Mega-Bahnprojekt Stuttgart-Ulm

Stuttgart 21: Anzahl der Gleise, Bahnhofshalle - so sieht der Tiefbahnhof aus 

  • Lisa Schönhaar
    vonLisa Schönhaar
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Stuttgart 21 ist ein geplanter moderner Hauptbahnhof mit acht Gleisen und einer neuen Bahnhofshalle, die zwar unterirdisch ist, aber trotzdem lichtdurchflutet sein soll. 

  • Stuttgart 21 wurde vom Architekten Christoph Ingenhoven entworfen und soll den aktuellen historischen Hauptbahnhof in Stuttgart ersetzen.
  • Die Anzahl der Gleise soll nach Fertigstellung des Bahnprojekts acht statt wie bislang 17 betragen, wobei es Kritik an der geplanten Kapazität gibt.
  • Die Bahnhofshalle des neuen Hauptbahnhofs in Stuttgart soll unterirdisch sein, aber dennoch hell, modern und elegant aussehen.

Stuttgart - Die Regierung von Stuttgart hat nach jahrzehntelangen Überlegungen im Jahr 1994 beschlossen, einen neuen Hauptbahnhof zu bauen: Der Startschuss für Stuttgart 21, eines der größten und umstrittensten Bauprojekte Deutschlands. Dieser soll den derzeitigen historischen Hauptbahnhof von Stuttgart ablösen und als Tiefbahnhof unterirdisch verlaufen.

Die Bauarbeiten für Stuttgart 21 haben trotz Protesten im Jahr 2010 begonnen. Der Architekt des Bahnprojekts Stuttgart-Ulm, Christoph Ingenhoven,  erhielt im Jahr 1997 den Zuschlag. Er plante einen Durchgangsbahnhof mit einer lichtdurchfluteten, unterirdischen Bahnhofshalle. Dadurch wird im Stuttgarter Stadtzentrum viel Platz frei, was eine neue Stadtmitte ermöglichen soll. An der Oberfläche sind nur die Licht- und Belüftungsflächen von Stuttgart 21 zu sehen.

Stuttgart 21: Plan mit Bahnhofsgebäude und Gleisen

Das alte Bonatzgebäude, das den Empfangsbereich des historischen Bahnhofs in in der Landeshauptstadt Stuttgart darstellt und aus dem Jahr 1922 stammt, soll als denkmalgeschütztes Bahnhofsgebäude im Rahmen des Bahnprojekts Stuttgart 21 bestehen bleiben. Der Schlossgarten soll vergrößert werden. Für die Bahnhofshalle wurde im Zuge des Verkehrs- und Städtebauprojekts ein helles, offenes Konzept entworfen.

Statt wie bisher 17 Gleise soll am neuen Tiefbahnhof Stuttgart 21 die Anzahl der Gleise auf acht reduziert werden. Diese verlaufen in einem 90-Grad-Winkel zu den bisherigen Gleisen. Zu dem Bahnprojekt Stuttgart-Ulm gehört auch der neue Fildertunnel, der fast fertig ist.

Stuttgart 21: Die Baustelle des Bahnprojekts Stuttgart-Ulm mit den künftigen Gleisen des Tiefbahnhofs.

Stuttgart 21: Streit über die Anzahl der Gleise des neuen Tiefbahnhofs in Stuttgart

Ein großer Streitpunkt rund um das Bauprojekt Stuttgart 21 ist die Anzahl der Gleise. Derzeit hat der historische Kopfbahnhof der Landeshauptstadt 17 Bahnsteiggleise und 16 Bahnsteige. Der neue Hauptbahnhof in Stuttgart soll laut der Deutschen Bahn nur noch acht Bahnsteiggleise haben. Zugleich soll er aber mindestens 30 Prozent mehr Zugverkehr ermöglichen. 

Kritiker des Bahnprojekts Stuttgart-Ulm merken jedoch an, dass die geringe Anzahl von Gleisen bei Stuttgart 21 zu einem erhöhten Risiko führt. Wenn eine Weiche ausfällt, ein defekter Zug ein Gleis blockiert oder es aufgrund von Verspätungen zu einem Stau kommt, bricht laut Kritikern der ganze Zugverkehr in dem unterirdischen Durchgangsbahnhof zusammen.

Außerdem kann der aktuelle Kopfbahnhof 38 Züge pro Stunde bewältigen, während bei Stuttgart 21 laut Kritikern nur mit 32 Zügen pro Stunde zu rechnen ist. Hier ist die geplante Doppelbelegung nicht mit eingerechnet. Laut Experten ist eine Kapazität von 50 Zügen pro Stunde empfehlenswert.

Stuttgart 21: Die Bahnhofshalle des neuen Tiefbahnhofs in Stuttgart

Neben der Anzahl der Gleise sorgt vor allem die neue Bahnhofshalle von Stuttgart 21 immer wieder für Gesprächsstoff. Diese schafft durch ihre charakteristischen Lichtaugen und eine moderne Struktur aus weißem Sichtbeton viel Helligkeit im Tiefbahnhof. Die Form der Halle von Stuttgart 21 entspricht einer Gewölbeschale, die einen grünen Deckel bekommen soll.

Aktuell im historischen Bahnhof angesiedelte Geschäfte sollen zum Teil in die neue Bahnhofshalle von Stuttgart 21 umziehen. Ein Teil bleibt aber auch im Bonatzgebäude bestehen. Die im Rahmen des Verkehrs- und Städtebauprojekts neu entstehende Bahnhofshalle soll etwa 50 Läden, ein neues Hotel und Restaurants auf zwei Ebenen beherbergen.

Darüber hinaus plant Architekt Ingenhoven Stuttgart 21 als Null-Energie-Bahnhof, der durch intelligente Nutzung von Grundwasser und Luftströmen aus den Tunneln ganz ohne CO2-Emissionen auskommen soll. Auf dem historischen Bonatzgebäude sollen Solarmodule installiert werden, die dabei helfen, den neuen Tiefbahnhof mit eigener Energie zu versorgen.

Teil des Plans des Bahnprojekts Stuttgart-Ulm sind außerdem eine Modernisierung der alten Bahnhofshalle sowie die Neugestaltung des Vorplatzes und des frei werdenden Raums in der Innenstadt. Die Hoffnung ist unter anderem, dass Stuttgart 21 der Landeshauptstadt einen Standortvorteil verleihen und den Verkehr in Stuttgart verbessern wird.

Von Laura Puttkamer

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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