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Spott vor Millionenpublikum: Mario Barth ätzt gegen Stuttgart

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Von: Nadja Pohr

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Mario Barth und die Stäffele in der Schulstraße
In seiner Sendung witzelt Mario Barth unter anderem über die bemalten Treppen in der Stuttgarter Innenstadt. © Fotomontage BW24/IMAGO/Image broker/Future Image

In der Sendung „Mario Barth deckt auf“ wurde Stuttgart für einige Projekte vor einem Millionenpublikum verspottet. Die User im Internet finden: zu Recht. 

Stuttgart - Die Landeshauptstadt Stuttgart hat sich mit dem immer teurer werdenden Großprojekt Stuttgart 21 bereits eine Menge Spott eingehandelt. Nicht nur die Menschen in der Region machen sich über die nicht enden wollenden Bauarbeiten und die Kostenexplosion in Stuttgart lustig, auch über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus sorgt das Milliardenprojekt immer wieder für Aufsehen und abfällige Kommentare.

Vor allem in einigen Fernsehsendungen wird Stuttgart dafür gerne durch den Kakao gezogen. Unter anderem auch in der RTL-Sendung „Mario Barth deckt auf“, in der Comedian Mario Barth mit verschiedenen Gästen vor einem Millionenpublikum über Steuer- oder Geldverschwendungen in Deutschland spricht und sie aufdeckt. Nun bekam auch Stuttgart wieder sein Fett weg - allerdings nicht wegen Stuttgart 21.

Spott für Stuttgarter Stäffele, Freitreppe sowie Zäune und Holzwände für Vögel

Mario Barth schickte seinen Kollegen Guido Cantz ins Ländle nach Stuttgart, um die fragwürdigen Projekte vorzustellen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) wird zu Beginn des Beitrags als „Gandalf der Grüne“ bezeichnet, der dafür verantwortlich ist, dass man in der Schwaben-Metropole nicht mehr nur ans Sparen denkt. „Die Schwaben drehen mittlerweile nicht mehr jeden Cent rum, das Geld wird aus dem Fenster geschmissen“, sagt Cantz. „Die werfen das Geld einfach auf die Straße.“ Angespielt wird dabei auf die bunt bemalten Treppen in der Innenstadt.

Um einen Bewegungsanreiz zu schaffen, ließ die Stadt einige Stäffele von Künstlern für 75.000 Euro bunt bemalen. Beispielsweise ziert die Hirschstaffel eine riesige Brezel im Mosaikstil. In der Schulstraße sind verschiedene bunte Motive zu sehen, etwa das Stuttgarter Wappentier, ein schwarzes Pferd, ein Smiley oder ein Herz. Die Lorenzstaffel trägt die Regenbogenfarben. „Hoffentlich kommen die nicht auf die blöde Idee, hier in Stuttgart die anderen 500 bis 600 Treppen auch noch voll zu pinseln, weil dann sind die wirklich pleite“, spottet Guido Cantz.

Als Nächstes wird die geplante Freitreppe am Stuttgarter Wilhelmspalais thematisiert. Für 1,9 Millionen Euro soll diese an der B14 bis 2023 entstehen. „Sag mal Stuttgart ganz ehrlich, ich glaube, es hackt“, sagt der Moderator. „Wer kommt denn auf so eine blöde Idee, hier direkt an der B14 so eine verkackte Treppe für 1,9 Millionen Euro zu bauen – und diese dann auch noch als Begegnungsstätte zu verkaufen?“ Zum Abschluss werden die Zäune und Holzwände am Max-Eyth-See zum Schutz der brütenden Vögel als Steuerverschwendung beschuldigt.

Netz ist sich einig: Kritik an Stuttgarter Projekten ist berechtigt

Nach der Kritik von Mario Barth und seinem Team sind sich die Bürger im Internet einig - sie stimmen den angesprochenen Steuerverschwendungen zu. „Stuttgart kann kaum schöner werden, könnte aber sein Geld sinnvoller für seine Einwohner einsetzen“, schreibt eine Facebook-Nutzerin. „Die Stadträte geben unnötiges Geld aus, wo es nicht nötig ist“, urteilt eine Userin nach der Sendung. „Es ist einfach nur noch traurig, was aus der einstigen Schwabenmetropole geworden ist“, schreibt ein anderer Nutzer.

Auch die Stadt Stuttgart hat sich zu der Kritik der Sendung gegenüber der Stuttgarter Zeitung geäußert. „Alle drei Projekte, über die sich Mario Barth in seiner Sendung lustig macht, haben ihre Berechtigung“, sagte eine Sprecherin. „Gerade die Stäffele sind ein absolutes Alleinstellungsmerkmal in Stuttgart und werden durch die bunte Gestaltung noch einmal besonders hervorgehoben“, heißt es weiter. Die Vogelschutz-Vorrichtungen seien laut Stadt sogar rechtlich verpflichtend gewesen. Guido Cantz verspricht am Ende des Beitrags, dass er wohl nicht das letzte Mal zu Besuch in der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg gewesen sei.

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