Radweg im Schlossgarten

Stadtradeln in Stuttgart beginnt, doch Stadt blockiert Hauptroute mit Bagger - „unterirdische Leistung“

Ein Bagger parkt hinter einer Absperrung im Stuttgarter Schlossgarten.
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Der hinter einer Absperrung geparkte Bagger im Stuttgarter Schlossgarten blockiert im Rahmen des Stadtradelns die sogenannte Hauptradroute.
  • Nadja Pohr
    VonNadja Pohr
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Seit Montag läuft das Stadtradeln in Stuttgart. Radfahrer ärgern sich jedoch im Netz, dass auf der Hauptroute ein Radweg durch einen Bagger blockiert wird.

Stuttgart - Zum Fahrrad wird mittlerweile nicht nur gerne in der Freizeit gegriffen, sondern dient auch als Alternative zum Auto. Das Verkehrsgeschehen in Stuttgart bereitet Radfahrern jedoch häufig Probleme und stellt sie vor Herausforderungen. Ein Mitglied des Fahrrad-Clubs ADFC bezeichnete einige Radwege in der Region sogar als „Horrorstrecke“ und sammelte bei einer Tour Ideen für Verbesserungen.

Denn die Stuttgarter Innenstadt soll vor allem für Fußgänger und Radfahrer attraktiver werden. Hierzu plant die Stadtverwaltung beispielsweise die Einführung von Tempo-20-Zonen. Verschiedene Kampagnen sollen für mehr Sicherheit für Radfahrer im Verkehr in Stuttgart sorgen. Mit dem seit Montag gestarteten und altbekannten Stadtradeln will die Stadt für den Umstieg auf das Zweirad werben - steht sich dabei jedoch selbst im Weg.

Stuttgart blockiert Hauptroute für Radfahrer, um Bagger parken zu können

Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter teilte ein Stuttgarter zwei Bilder aus dem Schlossgarten, durch den die sogenannte Hauptradroute verläuft. Auf dem einen Foto ist eine Absperrung des Radwegs zu sehen. Das zweite Bild zeigt einen Bagger, der hinter einer Absperrung steht und ebenfalls den Weg für die Radfahrer blockiert. „Zurück in Stuttgart, das gewohnte Bild: zum Beginn des Stadtradeln-Greenwashings sperrt die Stadt die sogenannte Hauptradroute - nur damit den Großteil des Tages ein Bagger dort ungestört parken kann“, schreibt der User dazu.

Der Twitter-Nutzer ergänzt, dass es im Schlossgarten ohnehin schon zu eng sei und der Radverkehr sich oft mit den Fußgängern mische. Ähnliches kritisierten Vertreter von Fußgängern und Radfahrern bereits im Zuge der Kampagne „Rad nimmt Rücksicht“, die für mehr Aufmerksamkeit auf dem Zweirad sorgen soll. „So züchtet man sich die nächsten Beschwerden Fuß vs. Rad heran“, kommentiert ein anderer User dazu und berichtet zudem, dass er die Baumaschine auch nicht im Einsatz gesehen hätte. „Bagger hätte man bestimmt auch anderswo abstellen können. Gar nicht mal so gut gelöst“, äußert ein weiterer Nutzer.

Stuttgarter genervt von ständigen Radwegblockaden

Über die undurchdachte Absperrung im Schlossgarten regen sich noch weitere Stuttgarter auf. „Es nervt nur noch“, schreibt ein Nutzer. „Führt die Stadt Stuttgart eine geheime Strichliste gemäß dem Motto: ‚Wie blockiere ich Radfahrende‘ am besten?“, fragt sich ein User. „Einfach nur noch unerträglich. Unterirdische Leistung“, lautet das harte Urteil eines Nutzers.

Immer wieder häufen sich auch die Beschwerden zu Blockaden von Rad- und Gehwegen durch geparkte Autos. Im Netz teilen viele Bürger Bilder von Falschparkern und berichten sogar von Attacken, wenn man die verursachenden Personen darauf hinweist. „Das ist eine Folge von geduldeter motorisierter Gewalt“, kommentierte ein User dazu. Ein weiterer spricht sogar von „Gefährdung von Fußgängern und Verhinderung von Inklusion.“ Friederike Votteler, Mitglied im Verein Naturfreunde Radgruppe Stuttgart sowie dem Interessenverband FUSS e.V., forderte im Gespräch mit BW24 die Stadt deshalb auf, bei Gehwegparkern härter einzugreifen.

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