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Stirbt der Dialekt aus? Landesweit Grundschüler befragt

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ARCHIV - SYMBOLBILD - Schüler sitzen am 10.02.2017 im Unterricht in der Grundschule in Amelgatzen (Niedersachsen). (zu dpa: "Land schafft 150 zusätzliche Stellen für Grundschulhorte" vom 06.05.2017) Foto: Peter Steffen/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Landesweit sind Grundschülerinnen und Grundschüler der 1. und 2. Klasse sowie deren Lehrkräfte zum Thema Dialekte und Sprache befragt worden.  © Foto: Peter Steffen/dpa

Dialekte bringen Farbe, Humor und Vielfalt in die Sprache. Aber vor allem bei jungen Menschen sind sie vom Aussterben bedroht. Gründe gibt es einige, die meisten haben mit der Gesellschaft zu tun, mit der Schule und dem Wohnsitz.

Stuttgart (dpa/lsw) - Jungen und Mädchen in Baden-Württemberg sprechen kaum noch Dialekt. «Ihr Sprachalltag liegt heute zwischen Dialekt und Standardsprache», heißt es bei der Tübinger Arbeitsstelle «Sprache in Südwestdeutschland». Landesweit sind Grundschülerinnen und Grundschüler der 1. und 2. Klasse sowie deren Lehrkräfte dazu befragt worden. Die Ergebnisse sollen am Montag (11.00) in Tübingen präsentiert werden. Die Studie war Teil der Dialektinitiative des Landes, für die Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) vor vier Jahren den Startschuss gegeben hatte.

In Baden-Württemberg gibt es nach Meinung der Sprachexperten zwei Großdialekte: Fränkisch im nördlichen Drittel und Alemannisch in den südlichen zwei Dritteln. Sie teilen sich jeweils in Untergruppen, diese fächern sich wiederum in viele regionale Mundartformen auf. So gehört das Kurpfälzische, das im Raum um Mannheim und Heidelberg gesprochen wird, zum rheinfränkischen Dialektraum. Auch das Hohenlohische ist eine fränkische Mundart. Sie wird insbesondere in den Landkreisen Schwäbisch Hall, Hohenlohekreis und Bad Mergentheim gesprochen. Alemannische Dialekte, das Badische und Schwäbische, werden im südlichen Landesteil gesprochen, etwa südlich der Linie Rastatt, Pforzheim, Backnang, Ellwangen.

Die Studie wird von Hubert Klausmann vom Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft Tübingen vorgestellt. Er erforscht seit über 30 Jahren Mundarten im süddeutschen Raum.

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