Pläne im Südwesten

Schulöffnungen in Baden-Württemberg: Stiko lehnt bevorzugte Impfung von Lehrern ab 

  • Julian Baumann
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Aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg wurde der Lockdown bis zum 7. März verlängert. Die Schulen im Land sollen ab dem 22. Februar öffnen - die Stiko jedoch lehnt eine bevorzugte Impfung von Lehrern ab.

Update vom 17. Februar, 11:45 Uhr: Am 22. Februar sollen die Schulen nach dem Lockdown aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg schrittweise wieder öffnen. Für den Südwesten liegt der Plan bereits vor (siehe Erstmeldung). Bereits seit Ende vergangenen Jahres werden vor allem ältere Bürger und solche mit Vorerkrankungen sowie medizinisches Personal gegen Covid-19 geimpft. In Bezug auf die baldige Schulöffnung in ganz Deutschland baten Bund und Länder das Gesundheitsamt, eine bevorzugte Impfung von Grundschullehrern und Kita-Erziehern zu prüfen.

Obwohl das Coronavirus in Baden-Württemberg vor allem durch die entdeckten Mutationen noch immer eine Gefahr darstellt, sieht die Ständige Impfkommission (Stiko) keine Notwendigkeit die Lehrkräfte vor den baldigen Schulöffnungen bevorzugt zu impfen, wie der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet.

Erstmeldung vom 12. Februar: Stuttgart - Die Lage aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg bleibt weiterhin angespannt. Auf der einen Seite sinken die Zahlen der Neuinfektionen zwar immer weiter, die auch im Südwesten entdeckten Virus-Mutationen sind jedoch ein Grund zur Sorge. Nach einem erneuten Krisentreffen von Bund und Ländern am Mittwoch wurde der bereits seit Dezember geltende Lockdown bis zum 7. März verlängert. Es gibt allerdings ein paar Ausnahmen. So dürfen beispielsweise Friseursalons bereits Ende Februar wieder öffnen und auch der Plan für eine Schulöffnung ab dem 22. Februar liegt für Baden-Württemberg vor.

Aufgrund der starken Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg in den letzten Monaten des vergangenen Jahres sind die Schulen und Kita im Land bereits seit einigen Wochen geschlossen. Die Landeshauptstadt Stuttgart senkt deshalb auch die Elternbeiträge für Kitas. Bereits im vergangenen Jahr hatte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) eine baldige Rückkehr zum Präsenzunterricht gefordert.

Trotz des massiven Widerstands auch vonseiten der SPD beharrte die Ministerin auf ihr Vorhaben. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) schob diesen Plänen zunächst einen Riegel vor. Laut den Beschlüssen zwischen Bund und Ländern dürfen die Bundesländer nun jedoch selbst über eine Rückkehr zum Präsenzunterricht entscheiden. Die Pläne für eine Schulöffnung ab dem 22. Februar liegen nun vor, wie der Südwestrundfunk (SWR) berichtet.

Coronavirus in Baden-Württemberg: So sollen die Schulen im Land nach und nach wieder öffnen

Eine Rückkehr zum Präsenzunterricht an Schulen wird nicht nur von der Kultusministerin seit Längerem gefordert. Experten sind der Meinung, dass gerade jüngere Kinder massiv unter den Einschränkungen durch das Coronavirus in Baden-Württemberg leiden. „Die Kleinsten leiden am meisten unter der Pandemie“, sagte auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann nach den Verhandlungen der Regierungschefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Nach den Faschingsferien sollen nun zumindest Kitas und Grundschulen im Land wieder öffnen. Die Schüler an weiterführenden Schulen müssen allerdings nach wie vor im Distanzunterricht bleiben. Dabei gab es bereits am ersten Schultag Probleme mit der Lernplattform Moodle.

Laut dem badischen-württembergischen Regierungschef Winfried Kretschmann habe in der Besprechung zwischen Bund und Ländern Einigkeit darüber geherrscht, den Grundschul- und Kitaöffnungen die höchste Priorität einzuräumen, wie der SWR berichtet.

Die Öffnung der Einrichtungen ab dem 22. Februar soll in geteilten Klassen und kleinen Gruppen erfolgen, sagte Kretschmann am Donnerstag im Landtag in Stuttgart. Die Klassen sollen geteilt werden, damit jeweils nur die Hälfte der Schüler gleichzeitig in einem Klassenzimmer unterrichtet werden kann. Die Gruppen bleiben dabei immer gleich und die einzelnen Klassenstufen sollen nicht gleichzeitig im Schulgebäude sein. Dadurch sollen Infektionen begrenzt und jederzeit nachverfolgbar bleiben.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Reihenfolge der Klasse unterliegt den einzelnen Schulen

Bereits nach dem ersten Lockdown aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg im Frühjahr 2020 wurde der Präsenzunterricht erst in den Klassenstufen 1 bis 3 aufgenommen. Ein ähnliches Szenario könnte laut dem SWR auch jetzt eintreten. Demnach könnten zunächst die jüngeren Schüler an die Schulen zurückkehren und die höheren Klassenstufen ab Anfang März. Laut einer Mitteilung aus dem Kultusministerium unterliegt diese Entscheidung allerdings dem Ermessen der jeweiligen Schule. Nach der Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts soll der Fokus zunächst auf den Fächern Deutsch, Mathematik und Sachkunde liegen. Sportunterricht wird es aufgrund der anhaltenden Infektionsgefahr erst mal nicht geben.

Laut dem Kultusministerium in Baden-Württemberg soll den Schülern nach Möglichkeit eine Präsenzzeit von wöchentlich mindestens zehn Stunden in den Klassenzimmern ermöglicht werden. Eine direkte Präsenzpflicht, wie es vor dem Ausbruch des Coronavirus in Baden-Württemberg der Fall war, soll es an den Schulen allerdings weiterhin nicht geben. Für die Abschlussklassen ist laut dem Ministerium ebenfalls ein Wechselmodell zwischen Präsenz- und Online-Unterricht geplant. Die Schüler können das jedoch selbst entscheiden.

Schulöffnungen in Baden-Württemberg: Ministerin Eisenmann begrüßt Entscheidung des Landes

Die Entscheidung, die Schulen im Land ab dem 22. Februar schrittweise wieder zu öffnen, ist wohl der erste Schritt zu einem verhältnismäßig normalen Schulbetrieb. „Die Entscheidung, die Grundschulen und Kitas wieder zu öffnen, ist ein wichtiger Schritt für die Familien im Land, die in der aktuellen Situation eine enorme Last tragen“, sagte Susanne Eisenmann am Donnerstag in Stuttgart. „Auch vor dem Hintergrund der Studienlage und der Einschätzung von Virologen, dass Kinder im Alter bis zehn oder zwölf Jahren keine Treiber der Pandemie und seltener mit dem Corona-Virus infiziert sind, können wir diesen Schritt nun gehen.“

Aufgrund der anhaltenden Gefahr durch das Coronavirus in Baden-Württemberg sind die Schulöffnungen allerdings auch mit strengen Hygieneregeln verbunden. Laut dem SWR wurde in der Konferenz zwischen Bund und Länder auch beschlossen, dass Lehrer und Erzieher virenfilternde Masken und jede Woche zwei Antigen-Schnelltests erhalten. Die Versandaktion an die rund 2.500 Grundschulen im Südwesten sei so gut wie abgeschlossen, hieß es aus dem Kultusministerium. Baden-Württemberg plant in einem nächsten Schritt auch wieder Präsenzunterricht für die weiterführenden Schulen zu ermöglichen, sofern das Infektionsgeschehen das zulässt.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow

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