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„Macht ihr das, um den Autofahrer zu ärgern?“ Gesperrte Rosensteinbrücke wird erst 2024 abgerissen

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Von: Nadja Pohr

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Rosensteinbrücke in Bad Cannstatt
2024 will die Stadt Stuttgart eine zweiwöchige Sperrung der Bundeswasserstraße nutzen, um die Rosensteinbrücke abzureißen. © IMAGO/Arnulf Hettrich

Die marode Rosensteinbrücke in Bad Cannstatt bleibt mindestens bis 2024 weiterhin gesperrt - erst da soll der Abriss beginnen. Im Netz fragen sich die Bürger, warum man sich damit so viel Zeit.

Stuttgart - Seit Mitte Mai ist die Rosensteinbrücke im Stuttgarter Stadtbezirk Bad Cannstatt für den kompletten Verkehr gesperrt. Untersuchungen an dem knapp 70 Jahre alten Bauwerk zeigten viele „Schwachstellen“ und umfangreiche Schäden an den Spanngliedern, wie das Tiefbauamt damals mitteilte. Die Konsequenz: Die marode Rosensteinbrücke muss abgerissen werden.

Der Weg ins Zentrum des größten Stadtteils von Stuttgart ist seither mit erheblichen Umwegen und Staus verbunden. Noch vor Monaten zeigte sich die Stadt aufgrund der problematischen Verkehrssituation bemüht, Lösungen zu finden und hoffte, diese schnell umsetzen zu können. Jürgen Mutz, Leiter des Tiefbauamtes, stellte nun am Dienstag (26. Oktober) im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik einen möglichen Zeitplan für den Rückbau der Rosensteinbrücke vor, der jedoch alles andere als schnell vonstattengeht.

Stuttgart: Abriss der Rosensteinbrücke in Bad Cannstatt erst für 2024 angesetzt

Wie die Landeshauptstadt Stuttgart mitteilt, werde im kommenden Jahr zunächst das Konzept für den Abriss der Rosensteinbrücke erarbeitet und im Anschluss ausgeschrieben. Der Rückbau selbst ist erst für das Jahr 2024 angesetzt. Erst in zwei Jahren könne der Hauptteil der Brücke aufgrund der Neckarschifffahrt abgerissen werden, erklärte Claus-Dieter Hauck, der beim städtischen Tiefbauamt für Stuttgarts Brücken zuständig ist, gegenüber der Stuttgarter Zeitung (StZ). „Wir werden eine zweiwöchige Sperrung der Bundeswasserstraße nutzen“, sagt er.

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Auf diese Nachricht reagieren die Stuttgarter im Netz nicht mit Begeisterung. „Warum dauert das so lange? Warum wird nicht bereits 2023 mit dem Rückbau begonnen?“, fragt sich ein Facebook-User verärgert. „Mein Gott, jetzt braucht es wieder Jahre für eine Entscheidung. Macht ihr das, um den Autofahrer zu ärgern?“, kommentiert eine Nutzerin. „Zum Glück handelt es sich um eine unbedeutende Nebenstrecke, die eh kaum genutzt wurde“, schreibt ein weiterer ironisch. Viele User gehen bereits von schlimmeren Ausmaßen aus: „Vermutlich Baubeginn 2035, Fertigstellung 2050 und Kostenexplosion bis dahin um das 10-fache“, fürchtet ein Stuttgarter. Immerhin soll 2024 vorerst nur die Brücke abgerissen werden - vom Neubau ist da noch keine Rede.

Zukunft der neuen Rosensteinbrücke ungewiss - Bleibt das Bauwerk autofrei?

Wie sich die neue Rosensteinbrücke gestaltet, bleibt nicht nur beim Thema Design unklar. Im Raum steht außerdem, dass die Brücke auch nach dem Umbau autofrei bleiben soll. Bereits kurz nach der Sperrung des Bauwerks kam die Idee auf, stieß allerdings auf Kritik einiger Bürger und Unternehmen. Eine konkrete Entscheidung will die Politik in Stuttgart zwar noch nicht fällen, die Tendenz geht dennoch in die Richtung.

Eine Option wäre, den Neubau zwar autofrei zu behalten, ihn jedoch so zu konstruieren, dass die Möglichkeit besteht, ihn für alle Verkehrsteilnehmer zu öffnen. So könnte man beispielsweise auf eine Sperrung des Rosensteintunnels reagieren. „Das Bauwerk muss eine hohe Flexibilität für die Zukunft bieten“, sagte der städtische Verkehrsplaner Andreas Hemmerich gegenüber den Stadträten in der Ausschusssitzung am Dienstag. Welches Brückenbauwerk künftig anstelle der Rosensteinbrücke errichtet wird, wird im Vorfeld anhand eines Verkehrsstrukturplans untersucht.

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