Geplanter Protest gegen Diskriminierung

Prorussischer Autokorso in Stuttgart - Facebook-User kritisch: Aktion von „Putins Fanboys“

Flaggen mit den russischen Nationalfarben und dem russischen Staatswappen wehen an einem Auto.
+
Ein ähnlicher Autokorso „Russisch-sprechender“ wie in Berlin (Bild) ist am Samstag auch in Stuttgart geplant.
  • Jason Blaschke
    VonJason Blaschke
    schließen

In Stuttgart findet am Samstag (9. April 2022) ein prorussischer Autokorso statt. Die Initiatoren bezeichnen sich als „Russisch-sprechende“ und protestieren gegen Diskriminierung.

Stuttgart – In zahlreichen deutschen Städten wird regelmäßig gegen Russlands Einmarsch in die Ukraine demonstriert. Noch recht neu sind dagegen die Autokorsos, deren Initiatoren sich selbst als „Russisch-sprechende“ betiteln und die – laut eigener Aussage – „gegen die Diskriminierung russisch-sprechender Menschen“ ein Zeichen setzen wollen. In mehreren deutschen Städten fanden die Autokorsos schon statt, unter anderem in Berlin, Köln und Bonn.

Autokorso am Samstag in Stuttgart wird scharf attackiert – „Schwachsinn“

Am Samstag soll Berichten der Stuttgarter Zeitung (StZ) zufolge auch in der Landeshauptstadt ein solcher Korso stattfinden – die Behörden sind alarmiert. Das Ordnungsamt der Stadt reagiert mit strengen Auflagen – eine Verbindung zum andauernden Krieg in der Ukraine darf nicht erkennbar sein, sagt ein Sprecher der Stadt auf Anfrage der StZ. Etwa 190 Autos mit Teilnehmenden werden am Samstag in Stuttgart erwartet.

Die „Rundfahrt“ startet um 14 Uhr auf der Waldau in Richtung Stadt, dann weiter zum Wagenburgtunnel und auf die Bundesstraße 10/14 und wieder zurück zum Startpunkt. Auf Facebook wird der geplante Autokorso in Stuttgart scharf attackiert. „Schwachsinn – jetzt verstecken sich Putins Fanboys hinter Diskriminierung“, textet ein User und ergänzt, dass er selbst Russisch spreche und sich in
Deutschland nicht diskriminiert fühle.

StadtStuttgart
Fläche207,4 km²
Bevölkerung634.830 (2019)

Facebook-Userin mit schlimmer Befürchtung – „hoffentlich irre ich mich“

Eine andere Facebook-Userin schreibt dazu: „Das gibts doch nicht! So ein Schwachsinn, das gehört verboten!“ Wieder andere User zeigen Verständnis für die Interessen der Initiatoren, solange es wirklich dabei belassen wird, ein Zeichen gegen Diskriminierung zu setzen. „Wenn dann aber die Leute mit T-Shirts rumlaufen, wo Putin abgebildet ist – oder das berühmte Z-Symbol – hat das damit nichts mehr zu tun“, stellt eine Nutzerin klar. Sie befürchtet, dass es darauf hinauslaufen könnte.

„Hoffentlich irre ich mich, hoffentlich belehrt ihr mich eines besseren“, schreibt die Frau noch an die Initiatoren der „Russisch-sprechenden“ gerichtet. In immer mehr Städten in Deutschland werden solche Autokorsos geplant. Laut der StZ prüfen Frankfurt und Heilbronn aktuell noch, ob sie diese Art der Demonstration überhaupt zulassen wollen. Zu Demos gegen die Diskriminierung russischstämmiger Menschen wurde zuletzt in mehreren Städten aufgerufen.

Autokorsos nicht die einzige Meldung – diese Themen beschäftigen Stuttgart

Der Autokorse am Samstag in Stuttgart sind aber längst nicht das einzige Thema, dass die Menschen in der Stadt beschäftigt. Das Thema „Urbanes Wohnen“ statt Prostitution im Leonhardsviertel ist ebenfalls eine Meldung, die in den sozialen Netzwerken aktuell für Diskussionen sorgt. Ein anderer Knackpunkt ist das Bahnprojekt Stuttgart 21, das ebenfalls immer wieder in den Schlagzeilen steht. Aktuell ist ein Streit über eine drohende Milliarden-Zahlung der Stadt Stuttgart an die Bahn entbrannt.

Mehr zum Thema

Kommentare