Menschheit auf der „Abschussliste“

Roland Emmerich: Szenario aus seinen Katastrophenfilmen könnte bald Realität werden

Roland Emmerich und Lava
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Roland Emmerich, Regisseur von Katastrophen-Filmen, macht sich Sorgen wegen einer realen globalen Bedrohung.
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
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Roland Emmerich ist für seine Katastrophenfilme bekannt. Sorgen bereitet dem gebürtigen Stuttgarter aber eine reale globale Bedrohung.

Stuttgart - Roland Emmerich ist als Regisseur von Filmen wie „Independence Day“ oder „Godzilla“ bekannt. Mit dem Film „The Day After Tomorrow“ behandelte der Filmproduzent im Jahr 2004 aber ein Thema, das aktuell immer präsenter wird: die Gefahren und Folgen der globalen Erwärmung. Emmerich, der im Jahr 1955 in Obertürkheim, einem Stadtteil der Landeshauptstadt Stuttgart geboren wurde, ist seit 30 Jahren in Hollywood aktiv und zeichnet in seinen Filmen oftmals apokalyptische Szenarien. In einem Interview mit dem Playboy Magazin sprach der Filmemacher über ein reales Katastrophenszenario, dessen Auswirkungen sich auch in Baden-Württemberg immer deutlicher zeigen.

Im vergangenen Jahr ereigneten sich weltweit eine ganze Reihe von extremen Naturkatastrophen. Im Juli führte Starkregen zu der verheerenden Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, in Italien und der Türkei brannten die Wälder und auf La Palma brach ein Vulkan aus. Solche Szenarien könnten ohne Übertreibung auch in den Filmen Roland Emmerichs Platz finden. Der gebürtige Stuttgarter macht sich aber über das reale Leben Sorgen, wo der Klimawandel immer drastischere Ausmaße annimmt.

Anmerkung der Redaktion

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 20.01.2022 veröffentlicht. Da er für unsere Leser noch immer Relevanz besitzt, haben wir ihn erneut auf Facebook gepostet.

Roland Emmerich: Regisseur von Katastrophenfilmen über die reale Bedrohung durch den Klimawandel

Nicht erst durch die oben genannten Szenarien von apokalyptischem Ausmaß im Jahr 2021 sollte die fortschreitende Erderwärmung und ihre Folgen ernst genommen werden. Im vergangenen Jahr zogen auch wieder tausende meist junge Menschen bei der Klimademo „Fridays for Future“ durch Stuttgart. Roland Emmerich hat dennoch wenig Hoffnung, dass die globale Bedrohung noch abgewendet werden kann. „Momentan gibt es noch viele Leute, die den Klimawandel leugnen“, sagte er dem Playboy Magazin. In etwa zehn oder 15 Jahren werde es so schlimm sein, dass niemand mehr die Bedrohung abstreiten könne.

„Die Menschen werden also erst aufwachen, wenn es zu spät ist, denn du kannst das Klima ja nicht einfach so umdrehen“, so Roland Emmerich. Laut dem Hollywood-Regisseur würden dann Szenarien eintreten, die auch aus einem seiner Drehbücher stammen könnten. Demnach würden „alle Länder das Gleiche machen – sie werden sich abschotten“. Forscher der Uni Stuttgart zeigten bereits, was der Klimawandel in wenigen Jahren aus Stuttgart macht. Das Forschungsprojekt soll die Landeshauptstadt entsprechend auf eine tödliche Hitze und Fluten vorbereiten.

Erfundene Apokalypse angesichts realer Bedrohung? Emmerich: „Nimmt einem schon Lust am Zerstören“

Obwohl sich Roland Emmerich nach eigener Aussage große Sorgen wegen des Klimawandels macht, steht bereits sein nächster Katastrophenfilm in den Startlöchern. Bei „Moonfall“ wird der Mond unter mysteriösen Umständen aus seiner Umlaufbahn geworfen und rast auf die Erde zu. Doch macht es angesichts der globalen Bedrohung überhaupt noch Spaß, apokalyptische Szenarien zu entwerfen? „Es nimmt einem schon ein bisschen die Lust am Zerstören“, gesteht der gebürtige Stuttgarter dem Playboy Magazin. „In Moonfall zeige ich das auch schon weniger.“ Dort sinke zwar etwas von New York in Schutt und Asche, hauptsächlich gehe es aber um den Mond.

Ganz gibt der Hollywood-Regisseur, der für seine Katastrophenfilme mitunter auch belächelt wird, die Zerstörung in seinen Filmen also nicht auf. In Bezug auf die reale Bedrohung durch den Klimawandel ist Roland Emmerich aber der Meinung, dass viele die Gefahr noch immer nicht ernst nehmen. Sollten sich alle Länder abschotten, stehe die Menschheit damit sozusagen auf der „Abschussliste“, so Emmerich.

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