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Stuttgart 21 feiert „großen Meilenstein“ - „Wow und das noch in diesem Jahrhundert“

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Von: Nadja Pohr

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Verschiedene Vetreter stehen in einem Tunnel für Stuttgart 21
Hochrangige Vertreter der Deutschen Bahn, der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik, der Europäischen Kommission und aus der Baubranche wurden zur Feier der Fertigstellung des Tunnelbaus geladen. © IMAGO/Arnulf Hettrich

Alle Tunnel für Stuttgart 21 sind fertig gegraben. Dies feierten zahlreiche Vertreter und Beteiligte des Milliardenprojekts. Im Netz spottet man jedoch über den „Meilenstein“.

Stuttgart - In drei Jahren soll der neue Stuttgarter Durchgangsbahnhof in Betrieb genommen werden. Lange genug zieht sich die Milliardenbaustelle Stuttgart 21 immerhin schon hin. Nach neun Jahren sind nun die Bahntunnel mit einer Gesamtlänge von rund 51 Kilometern für das Bahnprojekt der Schwaben-Metropole fertig gegraben.

Der Infrastrukturvorstand der Deutschen Bahn, Berthold Huber, sparte bei der Feier im Tunnelausgang von Obertürkheim nicht mit Lob: „Exakt 51.093,2 Meter Tunnelvortrieb unter schwierigen logistischen Bedingungen einer Großstadt – das ist eine herausragende Leistung.“ Hinter den Tunnelarbeiten stecke „viel geistige Arbeit, Schweiß und Mut“, sagte Huber weiter und dankte den Arbeitern hierfür. Aber auch andere Lobeshymnen gab es für den „großen Meilenstein“.

Stuttgart 21: Redner ehren Tunnelbau - Stuttgarter hingegen spotten im Netz

Anlässlich der Feier des fertiggestellten Tunnelbaus in Stuttgart, wurden hochrangige Vertreter der Deutschen Bahn, der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik, der Europäischen Kommission und aus der Baubranche geladen. Die Redner überschlugen sich bei der Feierlichkeit fast vor Lob. Es wurde vom „modernsten Eisenbahnland Deutschlands, wenn nicht Europas“ gesprochen oder von dem „großen Meilenstein für die Entwicklung des Schienenverkehrs in ganz Deutschland“. Stuttgart 21 sei ein „Wunderwerk der Technik“. Hier biete sich ein „Meisterwerk der Tunnelbaukunst“ und „eines der tollsten Projekte Deutschlands“, schwärmte man.

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Im Netz hingegen hagelt es von den Stuttgartern Spott, dass man sich für die Fertigstellung so rühmt. „Das Wunder ist vollbracht“, „Das ging ja schnell“, oder „Was für eine Meisterleistung“, sticheln die User auf Facebook. „Wow und das noch in diesem Jahrhundert“, staunt ein Nutzer scherzend. „9 Jahre. Buddelt ihr mit Kaffeelöffel?“, fragt sich hingegen ein anderer. „Fehlen ja nur noch die vielen anderen Baustellen“, meint eine weitere Userin. Einige Nutzer fürchten schon, dass man bald mit den Sanierungsarbeiten starten müsse.

Freude über die Fortschritte bei Stuttgart 21 dennoch groß

Trotz der vielen Lästereien und Proteste gegen Stuttgart 21 ist die Freude über den Fortschritt sowohl bei einigen Bürgern, als auch bei den Vertretern groß. Die Euphorie soll beim Bau des Milliardenprojekts der Bahn anhalten. Man arbeite nun mit Hochdruck daran, die weiteren Verbesserungen im Eisenbahnknoten Stuttgart voranzutreiben, sagte Berthold Frieß, Ministerialdirektor im Ministerium für Verkehr, der die Landesregierung von Baden-Württemberg vertrat.

Dazu gehört unter anderem der Pfaffensteigtunnel sowie der Erhalt der Panoramabahn, die immer wieder für Diskussionen sorgen. Aufsehen erregten auch die Berechnungen eines Experten der Stuttgart-21-Gegner: Demnach soll das Bauprojekt erhebliche Sicherheitsprobleme haben.

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