Coronavirus in Baden-Württemberg

Städtetag: Coronakontrollen bergen ein hohes Konfliktpotenzial

Bundespolizisten an einem Flughafen.
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Die Kontrolle von Impf- und Genesenen-Nachweise gestaltet sich vielerorts als schwieriges Unterfangen. (Symbolbild)

Flächendeckende Kontrollen der Impf- und Genesenen-Nachweise sind laut Städtetag Baden-Württemberg unrealistisch. Denn Ortspolizeibehörden kommen an ihr Limit.

Stuttgart (dpa/lsw) - Der Städtetag Baden-Württemberg hält flächendeckende Kontrollen der Impf- und Genesenen-Nachweise für unrealistisch. Viele Ortspolizeibehörden von kleinen Städten kämen da ans Limit, wenn sie anstelle von Parksündern nun Coronasünder kontrollieren sollten, sagte Gudrun Heute-Bluhm vom Vorstand des Städtetags der «Stuttgarter Zeitung» und den «Stuttgarter Nachrichten» (Dienstag).

Zudem seien die Kontrollen nicht nur eine Kapazitäts-, sondern auch eine Ausbildungsfrage, sagte die CDU-Politikerin Heute-Bluhm, die fast 20 Jahre Lörrachs Oberbürgermeisterin war, den Zeitungen. «Den ruhenden Verkehr zu überwachen stellt keine hohen Anforderungen an die Kommunikation, aber Coronakontrollen bergen ein hohes Konfliktpotenzial, das muss man aushalten können.» In größeren Städten sei der Polizeivollzugsdienst dafür ausgebildet, damit umzugehen, in kleineren eher nicht.

Etwas besser sieht Heute-Bluhm die Verkehrsgesellschaften aufgestellt. Diese hätten schließlich ihre eigenen Kontrolldienste, die Schwarzfahrer kontrollierten und auch im Konfliktmanagement geschult seien. Doch auch hier schränkte Heute-Bluhm ein, man werde Anzahl und Dichte der Kontrollen im ÖPNV wohl erhöhen können, aber flächendeckend werde das auch nicht zu leisten sein. «Auch Coronasünder in Bus und Bahn müssen wissen: Wie beim Schwarzfahren kostet es beim Erwischtwerden richtig viel Geld.»

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