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Laut Experte: Stuttgart 21 soll erhebliche Sicherheitsprobleme haben

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Von: Nadja Pohr

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Baustelle Stuttgart 21
Der Ingenieur Hans Heydemann hat im Auftrag des Aktionsbündnisses der Stuttgart-21-Gegner das Thema Brandschutz und Rettung bei dem Großprojekt überprüft. Der Experte ist sich sicher, dass es erhebliche Sicherheitsprobleme gibt. © IMAGO/Arnulf Hettrich

Gegner von Stuttgart 21 kritisieren die Maßnahmen zum Brandschutz im neuen Tiefbahnhof heftig. Berechnungen eines Experten sollen dies unterstreichen.

Stuttgart - Das Großprojekt Stuttgart 21 wird unermüdlich vorangetrieben. Die Tunnelbauer haben in der Stadt kürzlich die letzte Röhre gegraben. Am Flughafen Stuttgart fehlen nur noch 700 Meter bis zum Tunnelabschluss. Jahrelang hatten die Arbeiter unter der Erde mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Bekannterweise lief auch oberhalb auf der Baustelle nicht alles nach Plan.

Mittlerweile ist Stuttgart 21 doppelt so teuer als geplant. Immer wieder kommt es auch wegen der steigenden Kosten zu Protesten gegen Stuttgart 21. Kritiker und Gegner des Milliardenprojekts finden jedoch auch immer wieder Mängel und Fehler in der Planung oder reichen Klagen ein, die den Bau weiter verzögern. Nun hat ein Experte eigene Berechnungen angestellt, die erneut Probleme des neuen Tiefbahnhofs ans Licht bringen.

Stuttgart 21: Ingenieur zeigt erhebliche Probleme bei Brandschutz und Rettung auf

Der Ingenieur Hans Heydemann hat im Auftrag des Aktionsbündnisses der Stuttgart-21-Gegner das Thema Brandschutz und Rettung beim Großprojekt überprüft. Die Ergebnisse, die mithilfe einer Simulationssoftware ermittelt wurden, wurden am Montag (12. September) im Rathaus in Stuttgart vorgestellt. Die Resultate sollen die Sicht der Gegner, dass der Brandschutz im Tiefbahnhof nicht richtig funktioniere, unterstreichen.

Das Aktionsbündnis kritisiert unter anderem die Annahmen der Bahn zur Ausbreitung eines Zugbrandes und auch zur Zeitdauer für die sichere Flucht aller Fahrgäste. Diese seien „viel zu optimistisch und damit untauglich“, so Martin Poguntke, einer der Sprecher der Gegner. Bereits nach sieben Minuten könne sich ein Vollbrand in einem Zug entwickeln. Die Bahn geht von rund 4000 Fahrgästen im Bahnhof aus, was viel zu gering angenommen sei. Die Evakuierung aller Reisenden verkürze man darüber hinaus durch hohe Geh- und Steiggeschwindigkeiten so stark, dass die ermittelte Verrauchungszeit knapp unterschritten werde.

Stuttgart-21-Gegner fordern: Genehmigung für Brandschutz darf so nicht erfolgen

Das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 glaubt, dass der Deutschen Bahn der erforderliche Evakuierungsnachweis für die uneingeschränkte Betriebsgenehmigung des Projekts fehle. Auch weitere Kritikpunkte werden aufgeführt, etwa, dass im Brandfall nicht ausreichend für mobilitätseingeschränkte Menschen vorgesorgt werde oder die Rauchklappen im Bahnhof ungeeignet seien, wie die Stuttgarter Zeitung (StZ) schreibt. Die Gegner fordern daher, dass eine Brandschutz-Genehmigung für Stuttgart 21 unter diesen Umständen nicht erfolgen dürfe.

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