähert sich das Megaprojekt der Fertigstellung 2025. Für die BUND-Landesvorsitzende Brigitte Dahlbender ihre „größte Niederlage“.

Laut Brigitte Dahlbender ist das nichts Neues. „Es ist nach wie vor ein grottenfalsches Projekt, das durchgedrückt wurde, indem Zahlen verdreht und Annahmen gesetzt wurden, von denen man damals schon wusste, dass sie so nicht stimmen“, sagt sie. Aber „der Widerstand aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik war zu groß“.

Fertigstellung von Stuttgart 21: Gegnerin kann der „Niederlage“ auch etwas Positives abgewinnen

Selbst der Erfinder von Stuttgart 21 machte das fatale Eingeständnis, dass wohl ein Ergänzungsbahnhof notwendig ist. Doch obwohl die BUND-Landesvorsitzende Brigitte Dahlbender den gescheiterten Widerstand gegen Stuttgart 21 als „ihre größte Niederlage“ bezeichnet, kann sie dem Protest etwas Positives abgewinnen.

„Die Hürden für Bürgerbegehren etwa wurden abgesenkt und bereits im Stadium von Planungen gibt es verbindliche Bürgerbeteiligungen. Das sehe ich als Erfolg unseres Protests gegen Stuttgart 21“, so Brigitte Dahlbender laut Deutscher Presseagentur. Dahlbender gibt Ende der Woche ihren Chefposten des Bundes für Umwelt und Naturschutz in Baden-Württemberg ab.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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