Katastrophenfilm als Augenöffner?

„Man könnte sie richtig schockieren“: Roland Emmerich plant Film über mögliche Zukunft der Menschheit

Regisseur Roland Emmerich kommt während eines Photocalls zum Hollywoodfilm „Independence Day: Wiederkehr“ an.
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Roland Emmerich will sich mit einem Film noch mal dem Klimawandel widmen. Und die Zuschauer schockieren.
  • Julian Baumann
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Regisseur Roland Emmerich sorgt sich wegen des Klimawandels. Mit einem Film will er die Zuschauer derart schockieren, dass sie endlich aufwachen.

Stuttgart - Roland Emmerich ist vor allem als Regisseur von Katastrophenfilmen bekannt und brachte jüngst mit „Moonfall“ seinen neuesten Film in die Kinos. Obwohl sich der in der Stuttgart geborene Filmemacher einen Ruf als „Master of Desaster“ erarbeitet hat, warnte er vor einem sehr realen Problem. Ein Szenario aus Roland Emmerichs Katastrophenfilmen könnte bald Realität werden. Nach verheerenden Naturereignissen wie der Flutkatastrophe in Deutschland, Waldbränden in Italien und der Türkei und dem Ausbruch des Vulkans auf La Palma im vergangenen Jahr, macht sich der Klimawandel immer mehr bemerkbar.

Anmerkung der Redaktion

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 15.02.2022 veröffentlicht. Da er für unsere Leser noch immer Relevanz besitzt, haben wir ihn erneut auf Facebook gepostet.

Roland Emmerich wies bereits darauf hin, dass noch immer viele Menschen den Klimawandel leugneten. In etwa 15 Jahren werde es jedoch so schlimm sein, dass ihn niemand mehr leugnen könne. Im Interview mit dem Spiegel sagte der Regisseur, dass er sich dem Klimawandel-Thema nochmals in einem Film annehmen wolle. Damit könne man die Zuschauer derart schockieren, dass sie endlich aufwachen würden, so Emmerich.

Roland Emmerich denkt über Klimawandel-Film nach - „600 Millionen Menschen als Flüchtlinge“

Ein riesiges mutierter Monster, das eine Stadt verwüstet, oder der Mond, der aus seiner Umlaufbahn gerät und auf die Erde stürzt, sind glücklicherweise noch immer eher unwahrscheinlich. Andere Filmkonzepte von Roland Emmerich scheinen aber überhaupt nicht so weit hergeholt zu sein, wie beim ursprünglichen Kinostart gedacht. Mit „The Day After Tomorrow“ widmete sich der gebürtige Stuttgarter bereits einmal dem Thema Klimawandel. In diesem Film treten mehrere verheerende Naturkatastrophen simultan auf: Neu-Delhi versinkt im Schnee, Tornados zerstören Los Angeles und drei Superstürme ziehen Richtung Nordamerika, Nordeuropa und Russland.

In „The Day After Tomorrow“ wurde die Warnung vor den extremen Wettereignissen durch einen Paläoklimatologen nicht ernst genommen. Roland Emmerich will sich nach eigener Aussage noch einmal diesem Thema widmen, um den Menschen die Augen zu öffnen. „Wenn man 15, 20 Jahre in die Zukunft geht, könnte man den Leuten eine solche Angst einjagen, dass sie vielleicht aufwachen würden“, sagte Emmerich dem Spiegel. „Man könnte sie richtig schockieren.“ Die Handlung des Films könnte in dem Fall aufzeigen, was der Menschheit zukünftig blühen könnte. „Man könnte 600 Millionen Menschen als Flüchtlinge darstellen“, so Emmerich. „Und natürlich würden die Europäer ihre Grenzen komplett dichtmachen.“

Roland Emmerich sieht auch Zukunft der Filmbranche düster - „Es sieht böse aus“

Ob und wann Roland Emmerich einen zweiten Film zum Klimawandel machen kann, wird sich erst noch zeigen müssen. Im Moment sieht der Regisseur aber auch für die Zukunft der Filmbranche schwarz. „Es sieht böse aus“, sagte er. Erst kürzlich sagte Roland Emmerich, Star Wars und Marvel würden die Filmindustrie „ruinieren“. „Klar, der neue Spider-Man lief gut, aber du kannst nicht nur von Marvel-Produktionen leben“, wiederholte er auch im Interview mit dem Spiegel. „Wenn man sich nicht mit einem Streamer zusammentut, ist es fast unmöglich, große, aufwendige Originalstoffe zu realisieren.“

Auch dass die Filmindustrie nach der Corona-Pandemie zurück zur alten Stärke findet, sieht der gebürtige Stuttgarter nicht. „Es wird nicht zurückgehen zu den alten Zahlen“, sagte Roland Emmerich. In einer Welt, die irgendwann nur noch von Streaming-Anbietern und Marvel-, Star Wars- und James Bond-Filmen dominiert werde, liebäugele er bereits mit dem Vorruhestand. Allerdings kündigte Emmerich gegenüber dem Spiegel auch eine Serie an, die vom Sport im alten Rom handelt. Diese müsse aber erst noch finanziert werden.

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