Lage spitzt sich zu

„Sind am Limit“: Flüchtlingsheime in Baden-Württemberg können kaum noch Neuankömmlinge aufnehmen

Asylbewerber gehen am 04.04.2013 in Tübingen (Baden-Württemberg) mit ihren Kindern an einer Asylbewerberunterkunft entlang.
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Flüchtlingsheime in Baden-Württemberg können aktuell kaum Neuankömmlinge aufnehmen.

Die Lage in den Flüchtlingsheimen in Baden-Württemberg spitzt sich zu: Viele Heime können aufgrund der Infektionsgefahr aktuell kaum noch Menschen aufnehmen.

Stuttgart (dpa/lsw) - Die Coronakrise und gleichzeitig ansteigende Zugangszahlen verschärfen die Lage in den Flüchtlingsunterkünften im Land. «Wir sind am Limit», sagte der neue Migrationsstaatssekretär Siegfried Lorek (CDU) der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Wegen Ansteckungsgefahren könne man in den Erstaufnahme-Einrichtungen derzeit viele Plätze nicht belegen.

«Wir gehen im Moment davon aus, dass uns lediglich rund 40 bis 50 Prozent der Plätze zur Verfügung stehen.» Eigentlich wolle das Land 10 400 Plätze anbieten, sagt Lorek. «Aktuell stehen aber bei der Regelbelegung nur 6400 Plätze zur Verfügung - coronabedingt davon dann auch nur weniger als die Hälfte.» Deshalb müssten die Ankommenden nun schneller umverteilt werden in die vorläufige Unterbringung in den Kommunen.

Flüchtlingsheime in Baden-Württemberg: Zahl der Schutzsuchenden steigt an

Die Zahl der Schutzsuchenden in Baden-Württemberg ist zuletzt wieder gestiegen. Im ersten Halbjahr 2021 stellten 4689 Menschen einen Antrag auf internationalen Schutz, wie das Migrationsministerium vor kurzem mitteilte. Das sei ein spürbarer Anstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, als in den ersten sechs Monaten 2953 Menschen in den Südwesten kamen. «Wir haben gestiegene Zugangszahlen, sind jetzt etwa auf dem Level von 2019, und die Zahlen könnten weiter steigen», sagte Lorek.

Auch die Impfung der Geflüchteten ist nach Schilderung Loreks eine große Herausforderung. «Bislang waren die Menschen, die zu uns kamen, nachvollziehbar zum größten Teil nicht geimpft.» Stand 4. August seien 1181 Infektionen bei 20 193 Tests registriert worden. 36 Prozent der Infektionen seien in den Erstaufnahmeeinrichtungen durch Neuzugänge aufgetreten. «Die Bereitschaft zur Impfung hält sich in Grenzen», sagte Lorek. Man versuche die Impfbereitschaft zu steigern - etwa durch das Verteilen von Merkblättern in der jeweiligen Landessprache und gezielte Ansprachen oder Info-Filme.

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