Bahnprojekt Stuttgart-Ulm

Stuttgart 21 hat einen neuen Chef, der schon einmal ein Wunder in Deutschland vollbracht hat

Das Bahnprojekt Stuttgart 21 schreitet voran. Um die Inbetriebnahme voranzubringen, wechselt das Megaprojekt jetzt sogar den Vorsitz der Geschäftsführung.

Stuttgart - Die Verantwortlichen von Stuttgart 21 drängen auf die Fertigstellung und Inbetriebnahme des Megaprojekts. Zuletzt wurde nicht nur der Fildertunnel durchbrochen, sondern mit dem Durchbruch des Tunnels Feuerbach auch der Weg nach Paris frei.

Jetzt bereitet sich das Großprojekt auch personell auf die Inbetriebnahme des Tiefbahnhofs von Stuttgart 21 und der dazugehörigen Strecken vor. Wie das Bahnprojekt Stuttgart-Ulm am Montag in einer Pressemitteilung bekanntgab, wechselt dafür der Vorsitz der Geschäftsführung der DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH (PSU).

Um die große Wendlinger Kurve rechtzeitig fertigzustellen nahm die Deutsche Bahn zuletzt sogar höhere Kosten in Kauf. Der Abschnitt verbindet die Neubaustrecke zwischen Wendlingen und Ulm mit der Neckartalbahn. Das zeigt, wie sehr die Fertigstellung von Stuttgart 21 die Verantwortlichen unter Druck setzt.

Stuttgart 21: Neuer Chef soll Fertigstellung bei dem Bahnprojekt voranbringen

Die Baustelle soll abgeschlossen werden: Stuttgart 21 drängt jetzt auch personell darauf, das Bahnprojekt bald in Betrieb zu nehmen.

Den Vorsitz der Geschäftsführung von Stuttgart 21 wird ab Juli 2020 Olaf Drescher übernehmen. Er verantwortet fortan alle für die Inbetriebnahme des Großprojekts relevanten Bereiche. Dazu gehören Bahntechnik und Rohbau sowie das Pilotprojekt Digitaler Knoten Stuttgart. „Das Bahnprojekt Stuttgart–Ulm ist weit fortgeschritten, der Schwerpunkt der Aufgaben verlagert sich zunehmend in Richtung Inbetriebnahme. Mit Olaf Drescher übernimmt jetzt ein ausgewiesener Inbetriebnahme-Profi den Vorsitz der Geschäftsführung", erklärte Ronald Pofalla, Vorstand für Infrastruktur der Deutschen Bahn AG, den Wechsel in der Geschäftsführung.

Olaf Drescher ist schon seit Februar 2018 als stellvertretender Vorsitzender für Stuttgart 21 tätig. Seitdem hatte er das Geschäftsfeld Technik betreut. Der neue Vorsitz der Geschäftsführung kennt sich mit der Inbetriebnahme von Bahnprojekten gut aus. Als Projektleiter der Deutschen Bahn hat er die neue Schnellfahrstrecke Berlin-München sowie die Hochgeschwindigkeitsstrecke Hamburg-Berlin erfolgreich gestartet.

Besonders die Schnellfahrstrecke Berlin-München gilt als großer Erfolg des neuen Stuttgart-21-Chefs. Als Olaf Drescher das Projekt übernahm, galt es als gescheitert. Jahrelang passierte auf der Baustelle gar nichts, Teile der Strecke lagen brach, weil die rot-grüne Bundesregierung das Projekt zugunsten anderer Großbaustellen gestoppt hatte. Dass die neue Schnellfahrstrecke im vergangenen Jahr nun tatsächlich eröffnet wurde, grenze an ein Wunder, schrieb der Stern. Nun soll Olaf Drescher ein weiteres Wunder vollbringen und die Fertigstellung von Stuttgart 21 überwachen.

Stuttgart 21: Vorgänger Manfred Leger bleibt dem Bahnprojekt als Manager erhalten

Zuvor war Manfred Leger sieben Jahre Vorsitzender von Stuttgart 21 gewesen. Für ihn ändert sich durch den Wechsel an der Spitze allerdings wenig. Er bleibt Stuttgart 21 als stellvertretender Vorsitzender der Bahnprojekts Stuttgart-Ulm erhalten und ist weiterhin für dieselben Bereiche zuständig: das Chancen- und Risikomanagement, die Kommunikation und das Stakeholdermanagement.

Manfred Leger hat dieses wichtige Infrastrukturvorhaben seit 2013 erfolgreich vorangetrieben und wird die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Projektpartnern in bewährter Weise fortsetzen“, sagte Ronald Pofalla dazu in einer Pressemitteilung von Stuttgart 21. In den Bereichen Finanzen, Controlling, Vertragsmanagement und Personal bleibt ebenfalls alles beim Alten. Harald Klein wird weiterhin als Geschäftsführer dieser Bereiche betreuen.

Rubriklistenbild: © Arnim Kilgus / Deutsche Bahn

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