Verbindung zu Flughafen und Messe

Stuttgart 21: Fertigstellung wird noch teurer als gedacht - weitere Millionen nötig

Die Bauarbeiten in den Tunnels zum unter die Erde verlegten Bahnhof in Stuttgart schreiten voran.
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Aufgrund einer Planänderung wird das Bahnprojekt Stuttgart 21 noch teurer als gedacht.
  • Julian Baumann
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Das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 begleitet die Bürger der Landeshauptstadt nun bereits seit vielen Jahren. Nun soll die Fertigstellung weitere Millionen verschlingen.

Stuttgart - Bürger, die in den vergangenen zehn Jahren in die Landeshauptstadt Stuttgart gezogen sind, kennen die Schwaben-Metropole nicht ohne die Großbaustelle durch das Bahnprojekt Stuttgart 21. Im Jahr 1994 erstmals vorgestellt, begann der Bau des ambitionierten Projektes im Jahr 2010. Im Laufe der Jahre verschlang die Neuordnung des Eisenbahnknotens Stuttgart astronomische Summen, die Fertigstellung zögerte sich immer weiter hinaus. In vier Jahren, also im Jahr 2025, soll das Bahnprojekt zwischen Stuttgart und Ulm endlich fertiggestellt werden.

Aufgrund der ständigen Verzögerung könnte das Bahnprojekt Stuttgart 21 bereits bei der Fertigstellung an die Grenzen der Kapazität kommen. Stuttgart 21 könnte bereits bei der Fertigstellung überlastet sein, Politiker wollen dennoch keinen Zusatzbahnhof bauen. Die bisherigen Pläne, die die Stadtverwaltung mit der Deutschen Bahn geschlossen hatte, wurden im Laufe der Jahre mehrmals verworfen. Beispielsweise war geplant, den Schlossgarten und das Dach des Bonatzbaus vollständig zu asphaltierten. Das wichtige Detail soll nun jedoch umgeplant werden. Nun soll auch der Finanzierungsplan geändert werden, das Projekt könnte um mehrere Millionen Euro teurer werden, berichtet die Stuttgarter Zeitung.

Stuttgart 21: Gravierende Veränderung betreffen Flughafen und Messe

Das Bahnprojekt Stuttgart 21 soll am Hauptbahnhof Stuttgart so einiges ändern. Die gravierende Veränderung ist wohl, dass aus dem derzeitigen Kopfbahnhof ein sogenannter Durchgangsbahnhof wird. Im Rahmen des Finanzierungsplans haben Gutachter für das Großprojekt einen weiteren Anschluss an den Flughafen Stuttgart neben der S-Bahn-Strecke vorgeschlagen. Die bisherigen Pläne für den Anschluss an die Gäubahn sahen ein Zusatzgleis zum geplanten Tiefbahnhof am Flughafen vor. Diese Pläne für Stuttgart 21 sollen nun jedoch nicht mehr fortgesetzt werden.

Die Gäubahn ist eine internationale Eisenbahnstrecke zwischen Stuttgart und Singen mit Verbindungen in die Schweiz und nach Italien. Im Rahmen des Projektes Stuttgart 21 sollte der Anschluss an die Bahn eine schnellere Verbindung zwischen dem Hauptbahnhof und dem Flughafen schaffen. Durch die Änderung der Pläne entfällt nun zunächst auch der geplante Anschluss an die Messe Stuttgart. Stattdessen planen der Bund und die Deutsche Bahn die Zuführung der Fern- und Regionalzüge aus Zürich/Singen und Freudenstadt nicht über die S-Bahn-Gleise, sondern über zwei neue Tunnel zu leiten. Laut der Stuttgarter Zeitung muss deshalb erstmals der Finanzierungsplan geändert werden.

Stuttgart 21: Neuer Tunnel für Anbindung zum Flughafen verschlingt wohl über 900 Millionen Euro

Da die Gäubahn eine internationale Zugstrecke ist, übernimmt der Bund den Ausbau, der voraussichtlich 2,1 Milliarden Euro kosten wird. Bei Stuttgart 21 übernimmt der Bund dagegen nur einen kleinen Teil der Kosten von insgesamt 8,2 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr stellte Verkehrsstaatssekretär Steffen Bilger von der CDU Ludwigsburg die Grobplanung für den Tunnel zum Flughafen vor. Ein Gutachten setzte eine zusätzliche Summe von 919 Millionen Euro für den Ausbau an, berichtet die Stuttgarter Zeitung. Stuttgart 21 wird damit noch deutlich teurer.

Im Rahmen von Stuttgart 21 werden die neuen Tunnel von Böblingen zum Flughafen die Stadt Leinfelden-Echterdingen wohl unterqueren. Die Tunnel sollen eine Länge von zwölf Kilometern haben und könnten mit einer Geschwindigkeit von 160 Stundenkilometern befahren werden. Durch den gesamten Ausbau der Gäubahn wird jedoch ein Fahrzeitgewinn von rund 20 Minuten zwischen Singen und Stuttgart versprochen. Bevor die Bahn neu plant, „muss eine klare Kostenabgrenzung des neuen Gäubahntunnels gegenüber Stuttgart 21 erfolgen“, so Bilger laut der Stuttgarter Zeitung. Sobald diese stehe, könne die Bahn „mit den Projektpartnern von Stuttgart 21 die Gespräche aufnehmen“.

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