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Stuttgarter Frühlingsfest: Schausteller fürchten, Ukraine-Krieg könnte Feierlichkeiten stilllegen

Menschen auf dem Stuttgarter Frühlingsfest.
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Für die Schausteller ist das Stuttgarter Frühlingsfest in diesem Jahr wichtiger denn je zuvor. Doch man sorgt sich, dass es doch noch zu einer Absage kommt.
  • Nadja Pohr
    VonNadja Pohr
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Das Stuttgarter Frühlingsfest öffnet am kommenden Wochenende für die Besucher. Die Schausteller machen sich jedoch aufgrund des Ukraine-Kriegs einige Sorgen.

Stuttgart - Nachdem das Coronavirus in Baden-Württemberg dem Festtreiben in der Region eine Zwangspause auferlegt hatte, findet in diesem Jahr wieder das Frühlingsfest in der Landeshauptstadt Stuttgart statt. Wie die Stadt angekündigt hatte, findet dieses allerdings in einer „Light“-Version vom 16. April bis 8. Mai 2022 mit vielen Veränderungen statt (BW24* berichtete).

Unter anderem gibt es nicht nur geänderte Öffnungszeiten für die Besucher, sie müssen auch ohne die beliebten Brauerei-Festzelte auskommen. Darüber hinaus wird es keine Partys geben, Zugangsbeschränkungen und Maskenpflicht entfallen jedoch*. Nicht fehlen dürfen auf dem Stuttgarter Frühlingsfest natürlich die Schausteller. Trotz Vorfreude, wieder ihre Attraktionen anbieten zu können, bleibt die Verunsicherung.

Stuttgarter Frühlingsfest: Schausteller fürchten Stilllegung des Rummelbetriebs wegen Ukraine-Krieg

Für die Schausteller ist das Stuttgarter Frühlingsfest auf dem Cannstatter Wasen wichtiger denn je zuvor. Durch die Corona-Pandemie und dem damit einhergehenden Wegfall aller Festlichkeiten, fehlen ihnen die Einnahmen. Der Branche sei durch die Entscheidungen der Politik gezeigt worden, dass sie verzichtbar sei, findet Nico Lustnauer, Betreiber des Schwarzwaldhauses „Zum Schwarzenmädel“. Als Beispiel nennt er die Absage des Stuttgarter Weihnachtsmarktes kurz vor der Eröffnung, die viele Budenbesitzer wütend machte*.

„Wir haben keine Sicherheit mehr“, sagt er der Stuttgarter Zeitung. Auch die Diskussionen, ob man nicht aufgrund des Ukraine-Kriegs auf Feste verzichten sollte, mache das deutlich. „Wer sagt uns denn, dass man uns deshalb nicht stilllegt?“, fragt sich der Budenbesitzer. Hinzu kommt die Befürchtung, dass man nicht sofort berücksichtigt werde, sollte es zu einer Rationierung und Zuweisung von Energie kommen. Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) hat die erste Stufe des Notfallplans Gas bereits ausgerufen*.

Anstieg der Lebensmittelpreise trifft auch die Schausteller auf dem Stuttgarter Frühlingsfest

Weitere Auswirkungen des Ukraine-Kriegs für die Schausteller: Die gestiegenen Lebensmittelkosten. Speiseöl ist im Einzelhandel knapp und teuer. Um rund 40 Prozent hätten sich die Preise der Lebensmittel für die Schausteller verteuert. Auch die Spritpreise seien ein Problem. Um eine Achterbahn zu transportieren, braucht es ganze 60 Fahrten mit Sattelschleppern. Für die Schausteller eine schwierige Situation, denn man „könne eine Wurst ja nicht für fünf Euro verkaufen“, sagt Nico Lustnauer. Das hätte zur Folge, dass keine Familien mehr kommen könnten.

Die Veranstalter des Stuttgarter Frühlingsfestes rechnen ohnehin mit einer geringeren Besucherzahl als in den vergangenen Jahren. Grund für die niedrigen Erwartungen ist das Fehlen der Bierzelte. Hinzu kommen der Ausfall der Eröffnungsfeier sowie die Verbote von Bands und Partymusik. Für das Cannstatter Volksfest planen die Veranstalter allerdings derzeit wieder „ganz normal“. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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