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Sportvereine warnen: Viele stehen wegen Energiekosten vor dem Aus

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Freizeit-Fußball
In einem eindringlichen Appell haben baden-württembergische Sportvereine vor einem Vereinssterben wegen der stark steigenden Gas- und Stromkosten gewarnt. © Marcus Brandt/dpa/Symbolbild

Die ersten Schwimmbäder schließen früher oder machen ganz dicht. Wie lange noch, bis auch Turnhallen schließen oder Sportplätze? In einem Brandbrief schlagen nun die Vereine Alarm: Nach der Pandemie könnten sie eine weitere Krise nicht mehr alleine tragen.

Stuttgart (dpa/lsw) - In einem eindringlichen Appell haben sich Hunderte baden-württembergische Sportvereine gemeinsam an ihre Landesverbände gewandt und vor einem Vereinssterben wegen der stark steigenden Gas- und Stromkosten gewarnt. Die Lage sei bedrohlicher als die Folgen der Corona-Pandemie, heißt es in dem bereits versandten und am Donnerstag veröffentlichten Schreiben an die drei Präsidenten des Badischen Sportbundes Freiburg und Nord sowie des Württembergischen Landessportbunds. Vielen Vereinen seien von ihren Energieversorgern teils massive Preiserhöhungen angekündigt worden.

«Besonders für Vereine mit eigenen Hallen, Sportzentren oder Bädern sind die Aussichten mehr als düster», schreibt Harald Link von der Sportvereinigung Böblingen in dem von 572 Sportvereinen unterzeichneten Brief. «In unseren Sportvereinen wächst die Angst, dass wir dieses Mal nicht nur mit einem blauen Auge davonkommen werden.»

Einem Verein aus dem Großraum Stuttgart hätten die örtlichen Stadtwerke eine Preiserhöhung von fast 800 Prozent angedroht, ein weiterer finde kein Energieunternehmen mehr und müsse den Strom am Terminmarkt einkaufen. Es sei aber aus sozialen Gründen nicht möglich, die Mitgliedsbeiträge zu erhöhen. Außerdem würden dann die Mitglieder «in Scharen davonlaufen». Es sei nur eine Frage der Zeit, bis ein Verein seinen Betrieb erheblich einschränke oder seine Sportstätten ganz schließe, schreibt Link im Namen der Vereine.

«Welche gesundheitlichen und sozialen, welche gesellschaftlichen und persönlichen Folgen ein solcher „kalter Lockdown“ im organisierten Sport hätte, wissen wir aus den beiden vergangenen schweren Corona-Jahren nur zu genau», schreibt Link, der auch Vizepräsident des Schwäbischen Turnerbunds ist. Daher hofften Vereine auf die Hilfen der Kommunen, des Landes und des Bundes.

Kritik üben die Vereine an der Politik. «Wie schon in der Corona-Krise scheint der organisierte Sport, der größte nicht-staatliche Akteur in der Kinder- und Jugendarbeit, bei der Politik mit seinen großen Problemen kein Gehör zu finden», schreiben sie. Es sei tief enttäuschend, dass Vereine und Verbände nicht in das dritte Entlastungspaket des Bundes aufgenommen worden seien.

Erst vor wenigen Tagen hatten der Landessportverband Baden-Württemberg (LSVBW) und die drei Sportbünde Baden-Württembergs in einem Brief an Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) wegen der «großen, teilweise existenzbedrohenden Sorgen» der Vereine gewarnt. Der baden-württembergische Regierungschef solle sich auf Bundesebene für eine Lösung zur Entlastung der Sportvereine einsetzen, hatten die Sportverbände gefordert.

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