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Polizei Stuttgart greift durch: 117 Fahrverbote wegen fehlender Rettungsgasse - „Endlich passiert was“

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Von: Nadja Pohr

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Ein Polizeiauto bahnt sich den Weg durch die Rettungsgasse
Autofahrer, die keine Rettungsgasse bildeten, wurden von der Polizei Stuttgart zur Anzeige gebracht. Die Beamten verhängten insgesamt 117 Fahrverbote. (Symbolfoto) © Uwe Anspach/dpa

Innerhalb von zwei Stunden hat die Polizei in Stuttgart mehr als 100 Fahrverbote gegen Autofahrer verhängt, die keine Rettungsgasse bildeten. In den sozialen Medien reagieren die User positiv.

Stuttgart - Im Falle eines Unfalls ist es besonders wichtig, dass im Stau eine Rettungsgasse gebildet wird, damit die Einsatzkräfte schnellstmöglich zur Unfallstelle gelangen können. Im Grunde ist das System einfach: Fahrer der linken Spur fahren nach links, Fahrer der mittleren und rechten Spur nach rechts. Leider verläuft das Bilden einer Rettungsgasse häufig nur stockend. Oft können wenige Minuten aber entscheidend sein, um in besonders gravierenden Fällen sogar Leben zu retten.

Das Behindern von Rettungskräften kann dabei ein Bußgeld von 240 Euro sowie ein Fahrverbot nach sich ziehen. Allgemein gibt es weitere Punkte, die Autofahrer in einem Stau beachten sollten. In der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart bekamen einige Verkehrsteilnehmer diese Konsequenzen jetzt zu spüren.

Polizei Stuttgart verhängt mehr als 100 Fahrverbote, weil Autofahrer keine Rettungsgasse bilden

Am vergangenen Freitag (18. November) bildete sich auf der B10 und der B27 bei Zuffenhausen ein Stau. Die erforderliche Rettungsgasse entstand dabei jedoch nur sehr zögerlich. Zum Teil wichen die Autofahrer gar nicht auf die Seite aus. Die Polizei Stuttgart hatte ihr Hauptaugenmerk an diesem Tag allerdings auf eben diese Verkehrssünder gerichtet. Insgesamt 117 Autofahrer wurden von den Beamten angezeigt und haben ein einmonatiges Fahrverbot sowie ein Bußgeld erhalten, weil sie keine Rettungsgasse bildeten.

„Über 100 Fahrverbote ist schon eine Menge, vor allem in gerade mal zwei Stunden“, erklärte Polizeisprecher Sven Burkhardt gegenüber der Stuttgarter Zeitung (StZ). Um die ignoranten Autofahrer dingfest zu machen, hat das Innenministerium in Baden-Württemberg im Sommer dieses Jahres mehr als 100 Streifenwagen mit jeweils vier Minikameras ausgestattet. Als „Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit“ bezeichnete es Innenminister Thomas Strobl im Juli. Die Technik hat sich nun etwa vier Monate später ausgezahlt und die Stuttgarter Polizei konnte damit wohl ein Exempel statuieren.

„Wurde endlich Zeit“: Stuttgarter im Netz befürworten Kontrollen der Rettungsgassen durch die Polizei

Viele Stuttgarter im Netz befürworten jedenfalls die Kontrollen der Stuttgarter Beamten bei den Rettungsgassen. „Danke Polizei Stuttgart! Wurde endlich Zeit“, kommentiert ein User. „Rettungsgasse sollte selbstverständlich sein“, schreibt ein Twitter-User. „Endlich, endlich passiert mal was“, zeigt sich ein weiterer erfreut. „Stuttgart geht gegen Autofahrende vor? Dass ich das noch erleben darf“, zeigt sich ein Nutzer überrascht.

Während einige fordern, dass man die Kontrollen in den Stuttgarter Stadtgebieten häufiger durchführt, finden andere die Aktion wenig hilfreich. „Ist nur eine Alibi-Maßnahme. Damit so kurz vor Jahresende noch eine wirklich gute Kontrolle nachgewiesen werden kann“, vermutet ein User beispielsweise. Ihr Ziel hat die Kontroll-Aktion der Polizei jedenfalls wohl erreicht: Den 117 Autofahrern wird nun vermutlich bewusst sein, wie wichtig es ist, eine Rettungsgasse zu bilden.

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