Entwicklung aus Schweden

Diesen E-Hubschrauber darf man ohne Pilotenschein fliegen

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Wer selbst fliegen will, brauchte bisher einen Pilotenschein. Ein Unternehmen aus Schweden verkauft jetzt einen E-Helikopter, der den Traum vom Fliegen auch ohne Schein erfüllt.

Schweden/Stuttgart - Die E-Mobilität setzt sich zusehends im Verkehrssektor durch. Während die Entwicklung von E-Autos relativ schnell voranschreitet, bereiten andere Bereiche größere Sorgen. Flugzeuge elektrisch zu betreiben, um Treibhausgase einzusparen, ist eine massive Herausforderung.

Unternehmen haben im kleinen Stil aber schon Fortschritte gemacht. Erste Flugtaxis sollen bald auch in Stuttgart fliegen. Die Kleinflugzeuge des Herstellers Lilium aus München steigen mithilfe elektrischer Energie in die Lüfte. Bei der Entwicklung leistet sogar Technik aus Baden-Württemberg einen Beitrag: Die E-Flugtaxis fliegen mit Batterien aus Tübingen.

Allerdings sind Menschen bei dieser Form des Fliegens nach wie vor Passagiere. Jetson Aero aus Schweden will das mit seiner Entwicklung ändern. Wie Efahrer berichtet, hat das Unternehmen E-Hubschrauber gebaut, die sogar ohne Pilotenschein genutzt werden dürfen.

E-Hubschrauber ohne Pilotenschein fliegen: Entwicklung aus Schweden macht es möglich

Die Fachbezeichnung für den E-Hubschrauber von Jetson Aero ist „Personal Electric Aerial Vehicle“. Mit der Klassischen Form eines Helikopters hat die Entwicklung allerdings wenig gemein. Gerade ein Pilot mit maximal 95 Kilo Körpergewicht passt in die übergroße Flugdrohne mit vier Rotoren.

Abheben kann der E-Hubschrauber mithilfe eines Lithium-Ionen-Akkus, der 20 Minuten hält und immerhin ein maximales Flugtempo von knapp über 100 Kilometern pro Stunde ermöglicht. Diese Grenze ist es auch, was das Fliegen ohne Pilotenschein erlaubt. Weil der E-Hubschrauber aus Aluminium besteht, ist er mit 86 Kilogramm sogar leichter, als das Maximalgewicht des Piloten. Der Kleinsthubschrauber lässt sich wie ein Faltrad auf 90 Zentimeter zusammenklappen, in voller Pracht misst er 2,85 Meter auf 2,40 Meter auf 1,03 Meter.

Fliegen ohne Pilotenschein: Kleinen E-Hubschrauber gibt es nur mit großem Geldbeutel

Für die nötige Sicherheit beim Flug mit 100 Kilometer pro Stunde sorgt eine Sicherheitszelle für den Piloten. Zudem hat der E-Helikopter einen Bordcomputer, der das Fluggerät im Notfall sogar selbstständig landet - auch dann, wenn ein Rotor ausgefallen ist. Wenn auch das nicht mehr hilft, bleibt nur noch der ebenfalls vorhandene Fallschirm.

Wer sich jetzt dem Traum vom Fliegen ganz nahe glaubt, dürfte erstmal enttäuscht werden. Die ersten zwölf Modelle mit Lieferdatum 2022 sind bereits ausverkauft, ein Exemplar hat sich ein Kunde aus dem Münchner Vorort Grünwald gesichert. Selbst für 2023 sind wohl laut Efahrer nur noch drei E-Hubschrauber verfügbar.

Selbst bei erfolgreicher Vorbestellung gibt es den E-Hubschrauber nur gegen das nötige Kleingeld. Das Unternehmen aus Schweden verlangt 80.000 Euro für seine Entwicklung, 19.000 werden bereits als Gebühr bei der Vorbestellung fällig. Stellt sich nur noch die Frage, wo die frisch gebackenen Piloten den E-Hubschrauber fliegen dürfen. Auf den Straßen wird man das Fluggerät wohl erstmal nicht sehen.

Rubriklistenbild: © Jetson Aero

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