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Marode Rosensteinbrücke muss abgerissen werden - Verkehr in Stuttgart könnte „Katastrophe“ drohen

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Von: Nadja Pohr

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Rosensteinbrücke in Bad Cannstatt
Für den Lkw-Verkehr ist das Überqueren der Rosensteinbrücke bereits verboten. Fraglich ist noch, ob die Brücke komplett gesperrt werden muss. © IMAGO/Arnulf Hettrich

An der Rosensteinbrücke in Bad Cannstatt wurden erhebliche Mängel festgestellt. Das historische Bauwerk muss abgerissen werden - was sich immens auf den Verkehr auswirkt.

Update vom 12. Mai 2022, 17.05 Uhr: Seit Donnerstag (12. Mai) um 14 Uhr ist die Rosensteinbrücke in Bad Cannstatt vollständig gesperrt. Auch die Busse, die als Ersatz für den Stadtbahnverkehr fahren, werden umgeleitet. Die festgestellten Mängel sind so groß, dass die Stadt Stuttgart schnell reagieren musste. Für Fußgänger und Radfahrer gibt es keine Einschränkungen.

Erstmeldung vom 12. Mai 2022, 13.06 Uhr: Stuttgart - Im März wurde der Rosensteintunnel in Stuttgart feierlich eröffnet, mit dem Ziel, den Verkehr rund um den Knoten am Leuze zukünftig zu entlasten. Der Tunnel bringt aktuell jedoch noch nicht den gewünschten Effekt, sondern sorgt für mehr Stau in Stuttgart. Etwa zwei Kilometer weiter bahnt sich allerdings bereits ein neues Verkehrsfiasko an: Die Rosensteinbrücke in Bad Cannstatt muss abgerissen werden.

Abriss der Rosensteinbrücke wird Auswirkungen auf den Verkehr in Stuttgart haben

Das knapp 70 Jahre alte Bauwerk wurde vor wenigen Wochen genauer untersucht. Dabei zeichnete sich deutlich ab, dass die Rosensteinbrücke marode ist und nicht mehr lange halten wird. Das Tiefbauamt Stuttgart stellte zu viele „Schwachstellen“ und umfangreiche Schäden an den Spanngliedern fest. Die Brücke muss durch einen Neubau ersetzt werden.

Bei den Untersuchungen haben die Experten zudem festgestellt, dass sich der Lkw-Verkehr ungünstig auf das Schwingungsverhalten der Überführung auswirkt. Seit Anfang Mai ist die Brücke deshalb für Lastwagen ab 3,5 Tonnen gesperrt. Vor Ort stehen Sicherungsposten, um zu kontrollieren, dass sich die Lkw-Fahrer auch daran halten. Die Stadtbahn ist von der Sperrung zwar noch nicht betroffen, da jedoch in der Pragstraße in den kommenden zwölf Wochen die Gleise erneuert werden, ist der Stadtbahnverkehr dennoch unterbrochen.

Weitere Untersuchungen in den kommenden Wochen werden zeigen, ob am Ende nicht der gesamte Verkehr in Stuttgart davon betroffen sein wird. Eventuell muss die Rosensteinbrücke sogar komplett gesperrt werden. „Dies wäre für Bad Cannstatt eine relative Katastrophe, denn der gesamte Verkehr müsste komplett über die ohnehin überlastete König-Karls-Brücke geführt werden“, sagte Bernd-Marcel Löffler, Bad Cannstatts Bezirksvorsteher.

Genauer Plan für Rosensteinbrücke steht noch nicht fest

Einen genauen Plan, wie es jetzt mit der Rosensteinbrücke weitergehen soll, hat die Stadt Stuttgart noch nicht. Man wisse weder, wie und wann der Ersatz errichtet wird, noch welche Kosten auf die Verwaltung zukommen werden. „Ich habe mit Claus-Dieter Hauck, beim Tiefbauamt zuständig für Brücken, gesprochen“, sagte Löffler gegenüber der Stuttgarter Zeitung. „Er will in zwei Wochen im Bezirksbeirat Bad Cannstatt über den Zustand der Rosensteinbrücke berichten, dann wissen wir hoffentlich mehr.“

Ursprünglich sollten die Mitarbeiter des Tiefbauamts bereits am Dienstag (10. Mai) im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik informieren. Jedoch wurde der Bericht aus „organisatorischen Gründen“ um eine Woche verschoben. Um ein Verkehrschaos in Bad Cannstatt zu verhindern, kommen bereits Forderungen auf, die Wilhelmsbrücke wieder für Fahrzeuge zu öffnen. Momentan darf diese im Rahmen eines Verkehrsversuchs nur von Radfahrern und Fußgängern genutzt werden. Ein vorzeitiges Ende des Versuchs ist laut Bernd-Marcel Löffler jedoch ebenfalls noch unklar.

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