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Ricarda Lang erhöht nach Hinrichtungen Druck auf Iran-Regime: „Wir werden die Menschen nicht vergessen“

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Von: Niklas Noack

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Seit drei Monaten halten die Demonstrationen im Iran an. Grünen-Chefin Ricarda Lang übernimmt jetzt die politische Patenschaft für einen inhaftierten Journalisten.

Stuttgart - Infolge der Proteste nach dem gewaltsamen Tod von Jina Masha Amini hat das iranische Regime bereits zwei Demonstrierende hingerichtet: Madschid-Resa R. und Mohsen Shekari. Auf Exekutionslisten stehen weitere Menschen, weshalb deutsche Politikerinnen und Politiker ein Zeichen setzen wollen.

Darunter auch die Grünen-Chefin Ricarda Lang, die auf Twitter bekannt gab, für den inhaftierten Journalisten Masoud Kurdpoor eine politische Partnerschaft zu übernehmen. Laut Lang sei er „in politischer Gefangenschaft, weil er über den Fall von Jina Mahsa Amini und die dadurch ausgelösten Proteste in der Provinz Kurdistan“ berichtet habe. Er sei außerdem Gründer der Nachrichtenagentur Mukrian News in Bokan, „die über Kurdistan und Menschenrechte von Minderheiten in der Region berichtete.“

Ricarda Lang in Kontakt mit der Nichte des im Iran inhaftierten Journalisten Masoud Kurdpoor

Verhaftet wurde Kurdpoor im September 2022. Nicht das erste Mal, wie Lang sagte. Schon in der Vergangenheit sperrte das iranische Regime den Journalisten weg und ließ ihn erst auf Druck von Amnesty International nach sechs Jahren wieder frei. Damals wurde ihm die Zulassung als Lehrer entzogen.

Die jetzigen Maßnahmen gegen Kurdpoor sind erneut drastisch. Wie Lang twitterte, „wurde seit seiner Verhaftung der Kontakt zu seiner Familie und einem Anwalt verwehrt. Die Freilassung auf Kaution wurde abgelehnt.“ Die Grünen-Chefin ist inzwischen im Kontakt mit der Nichte des Gefangenen, Schilan Kurdpoor, die sich von Deutschland aus für die Menschenrechte im Iran einsetzt.

Grünen-Chefin Ricarda Lang solidarisiert sich mit den Protestierenden im Iran und übernimmt politische Patenschaft.
Grünen-Chefin Ricarda Lang (l.) solidarisiert sich mit den Protestierenden im Iran und übernimmt politische Patenschaft. © IMAGO / Political-Moments/IMAGO / Pacific Press Agency/Montage/BW24

Schauspielerin Taraneh Alidoosti wegen angeblicher „Verbreitung von Falschinformationen“ verhaftet

Zuletzt wurde im Zusammenhang mit den Protesten die im Iran bekannte Schauspielerin Taraneh Alidoosti verhaftet, darüber berichtete die Frankfurter Rundschau. Ihr wird die angebliche „Verbreitung von Falschinformationen und Unterstützung von konterrevolutionären Kreisen“ vorgeworfen, weshalb ihr eine langjährige Haftstrafe droht.

Seit drei Monaten halten die Proteste im Iran bereits an. „Mit der Patenschaft möchte ich den politischen Druck für die Freilassung von Masoud und allen politischen Gefangenen im Iran erhöhen“, schrieb Lang bei Twitter. Weiter versprach sie: „Wir werden die Menschen im Iran nicht vergessen und ihre Stimme sein, solange sie vom Regime zum Schweigen gebracht werden.“

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